Besuch im Wildpark - wird Jagdtrieb gefördert oder eingedämmt?

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GretaLorenz
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Besuch im Wildpark - wird Jagdtrieb gefördert oder eingedämmt?

Beitrag von GretaLorenz » Mo Apr 30, 2018 9:35 am

Hallo zusammen,
wir sind am überlegen, mal mit unserer 5 Monate alten Greta in einen Wildpark zu fahren, stellen uns aber die Frage, ob damit evtl. der Jagdtrieb gefördert werden könnte :n010: ? Wie ist das generell so mit einem evtl. einsetzenden Jagdtrieb? Was muss man beachten und wie verhält man sich? Bisher ist sie wie gesagt 5 Monate und lässt sich gut abrufen, aber das kann sich ja ab einem gewissen Alter recht schnell ändern, oder?

caramia
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Re: Besuch im Wildpark - wird Jagdtrieb gefördert oder eingedämmt?

Beitrag von caramia » Mo Apr 30, 2018 9:58 am

Deine Greta hat mit ihren 5 Monaten noch den natürlichen Folgetrieb . Sicher erkent man in diesem Alter schon Ansätze , ob sie jagdlich motiviert ist . Allerdings bricht der eigentliche Jagdtrieb erst später aus , wenn sie sich traut immer mehr von ihrem sicheren Rudel zu lösen. Bei einigen Hunde tritt dies mit Eintritt der Geschlechtsreife auf . Darum besteht noch kein Grund zur Freude , dass deine Greta keinen Jagdtrieb hat. Ein Wildpark wäre für mich die beste Möglichkeit die Impulskontrolle des Hundes zu trainieren.
Mein Herz bellt :D
Doris

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Kara
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Re: Besuch im Wildpark - wird Jagdtrieb gefördert oder eingedämmt?

Beitrag von Kara » Mo Apr 30, 2018 10:07 am

Hi,

das würde mich auch interessieren.
Wir haben hier um die Ecke einen Tierpark, den ich aber bisher mit meinem 7,5 monatigen Mädel gemieden habe. Sie findet Vögel und Bewegung zwar spannend, den Versuch hinterherzuhechten hat sie aber noch nicht unternommen. Die Hasen, denen wir bisher so begegnet sind, waren entweder komplett uninteressant oder sie hat sie aufgrund mangelnder Bewegung nicht wahrgenommen.

Bisher habe ich zu sowas nur theoretische Tipps gelesen, die ich noch nicht ausprobieren konnte. Darin hieß es wiederholt man solle das Fixieren bzw. intensive Anstarren von den Tieren dort nicht zustande kommen lassen, weil das schon der Anfang von Jagdverhalten ist. Besonders gut geeignet soll dafür wohl ein geliebtes Spielzeug sein, sodass die Tiere rundrum zum Ambiente gehören und irgendwann als normal getrachtet werden.
Oder vielleicht immer mal wieder ein paar leichte Übungen machen, die sie unter Ablenkung schon beherrscht, sobald man merkt, dass sie sich zu sehr auf die Tiere konzentriert?

Rondra hat so ein Lieblingsspielzeug für draußen leider noch nicht, bis dahin soll der Praxistest also warten. Außerdem habe ich, glaube ich, noch nicht so ganz den Blick dafür, wann sie anfängt sich lauernd zu versteifen, um das Verhalten zu unterbrechen und in spielerische Bahnen zu lenken oder Ruhe einzufordern.

Bin auf jeden Fall gespannt, was andere noch so berichten. Dass der Jagdtrieb erst später einsetzt, wie caramia schreibt, klingt für mich aber sehr sinnvoll!

Grüßle
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Doro
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Re: Besuch im Wildpark - wird Jagdtrieb gefördert oder eingedämmt?

Beitrag von Doro » Mo Apr 30, 2018 10:31 am

Also Lemmy sind Tiere im Wildpark ziemlich egal, Rehe hinter dem Zaun interessieren ihn gar nicht.
Wenn er aber draußen in freier Wildbahn ist dann wäre er weg.
Glücklicherweise geht er nur auf Sicht und nicht auf Spur, ist aber draußen extrem guckig.
Hier gibt es total viel Wild und nicht selten kommen uns Hasen direkt auf dem Weg entgegen, springen Rehe knapp vor uns aus dem Gräben oder flattern Rebhühner oder Fasanen hoch. Ganz zu schweigen von den vielen Gänsen. So ist also die Schleppleine weiterhin dran und wir üben Impulskontrolle.
Lästig, aber ansonsten wäre er jeden Tag weg. Mit fünf Monaten ist er auch noch ganz lieb bei mir geblieben.
Viele Grüße
Doro

Rohana
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Re: Besuch im Wildpark - wird Jagdtrieb gefördert oder eingedämmt?

Beitrag von Rohana » Mo Apr 30, 2018 10:43 am

Mein Padge hatte ja Jagdtrieb bis unter beide Ohren. Aber im Wildpark war es mit ihm total unproblematisch. Ein schlauer Hund hat ruckzuck raus, dass das Wild hier hinterm Zaun und damit unerreichbar ist.

Um dem Jagdtrieb entgegenzuwirken wär mein Vorschlag: fang daheim mit Impulskontrolle an, ganz klein. Spielzeug oder Futterbeutel hinlegen und Greta darf erst auf Kommando hin. Dann werfen, dann auch mal an eine Reizangel hängen. Immer darauf achten, dass der Hund möglichst entspannt aufs Startkommando achtet. Dass man ihn auch nach einiger Übung vom Objekt wieder abrufen kann.
Dann draußen mit Spielzeug/Futterbeutel üben. Vielleicht auch mal eine Hilfsperson hinter einem Busch verstecken, Futterbeutel liegt auf dem Weg und wird plötzlich vorm Hund an einer Leine weggezogen. Was die Übungssituationen angeht ist der Phantasie keine Grenze gesetzt :wink: .
Dann draußen an der Schleppleine üben, dass Vögel nicht jagbar sind. Und dann mit Schleppleine irgendwo üben wo es auch Rehe gibt.
Liebe Grüße von
Christiane, Kaba und Mika

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Rumo
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Re: Besuch im Wildpark - wird Jagdtrieb gefördert oder eingedämmt?

Beitrag von Rumo » Mo Apr 30, 2018 10:53 am

Tiere im Tierpark riechen anders und sind dann ggf. nicht besonders interessant für den Hund. Außerdem sind Hunde ja nicht ganz doof, da ist ja ein großer Zaun und in der Regel checkt ein Hund doch ab, ob er auf die andere Seite kommt.

Was ihr üben könnt, ist den Rückruf bis zum Einsetzen der Pubertät schon mal so fest wie möglich zu etablieren. Wenn Folgetrieb da ist, macht es das schön einfach. Jedes hinterher hetzen hinter bewegten Objekten (das süße Hinterherlaufen nach Blättern, Schmetterlingen oder Schatten) würde ich im Ansatz abbrechen bzw. gar nicht erst in die Situation kommen lassen. Jagen ist extrem selbstbelohnend, wenn der Hund schon 10 Schritte hinterher sprintet, kickt das Adrenalin und es war ein Erfolg für ihn. Zum Antijagdtraining gehört noch der stete Ausbau der Impulskontrolle und der Frustrationstoleranz.

Bei meinem Pudel, der ziemlich jagdinteressiert ist (vor allem auf Vogelviecher), bin ich sehr gut mit "Gucken" gefahren. Ich glaube, im Prinzip ist das Zeigen und Benennen, auch wenn ich das selbst gar nicht nach einer bestimmten Theorie verfahren bin. Also Hund mit Geschirr gesichert, ihr den Vogel gezeigt und dann durfte sie nur gucken bzw. jede Form von Abwenden wurde sehr hochwertig belohnt. Ich wollte, dass sie lernt, sich selbst fürs Anzeigen zu belohnen, aber dann (nach genügend Bearbeitungzeit im Hirn) sich abzuwenden und selbstständig weiter zu laufen. Dazu hab ich auch noch das Kommando "lauf weiter" etabliert, wenn sie Unterstützung braucht, um sich zu lösen.
Das könntet ihr im Tierpark halt super machen. Holly ist im Tierpark völlig unbeeindruckt von den Wildtieren, während ich beim Gassi in Wald und Flur schon immer ein Auge drauf haben muss.

Es gibt da viele Theorien, um einen Hund umzulenken, Alternativerhalten zu etablieren oder mit einer Teilsequenz des Jagens zu belohnen.
Bei einem jungen Hund macht das Spaß, da gibt es noch keine "Autobahnen" im Kopf, die durch Jagderfolg fest ausgebaut wurden. Anders sieht das wieder aus, wenn man einen älteren Hund bekommt, der sich schon jahrelang den Kick beim Hetzen geholt hat (selbst wenn er noch nichts erwischt hat).

Ob da der Tierpark was kaputt machen kann, bezweifle ich... Nehmt ein Geschirr, viele Leckerlies mit und belohnt doch einfach schon ab morgen, welches Verhalten ihr sehen wollt. Ich persönlich würde mich da ruhig hinsetzen und den Kleinen gucken lassen. Das Gehirn braucht bei den Knirpsen ja sowieso eeeewig, um etwas zu bearbeiten 😍 Das ist sooo niedlich mitanzusehen, wenn es rattert.
Liebe Grüße
Von Marina mit Terriermix Fussel (30.05.2010) und Kleinpudel Holly (28.02.2016)

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Re: Besuch im Wildpark - wird Jagdtrieb gefördert oder eingedämmt?

Beitrag von Pinch » Mo Apr 30, 2018 11:14 am

Gisela hat Jagdtrieb, hat Oonagh nicht auch in dieser Hinsicht starke Ambitionen, mir war so. In unserem Minitierpark hat sie schnell gemerkt, da komme ich nicht ran. Sie beobachtet Vögel, sehr interessant, sie geht Spuren nach. Also ich denke, sie wird jagen, noch kommt sie im Freilauf immer wieder allein zurück, aber das ändert sich sicher. Ich übe mit ihr Apportieren, erste Sequenz und Impulskontrolle vor dem Futter und ich rufe sie aus dem Toben mit Platon ab und untersage es auch, damit sie sich kontrolliert, sonst hinge sie den ganzen Tag an ihm dran. Das macht sie schon ganz gut.
Pudel 🐩 tanzen 💃🏿 durchs Leben🐾
:wav:Petra mit Platon & Gisela 🌺Ninja, Aron und Tiffy im Herzen♥️

ditte
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Re: Besuch im Wildpark - wird Jagdtrieb gefördert oder eingedämmt?

Beitrag von ditte » Mo Apr 30, 2018 12:03 pm

Wir wohnen direkt am Wildgehege (Rotwild, Mufflons, Schottische Rinder, etc). Sascha wurde schon als Welpe dort Gassi geführt, fand die Viecher spannend oder auch beeindruckend. Die Viecher wiederum waren sehr neugierig und haben ihn teilweise durch den Zaun beschnüffelt. Je älter er wurde, umso uninteressanter waren die Viecher für ihn.
Wenn allerdings ein Reh, Fasan, Eichhörnchen oder Hase meint, er müsse unbedingt den Fussweg benutzen, würde Sascha wohl doch hinrennen. Hat er 2, 3 mal gemacht, kam dann jedoch relativ schnell zurück. Also versuche ich immer die Tiere seiner Begierde vor ihm zu erspähen, rufe ihn zu mir und leine ihn an.

Ditte

GretaLorenz
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Re: Besuch im Wildpark - wird Jagdtrieb gefördert oder eingedämmt?

Beitrag von GretaLorenz » Mo Apr 30, 2018 4:30 pm

Danke für die ganzen Antworten, hier im Forum erhält man wirklich immer zahlreiche, sehr hilfreiche und interessante Tipps :klatsch: . In unserem Wildpark hier in der Nähe laufen zumindest die Lamas und die Hängebauchschweine frei herum, ich glaub der Rest ist in Gehegen :mrgreen: .

Ich denke, dann werden wir demnächst mal bei schönem Wetter mit Greta in den Wildpark fahren, den Jagdtrieb "anregen" tut der Besuch dann ja scheinbar nicht mehr und nicht weniger als sonst wo auch.

Ich denke auch, dass Greta Jagdtrieb bekommen wird, sie schnüffelt von Anfang an intensiv beim Spazieren gehen und ist sehr interessiert an allem, was sich bewegt. Dass Oonagh einen ausgeprägten Jagdtrieb hat, ist mir auch bekannt.

Werde mich mal mit dem Thema Impulskontrolle sowie Frustrationstoleranz beschäftigen, habe bisher noch nichts davon gehört. Was wir schon ab und an machen, ist ihr Spielzeug vor ihr bewegen und fallen lassen und sie muss sitzen bleiben, ich glaube, das könnte zu dem Thema "Impulskontrolle" gehören. Das klappt schon ganz gut. Auch beim Suchen muss sie sitzen und bleiben, bis wir das "sitz" aufheben und sie suchen lassen. Da haben wir glaub schon ein paar Sachen in die Richtung geübt :streichel: :) .

Rumo
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Re: Besuch im Wildpark - wird Jagdtrieb gefördert oder eingedämmt?

Beitrag von Rumo » Mo Apr 30, 2018 9:48 pm

Super, dann seid ihr auf dem richtigen Weg! Wahrscheinlich macht ihr schon ganz viel instinktiv richtig, ohne eben explizit solche Worte zu benutzen. Aber als Stichwort genutzt, findet man zu Frustrationstoleranz und Impulskontrolle im Netz jede Menge Anregungen. Die hilft ja nicht nur beim Jagen.
Was dann wirklich bei euch konkret hilft, ist sowieso bei jedem ein bisschen anders. Wichtig ist zu erkennen, wann das Verhalten wirklich schon Teil der Jagdsequenz ist. Das ist ja noch gar nicht gesagt...
Ich muss sagen, dass mir gerade das Antijagdtraining im Nachhinein bei beiden Hunden unheimlich Spaß gemacht hat 😆
Viel Spaß beim Üben!
Liebe Grüße
Von Marina mit Terriermix Fussel (30.05.2010) und Kleinpudel Holly (28.02.2016)

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