Info zur Tollwutimpfung von Pfizer

Erfahrungsaustausch bei Krankheiten.
Yvonne

Info zur Tollwutimpfung von Pfizer

Beitrag von Yvonne »

Ich bin in einem sehr großen Forum Mitglied und da berichten Leute von den haarsträubensten Geschichten die ihnen Tierärzte erzählen, warum sie nicht die 3 Jahre eintragen oder der Hund öfter geimpft werden oder oder, manchmal sind die ausreden so haarsträuben, sie könnten einem Witzbuch entspringen.

Wie auch immer, nun wollte ich euch mal 2 emails einstellen, die Anfrage an Pfizer und die Antwort von Pfizer:

Anfrage:
Von: xxxxxxxx
Gesendet: Mittwoch, 22. März 2006 11:15
An: tiergesundheit@pfizer.de; tiergesundheit@pfizer.de
Betreff: Fragen zum Tollwutimpfstoff


Sehr geehrte Damen und Herren,

da es immer wieder verschiedene Aussagen gibt, frage ich mal direkt bei Ihnen nach.
Soweit ich weiß haben Sie für Ihren Tollwut-Impfstoff eine längere Zulassung beantragt und diese wurde auch vom PEI genehmigt. Ist das richtig so?
Dann noch eine Frage zum impfen selber. Es ist doch, wenn ich es richtig verstanden habe, der selbe Impfstoff wie vor der Neuzulassung oder? Das heißt dann also es reicht aus das ich meinen Hund einmalig impfen lasse? Ich weiß das es auch sein kann das der Hund nicht den entsprechenden Titer bildet und es gibt ja auch noch die Impfversager, aber um diese Ausnahmen geht es mir nicht. Ich möchte nur wissen ob der Tierarzt mit einer einmaligen Impfung mir die 3 jährige Gültigkeit in den Paß eintragen kann/darf.
Antwort:
Von "Sobek, Anja" <Anja.Sobek@Pfizer.com>
Gesendet Montag, 10. April 2006, 11:52
An xxxxxx
CC
BCC
Betreff WG: Fragen zum Tollwutimpfstoff
Sehr geehrte Frau xxxxx,

vielen Dank für Ihre Anfrage und entschuldigen Sie die verspätete Antwort.

Bisher musste gegen Tollwut entsprechend der Tollwut-Verordnung und der Zulassung der Impfstoffe in jährlichen Intervallen nachgeimpft werden. Dieses hat sich mit Inkrafttreten der neuen Tollwut-Verordnung geändert, in der nun eine Nachimpfung nach Herstellerangaben vorgeschrieben wird.

Alle Impfstoffe mit einer Tollwutkomponente wurden daraufhin im Februar 2006 wie folgt zugelassen:
Enduracell® T, Enduracell® Lepto-T und Enduracell® 8: Die Dauer der Immunität für die Tollwut-Komponente beträgt bei Hund und Rind mindestens 3 Jahre.
Enduracell® T und Felocell® CVR-T: Die Dauer der Immunität für die Tollwut-Komponente beträgt bei der Katze mindestens 4 Jahre.
Demnach können Wiederholungsimpfungen gegen Tollwut bei Hund und Rind alle drei Jahre und bei der Katze alle vier Jahre erfolgen.

Die Auslieferung von o.g. Impfstoffen mit Gebrauchsinformationen, welche die verlängerten Nachimpfintervalle deklarieren, wird jedoch leider erst in 2 bis 5 Monaten erfolgen können. Rechtlich besteht die Möglichkeit, die verlängerten Nachimpfintervalle ab sofort zu nutzen.

Eine einmalige Impfung ist für den Schutz gegen Tollwut ausreichend.
Von Seiten der Virologen wird bei jungen Hunden eine 2malige Impfung empfohlen, um die notwendige Titerhöhe für Reisen in das Ausland zu erreichen. Dieser Titer wird nämlich nach einmaliger Impfung häufig nicht erreicht.

Für weitere Fragen steht Ihnen Ihr Tierarzt gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Anja Sobek

Andrea01

Beitrag von Andrea01 »

Verstehe ich das jetzt richtig???
Nach einer richtigen Grundimmunisierung (bei Welpen zweimalige Impfung) ist der Hund zeitlebens gegen Tollwut geschützt???

Und warum dann dieser deutsche Bürokratismus mit den jährlichen oder 3-jährigen Impfen????

Liebe Grüße

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Tina
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Beitrag von Tina »

Andrea hat geschrieben:Verstehe ich das jetzt richtig???
Nach einer richtigen Grundimmunisierung (bei Welpen zweimalige Impfung) ist der Hund zeitlebens gegen Tollwut geschützt???

Liebe Grüße

Das wäre ja genial und sehr sehr erfreulich!

LG Tina :)

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Ellen
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Beitrag von Ellen »

Ich habe das jetzt aber so verstanden, dass es zur Grundimunisierung eben notwendig ist um die entsprechende Titerhöhe zu erreichen, meistens 2x zu impfen, aber der Impfintervall für Hund und Rind noch immer alle 3 Jahre ist, um die Titerhöhe zu erhalten.

Oder?

LG Ellen
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Doris
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Beitrag von Doris »

Andrea hat geschrieben:Verstehe ich das jetzt richtig???
Nach einer richtigen Grundimmunisierung (bei Welpen zweimalige Impfung) ist der Hund zeitlebens gegen Tollwut geschützt???

Und warum dann dieser deutsche Bürokratismus mit den jährlichen oder 3-jährigen Impfen????

Liebe Grüße
Ronald Schulz, amerikanischer Wissenschaftler, ist der Meinung daß es tatsächlich so ist daß die TW-Impfung viiiiiieeel länger wirkt als angegeben. Aber es ist ja schon mal ein Fortschritt, daß wir nicht mehr jährlich impfen müssen, finde ich.
LG Doris
mit Merlin an meiner Seite,
Timmy und Tscharlie tief im Herzen

Karin

Beitrag von Karin »

Ich kann auch nicht so ganz logisch nachvollziehen, warum eine Infektion in der Jugend (z.B. Masern und Röteln) ein Leben lang immun macht, beim Pferd sagt man auch, dass die Wildpferde als Fohlen meist eine leichte Tetanusinfektion durchmachen (Pferde sind Träger dieses Virus)und danach lebenslang geschützt sind.... warum sollte ausgerechnet das Tollwut-Virus da anders sein?
Allerdings, ich bin kein Viruloge, vielleicht erklärt mir ja jemand, dass man mit Logik in dieser Sache nichts ausrichtet? ;-)
Tatsache ist, dass wir uns, wenn wir mit den Hunden öffentliche Veranstaltungen besuchen und /oder Grenzen überschreiten wollen ja nun mal leider an die gesetzlichen Vorgaben halten müssen.
Und es ist toll, dass diese zumindest verbessert wurden. Sogar im DPK -online steht inzwischen etwas von den verlängerten Impfintervallen
MfG Karin

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Cindy
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Beitrag von Cindy »

Hi Karin,
Karin hat geschrieben:, warum eine Infektion in der Jugend (z.B. Masern und Röteln) ein Leben lang immun macht,
Eine Freundin von mir, die als Arzthelferin bei einem Gynäkologen gearbeitet hat, meinte, dass inzwischen nachgewiesen worden sei, dass der lebenslange Immunschutz zumindest bei Röteln nicht gegeben sei. Sondern man festgestellt hätte, dass es durchaus sein kann, dass der Immunschutz abbaut oder ganz weg ist. Darüber kam ein Artikel in einer Fachzeitschrift. Sie erzählte damals, dass sie alle doch etwas erschrocken gewesen seien. Da sie eben bisher immer davon ausgegangen sind, dass sie eine mögliche Röteln-Infektion bei Frauen während einer Schwangerschaft nicht mehr beachten müssten, wenn diese angegeben hatten, bereits einmal an Röteln erkrankt zu sein oder aber schon mal geimpft worden sind.

Bei eigentlich allen Impfungen ist es so, dass sich Mensch und Hund schlicht und ergreifend mehr oder weniger regelmässig selbst boostern, deshalb vielleicht der Glaube, dass eine Impfung lebenslang hält. Denn im Prinzip ist jeder erneute Kontakt mit einem Virus eine "Wiederholungsimpfung". Das heisst, kommt man nach einer Impfung immer wieder mal (ruhig auch in mehrjährigen Abständen) mit einem Erreger in Kontakt, kann man sich die Impfungen eigentlich sparen. Bsp. wurde Yanta noch mit dem 6-fach-Zwingerhusten-Impfstoff geimpft, den es vor Jahren mal gab. Also ein gesonderter Impfstoff, der AG von 6 verschiedenen Viren enthielt, die infektiöse Tracheobronchitis verursachen können. Dadurch, dass sie ja durch Ausstellungen, Hundeplatz, Turniere und Prüfungen immer wieder in Kontakt mit fremden Hunden kommt, kommt sie unter Garantie auch immer mal wieder in Kontakt mit einem dieser Erreger. Bisher ist sie noch nicht an Zwingerhusten erkrankt. Im Gegensatz zu Nele und Wusch, die beide gegen keinen dieser Erreger geimpft sind. Und fast jedes Jahr bisher zumindest einmal Symptome einer infektiösen Tracheobronchitis zeigten. Das heisst ganz klar, Yanta kam logischerweise auch mit den jeweiligen Erregern in Kontakt und hat damit ihre "Erinnerungszellen" und ihren AK-Titer quasi auf den neuesten Stand gebracht. Würden die anderen beiden nicht erkankt sein, käme ich vermutlich auch nicht auf die Idee, dass Yanta's Immunsystem da gerade aktiv "Boosterung" betreibt. Denn dann wüsste ich ja nicht, dass sie gerade in Kontakt mit Erregern ist.

Verstehst Du, wie ich das meine?

Viele Grüße
Cindy

leo

Beitrag von leo »

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Zuletzt geändert von leo am Mi Dez 26, 2012 7:36 pm, insgesamt 1-mal geändert.

leo

Beitrag von leo »

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Zuletzt geändert von leo am Mi Dez 26, 2012 7:36 pm, insgesamt 1-mal geändert.

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Cindy
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Beiträge: 3258
Registriert: Di Jan 10, 2006 7:34 pm

Beitrag von Cindy »

Hi zusammen.

@Brigitte
nur dass durch die Inhalsstoffe der Impfpräparate noch ganz andere Dinge in den Körper gelangen
Das ist eine andere Baustelle. Die hat mit dem eigentlichen Vorgang des Boosterns erst mal nichts zu tun. Boostern ist Boostern. Egal ob über Wiederholungsimpfung oder über natürliche Infektion.

Viele Jahre ist ausserdem nicht gleichbedeutend mit lebenslang.

Und Laborbedingungen entsprechen nur bedingt der Realität.

@Karin
was meinst Du eigentlich mit
leichte Tetanusinfektion durchmachen (Pferde sind Träger dieses Virus)
????
Habe das vorhin völlig vergessen zu fragen.

Viele Grüße
Cindy

Karin

Beitrag von Karin »

Gallo Cindy,
danke für deine Erklärungen, ich bin nicht so gut informiert, höre nur immer was mein alter erfahrener TA sagt, wenn ich ihn z.B. frage, dass man immer wieder liest, Pferde und Pferdebesitzer seien besonders Tetanus gefährdet, weil Pferde dieses Virus an und in sich haben..... dann frage ich, warum in der Natur überhaupt ein Pferd eine offene Wunde überlebt und er antwortet, dass sich die meisten Fohlen doch schonmal eine kleine Verletzung zuziehen, wobei einee geringe Menge Viren in die Blutbahn gerät und die Abwehr dadurch eine Chance hat, Antikörper zu bilden ohne dass das Tier sofort erkrankt.
Ähnlich muß es ja auch sein, dass mein Immunsystem vor Toxoplasmose
Antikörpern nur so wimmelt ohne dass ich je eine erkennbare Infektion hatte, oder? Bin leider kein Mediziner.
Mag sein, dass das auch durch Boostern geschieht, denn wer viele Tiere hat, wird wohl auch immer mit diesem Virus konfrontiert.
Ich hatte auch nie Röteln (lt meiner Mutter) und dennoch genug Antikörper (wird ja bei jeder Schwangerschaft untersucht)
Ich kenne das Impfproblem hauptsächlich durch meine Kinder, bei jedem waren die "offiziellen" Empfehlungen anders, mal sollte gegen Keuchhusten geimpft werden, und mal nicht und der einzige , der je einen hatte, war der erste, den ich (noch im Glauben an die Richtigkeit) alle Impfungen hab machen lassen.
ImÜbrigen hat auch der der keine D-Fluoretten bekam, die besten Zähne.
An was soll ich eigentlich noch glauben?
MfG Karin

leo

Beitrag von leo »

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Zuletzt geändert von leo am Mi Dez 26, 2012 7:36 pm, insgesamt 2-mal geändert.

Yvonne

Beitrag von Yvonne »

Andrea hat geschrieben:Verstehe ich das jetzt richtig???
Nach einer richtigen Grundimmunisierung (bei Welpen zweimalige Impfung) ist der Hund zeitlebens gegen Tollwut geschützt???
Hallo Andrea,

ja, du verstehst es richtig, aber von Frau Sobek war es bestimmt nicht so gemeint, denn sie wollen ja alle 3 Jahre ihre Impfung anwenden.
Auch beim Welpen reicht, wie schon erwähnt eine einmalige Impfung aus, nur meist wird die erste Impfung zu früh gegeben, wie bei den anderen Impfungen auch und somit war eine Impfung für die Mülltonne und die andere soll "gewährleisten" das es auch mit Sicherheit geklappt hat.
Es gibt Individuen, da reicht eine einmalige oder zweimalige Impdung nicht aus, damit der Titer für die Reise in bestimmte Länder erreicht wird, ein Schutz ist i.d. Regel aber sehr wohl vorhanden, nur nicht mit dem Wert der gewünscht ist.
Für das reisen in die meisten EU-Länder und Ausstellungen ist die Titerhöhe aber egal und somit reicht es völlig aus einmal zu impfen, am besten nach dem Zahnwechsel.

Für alle anderen Impfungen gilt das auch und ich als evtl. zukünftige (in vielen, vielen Jahren vermutlich erst) Züchterin würde mir wünschen ein Klub würde einem die Freiheit lassen, die Welpen ungeimpft abzugeben, wenn man mit einer Titerbestimmung belegen kann, das er noch Schutz von der Mutter hat und sobald dieser abgebaut ist (kann man ausrechnen) der Welpe geimpft wird und der entsprechende Nachweis dann eingereicht wird, damit es Papiere für diesen Welpen gibt.

Jones ist einmal mit 10 Wochen geimpft worden (mit 11 Wochen habe ich ihn abgeholt), einige Monate später habe ich seine Titer bei Staupe und Parvo bestimmen lassen und er hatte sehr hohe Titer, d.h. glücklicherweise hat die Impfung mit 10 Wochen angeschlagen und somit wird Jones für den Rest seines Lebens keine Impfung außer die Tollwutimpfung mehr bekommen und ich minimiere das Risiko einer Impfnebenwirkung um ein vielfaches ohne auf einen Schutz zu verzichten, was einem viele Unwissende ja nur zu gerne unterstellen und einen als Impfgegner hinstellen, was ich nicht bin, aber mehr als notwendig sehe ich überhaupt nicht ein.

@Karin:
An was soll ich eigentlich noch glauben?
Lieber einmal mehr nachprüfen als zu leicht glauben.
Klar, kann man nicht an jeder Ecke seines Lebens alles nachprüfen, aber zumindest, wenn es um seine Kinder oder tierischen Freunde geht, sollte man sich soweit vergewissern, das man immerhin erkennen kann ob man bei Arzt XY gut aufgehoben ist oder nicht.
Ein paar Grundkenntnisse sollte man sich schon aneignen, diese braucht man um zwischen sehr gut, gut und nicht so gut unterscheiden zu können.

Das du dich nicht wenig auskennst, weiß ich, aber es lesen ja auch noch andere mit :wink:

Silvana

Beitrag von Silvana »

Vor meinem ersten Pudel besass ich eine Hovawarthündin aus einer Zucht in der Gegend von Nürnberg.
Die Züchterin ist Tierärztin.
Bei den Zuchttreffen konnten wir unsere Hunde gleich bei ihr impfen lassen, zu einen günstigeren Preis.
Natürlich habe ich mich auf die Fachfrau verlassen. Es wurde alles mögliche miteinander gespritzt.
In der Schweiz aber dürfen Tierärzte Tollwut und die ganzen anderen Impfungen nur zeitlich getrennt spritzen.
Wer die Schweiz mit seinem Hund verlassen will muss JEDES Jahr die Tollwutimpfung wiederholen!
Wenn aber in Deutschland nur alle drei Jahre geimpft werden muss, für welches Land halte ich dann die Bestimmungen ein?

leo

Beitrag von leo »

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Zuletzt geändert von leo am Mi Dez 26, 2012 7:36 pm, insgesamt 1-mal geändert.

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