Tierverhalten - Soziales

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txakur
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Tierverhalten - Soziales

Beitrag von txakur »

Ich schätze mal, hier gibt's noch mehr Leute, die sich nicht nur für das Verhalten von Pudeln, sondern generell von (sozialen) Tieren interessieren. Lernverhalten, Sozialverhalten, Intelligenz/Problemlösung, wasauchimmer.
Wenn Ihr interessante Links findet über Viehzeug, das tolle Sachen macht, wäre hier der Platz dafür...

Ich fange mal mit "Soziales" und "Intelligenz/Problemlösung" an:

Wildschwein, Sus scrofa
Stichwörter: Hilfe, Empathie, individuelle soziale Bindung/Emotion

https://www.stern.de/panorama/wissen/di ... 01970.html
und hier ist die Originalveröffentlichung dazu:
https://www.nature.com/articles/s41598-021-95682-4#Fig3
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txakur
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Re: Tierverhalten - Soziales

Beitrag von txakur »

https://m.faz.net/aktuell/feuilleton/bu ... 91815.html
Noch nicht gelesen, bin schon fast zu spät auf dem Weg zur Arbeit... *loswetz*
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Isi
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Re: Tierverhalten - Soziales

Beitrag von Isi »

txakur hat geschrieben:
Fr Mai 06, 2022 5:42 am
https://m.faz.net/aktuell/feuilleton/bu ... 91815.html
Noch nicht gelesen, bin schon fast zu spät auf dem Weg zur Arbeit... *loswetz*
Dieser Artikel verweist v.a. auf ein neu erschienenes, spannend klingendes Buch.

Bisschen enttäuscht bin ich, dass sich sogar ein Putzerfisch im Spiegel selbst erkennt, aber unsere Hunde nicht? Da müssen sie wohl noch was nachsitzen :frech:
...mit Großpudel Greta *11.5.21 an der Seite und Joy im Herzen.
Vom Glück mit Greta: https://shorturl.at/BCIL7

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txakur
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Re: Tierverhalten - Soziales

Beitrag von txakur »

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txakur
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Re: Tierverhalten - Soziales

Beitrag von txakur »

Verhaltensmodifikation durch Parasiten
Gerade gefunden, ich gucke, ob es dazu schon was auf deutsch gibt.
https://edition.cnn.com/2022/11/30/worl ... index.html

Edit:
https://www.spektrum.de/news/toxoplasmo ... en/2081088
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txakur
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Re: Tierverhalten - Soziales

Beitrag von txakur »

Die Sprecherin geht mir ziemlich auf den Zeiger, aber Videocalls für Hunde scheinen zu funktionieren. Jedenfalls wenn man sich so lieb hat wie die beiden:
https://edition.cnn.com/videos/world/20 ... ig-bdk.cnn
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jojojojobounty
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Re: Tierverhalten - Soziales

Beitrag von jojojojobounty »

Konnte mir es gerade nicht ansehen, weil ich den Ton nicht anschalten kann.

Aber es erinnert mich daran, dass Emil 0,0 reagiert, wenn im Fernsehen oder so ein Hund bellt. Wenn wir jedoch mit Matthias Eltern telefonieren und ihr Hund im Hintergrund bellt, reagiert er sofort! (Keine guten Freunde und ohne Video)
Liebe Grüße von Johanna🧍🏼‍♀️mit Großpudel Emil 🐩

“Ein Leben ohne Pudel ist wie ein Sommer ohne Sonne! Geht gar nicht!“

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txakur
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Re: Tierverhalten - Soziales

Beitrag von txakur »

hmmm, ich pack das mal hier rein, weil Friedfertigkeit und Stressresisten im weitesten Sinne ja auch mit "Sozialverhalten" zu tun haben.
Auf dem Umweg über einen Spektrum-Artikel habe ich diese nature-Veröffentlichung gefunden. Interessant daran - auch wenn die untersuchte Spezies das Pferd ist, die Funktion der genannten Gene und neuronalen Strukturen ist in anderen Säugetieren vergleichbar - ist im Hinblick auf die allfälligen Diskussionen über aggressive Hunde folgender Passus:
ZFPM1 is essential for the development of dorsal raphe serotonergic neurons involved in mood regulation and aggressive behaviour. ZFPM1 inactivation in mice causes anxiety disorders and contextual fear memory. Combined, early selection at GSDMC and ZFPM1 suggests shifting use toward horses that were more docile, more resilient to stress and involved in new locomotor exercise, including endurance running, weight bearing and/or warfare.
ZFPM1 ist essenziell für die Entwicklung der serotonergen Neuronen im dorsalen Raphekern (Anm.: Spezifische Ansammlung von Neuronen, genauer Kontext hier unbedeutend), die eine Rolle spielen bei der Stimmungsregulation und bei Aggressionsverhalten. Eine Inaktivierung von ZFPM1 führt bei der Maus zu Angststörungen und Störungen des kontextabhängigen Angstgedächtnisses. Zusammengenommen legt die frühe Zuchtwahl auf diese Genvarianten (es wird noch ein anderes Gen bzgl. der Wirbelsäulenstruktur mitbetrachtet, das aber für den Hundekontext nicht relevant ist) nahe, dass zu diesem Zeitpunkt Pferde entstanden, die zahmer und stressresilienter waren und zu neuen Aufgaben wie Bewältigung großer Distanzen in kurzer Zeit, Tragen von Gewicht und/oder den Kriegseinsatz tauglich waren.
Hier ist also, kurz gesagt, ein genetisches Korrelat zu Verhaltens"problemen" (das waren ja gar keine Probleme, sondern dem Überleben dienliche Eigenschaften, bevor der Mensch sich in den Kopf gesetzt hat, die Viecher für sich zu nutzen) zu finden. Das bedeutet nicht, dass im Umkehrschluss bestimmte Rassen generell aggressiv sind oder auch nicht (diese ganz grundlegenden Dinge sind unter Garantie ALLEN Hunden schon sehr früh weggezüchtet worden), aber es zeigt auf, wie wichtig es ist, bei in engem Kontakt mit Menschen lebenden Tieren auch eine strenge Zuchtwahl bezüglich Verhaltensweisen vorzunehmen. Wir kennen ja noch lange nicht alle Gene, die mit (für uns) unerwünschten Verhaltensweisen einhergehen.

Für die, die sich jetzt bis hier vorgearbeitet haben, habe ich noch ein Schmankerl:
ZFPM1: Enables RNA polymerase II-specific DNA-binding transcription factor binding activity. Involved in several processes, including embryonic hemopoiesis; heart development; and negative regulation of cell differentiation. Acts upstream of or within several processes, including myeloid cell differentiation; regulation of chemokine production; and regulation of transcription by RNA polymerase II. Located in cytoplasm and nucleus. Is expressed in several structures, including alimentary system; central nervous system; genitourinary system; heart; and integumental system. Orthologous to human ZFPM1 (zinc finger protein, FOG family member 1).

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/gene/22761

Übersetzung des fett gesetzten Teils: ZFPM1 wird in verschiedenen Strukturen, hierunter das Verdauungssystem, das zentrale Nervensystem, das Urogenitalsystem, das Herz und die Haut exprimiert.
Einfach mal angenommen, ZFPM1 hätte einen sichtbaren Effekt auf das äußere Erscheinungsbild des Tieres (z. B. Fellfarbe oder Struktur), dann würde eine Zuchtwahl auf oder gegen diese Optik das Nervenkostüm der Nachfahren stark beeinflussen. Genauso könnte das Verdauungssystem in Mitleidenschaft gezogen werden. Oder irgendwas sonst.
Will heißen: was es uns langfristig bringt, haufenweise schön schwarze oder lustig bunte Pferde, blaue, marmorierte, faltige oder gelockte Hunde, nackte oder mit Knickohren versehene Katzen etc. pp. zu züchten und die "Wildfarben" zu vernachlässigen, wissen wir immer erst hinterher, weil wir die dafür verantwortlichen Gene immer erst dann finden, wenn sie nebenbei noch Probleme körperlicher oder psychischer Natur machen.
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Rohana
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Re: Tierverhalten - Soziales

Beitrag von Rohana »

Ja, das ist im Grunde der Kern des Problems, wenn Tiere nach optischen Merkmalen selektiert werden und eine Selektion nach Verhaltensweisen darüber vernachlässigt wird. Dass daneben auch noch nach Verhaltenskriterien selektiert wird, die für die aktuelle Umwelt der Hunde eigentlich schon lang nicht mehr passt, brauchen wir da noch gar nicht einbeziehen.
Und dann noch die gesundheitliche Seite: Warum wundern wir uns eigentlich, dass die Haustiere immer mehr komische Krankheiten und Probleme haben?
Liebe Grüße von
Christiane, Mika und Shari

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Pusteblume488
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Re: Tierverhalten - Soziales

Beitrag von Pusteblume488 »

Das ist interessant. Wir hatten vor einiger Zeit eine Unterhaltung über Farbmutationen, und welche Nachteile sie mitbringen. Dabei ging es darum, ob es sein könnte dass es zu vermehrtem Kronismus kommt bei bestimmten Farbmutationen. Konkret ging es dabei aber auch, wenn Farbmutationen auftreten, wie sinnvoll es ist diese überhaupt zu erhalten.

Leider geht es gerade bei neuen, oder seltenen Farben nicht ohne Inzucht, um diese zu erhalten. Dadurch hat man auch bei Merkmalen, die man gar nicht verändern will, vielleicht ungewollt Effekte. Und dass zeigt sich erst später. Manchmal sind es gesundheitliche Dinge manchmal verhaltenstechnische Dinge. Daher sollte man gerade bei neuem Farbmutation immer extrem vorsichtig sein.

Bei Katzen gibt es immer wieder Stimmen, die sagen Katzen mit bestimmter Fellfärbung wären aggressiver. Die Studien dazu finden ich nicht besonders aussagekräftig. Als Beispiel: The Relationship Between Coat Color and Aggressive Behaviors in the Domestic Cat. Vielleicht hat hier wer noch was neueres.

Bei Hunden finde ich die wirklich Cockerwut ganz spannend. Bei Mäusen und Hunde konnte hier ein Zusammenhang von impulsivem Agressionsverhalten mit einem gestörtem Serotinhaushalt festgestellt werden. Das passt ja zu oben.

Da wurde vermutlich bei der Zucht nur auf Farbe, vernachlässigt was für sonstige Effekte es bringt. Und dass finde ich häufig wirklich sehr schwierig. Oft hat Selektion eben ungewollte Nebeneffekte.

Ansonsten finde ich von Kathrin Köhler 'Evaluierung von somantischen Ursachen für Verhaltensänderungen beim Hund in der tierärztliche Praxis' wirklich sehr spannend.

Insgesamt ist das Themenfeld, Farbe und Auswirkung so spannend und riesig.

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txakur
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Re: Tierverhalten - Soziales

Beitrag von txakur »

https://www.spektrum.de/news/verhaltens ... am/2188821

(auch in diesem Artikel wird übrigens wieder der Aspekt angesprochen, dass die Selektion auf ein bestimmtes Merkmal (hier: Zahmheit) unbeabsichtigte Veränderungen an anderer Stelle (hier: Körperbau) mit sich bringt)
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txakur
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Re: Tierverhalten - Soziales

Beitrag von txakur »

Und wieder: Selektion auf Verhalten, diesmal Wedeln:
https://www.spektrum.de/news/mysterioes ... nd/2204341

Hier noch der Link zur Originalveröffentlichung:
https://royalsocietypublishing.org/doi/ ... .2023.0407
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