Abschied nehmen.

Alles rund um die grauen Schnauzen
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Iska
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Re: Abschied nehmen.

Beitrag von Iska » Mo Mai 30, 2016 5:25 pm

ja, es ist immer schlimm... *Tränchen mitverdrück*.... :( :streichel:
Alle unsere Hunde sind bei uns zu hause gestorben... die Tierärzte kamen her, selbst am 1. Weihnachtstag.... dafür sind wir sehr dankbar..... es war auch jeweils an DEM Tag eindeutig und klar, daß sie nicht mehr konnten und wollten.... :cry: ich glaube man merkt wirklich sehr genau, wann der Tag des Abschieds da ist..... :streichel:
Als unser Paule starb, haben wir Olli leider nicht mehr an den toten *Bruder* gelassen und er hat ihn dann soooo sehr gesucht.... wir wussten das damals aber leider noch nicht besser....:( es war der erste Hund, der noch dazu so schnell und viel zu früh, gehen musste......:(
nie wieder würden wir das so machen....
Iska durfte sich dann von Olli verabschieden... sie war jedoch eher eine *Rabenschwester* und schien ihn nicht so sehr zu vermissen.... auf jeden Fall war das nochmal den toten *Bruder* anschnuppern lassen, meiner Ansicht nach richtig....
....sie genoss ihr Prinzessinnendasein auch anschließend sehr. Eine Frage nach einem weiteren Hund stellte sich gar nicht mehr.... ich hatte mit ihr viel zu tun, sie war damals 3 und eine echte *Herausforderung*..... :frech:
tja, irgendwann war sie dann in einem Alter, wo wir die Ruhe genossen....
Aber als dann Iska so plötzlich gehen musste, war das *Loch* in das wir fielen, riesengroß.... es war bei allen Hunden furchtbar, aber als dann gar kein Fellchen mehr da war, da einen etwas trösten konnte und auch zumindest etwas in den gewohnten Tagesablauf *zwang*.... ohje.... das war das schlimmste.... :(
aus reinem "Egoismus" meine ich daher bisher, daß es für Fani mal ein *Geschwister* geben sollte.... weil, so ganz ohne Hund möchte ich eigentlich nicht noch einmal *da stehen* müssen....
viele Grüße
Sybille mit Frollein Fani Flausch
in lieber Erinnerung an Paulchen, Olli & Iska
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Re: Abschied nehmen.

Beitrag von Saemann » Mo Mai 30, 2016 9:07 pm

Rohana hat geschrieben: (...)
Wir hatten ja auch anfangs noch keinen eigenen Garten. So war es für uns sehr schön, dass eine liebe Freundin uns Platz in ihrem Garten anbot. Sie hat einen bewaldeten Hang, auf dem ihre Familie schon Generationen von Hunden und Katzen beerdigt hat. Und dort, im Kreise ihrer früheren Spielfreunde, liegen unser Sam und unsere Ronja.

Wenn es um menschliche Beerdigungen geht hab ich mit Friedhöfen und dem ganzen 'Zauber', der darum gemacht wird, so garnichts am Hut. Und ich hab mich immer mal gefragt, wie das damit zusammengeht, dass ich mir bei meinen Hunden dann doch so viele Gedanken mache. Und gerade im Zuge der ganzen Beiträge hier (vor allem auch der von Gero) ist mir ein Licht aufgegangen: Die üblichen Friedhöfe und die dazu gehörigen Rituale und starren Regeln haben mit meinen lieben Verstorbenen, mit ihrem und meinem Leben, so garnichts zu tun. Das passt einfach nicht.

(...) Ein Friedwald oder eben der Waldgarten meiner Freundin oder auch jetzt unser eigener Garten - das ist ganz anders, passt besser, ist persönlicher.
So ist es! :)

Anbei:

Auch das die Frage um den Umgang mit den hinterbleibenden Kindern und Fellkindern im Haushalt bedacht wird halte ich für sehr wichtig!
Also auch vielen Dank für die (sicher für so einige Mitlesende relevanten) Beiträge, die von diesem Thema handeln. :streichel:
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Re: Abschied nehmen.

Beitrag von trüffel » Di Mai 31, 2016 11:10 am

Wichtige Gedanken waren für mich: Wo wird er beerdigt? Wen möchte ich als Beistand?
Eigentlich wollte ich auch immer, dass meine hunde zuhause eingeschläfert werden, aber naja, manchmal kommt es eben anders.
Bei Satch ging es ganz schnell. Er war abends unruhig, konnte nicht liegen, nicht sitzen, war abwesend.
Besonders die Abwesenheit war in der vergangenen Zeit immer stärker geworden, die TA meinte, es sei gut möglich, dass es Demenz sei.
Ich hab noch mit meiner Freundin geschrieben und ihr gesagt, dass ich total Angst habe, jetzt zum Tierarzt zu fahren, da ich im Gefühl habe,
dass ich ihn dann nicht mehr mitnehmen werde.
Und so war es auch.
Es zeigt sich, dass er auch voller Krebs war. Die TA meinte nur, dass er noch drei Wochen hat. Da die SChmerzmedis, die er sowie bekam, schon nicht mehr wirkten und die Werte einfach zu schlecht waren. Die max drei Wochen wären nur für mich gewesen, nicht für ihn.
Die 3/4 Stunde, die ich dann beim TA auf meine Eltern gewartet habe, waren die schlimmsten meines Lebens. Ich habe Satch nochmal alles erzählt, ihn und mich beruhigt, ihm versprochen, dass wir ihn nie vergessen werden und es ihm dann besser gehen wird. Die Pudel waren ntatürlich immer an seiner Seite.
Als wir uns auf den Boden legten, damit er gehen kann, hat sich Cat ganz eng an seinen Kopf gelegt, Marley daneben und dann ist er in unserem Armen eingeschlafen.
Dann sind wir zu mir nach Hause gefahren und haben ihn im Garten verbuddelt.
Meine Mädels waren kurz danach da und haben mir wunderschöne Blumen für sein Grab mitgebracht. Diese werden gehegt und gepflegt.
Es ist jetzt 4 Monate her, man gewöhnt sich an die Leere, bei jedem Gang in den Garten muss ich anfangs noch weinen, ich hoffe, das legt sich irgendwann.
Ich habe im September noch ein prof. Fotoshooting machen lassen mit uns Vieren, da ich wusste, es geht zuende.
Diese Bilder hängen jetzt in meinem Flur, damit, wie sagt es eine Freundin: Satch einen immer begrüßt, wenn man uns besuchen kommt.

Die Pudel suchen stellenweise ihn immer noch, wenn sie ins Haus kommen. Dann freuen sie sich wie wild und sind sehr enttäuscht, wenn sie ihn nicht finden. Das finde ich echt schrecklich zu sehen. :(
Ansonsten brauchte ich Alltag und Stress. Satch wurde nachts um 1 Uhr eingeschläfert, morgens um 6 war ich mit einer Freundin auf dem Weg zum RO-Turnier. Können vielleicht nicht alle nachvollziehen, aber ich brauchte die Ablenkung. Zuhause wäre ich irre geworden.


Liebe Grüße
Julia

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Re: Abschied nehmen.

Beitrag von Rohana » Di Mai 31, 2016 1:08 pm

Julia, Deine Tour zum Ro-Turnier muss niemand nachvollziehen können. Es genügt völlig, dass es Dir den ersten Tag der Trauer erleichtert hat. Ich glaube, die einzige Regel ist, dass jeder es auf seine Art durchleben muss und dass man das akzeptieren muss.
Ich kenne Leute, die nach ihrem Traumhund nie wieder ein Tier wollten (die meisten sind doch irgendwann 'schwach' geworden, aber es hat z.T. lang gedauert) und ich kenne andere, die noch am selben Tag im Tierheim waren, um einen neuen Hausgenossen auszusuchen. Egal - jeder so wie es für ihn und für den Moment passt!!!
Liebe Grüße von
Christiane, Padge und Kaba

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Re: Abschied nehmen.

Beitrag von Harli » Di Mai 31, 2016 7:46 pm

Oh, das ist ein ernstes Thema.
Vor 3 Wochen haben wir unseren alten Hofhund vom Zoo eingeschläfert und beerdigt. Und der Zustand von meinem Julian schwankt seit einiger Zeit auch so stark und es geht so gar nicht mehr recht bergauf mit ihm, dass wir uns seit ner Weile schon mit dem Gedanken rumplagen, ihn gehen zu lassen, wenn er den nächsten miesen Schub hat.
Ich kann daher zum Thema gar nicht so viel beisteuern, ist grad etwas zu nah, aber ich weiß, wir hatten hier schon öfter ähnliche Themen, zu denen ich auch was geschrieben hatte. Ich möchte diese älteren Threads hier mal verlinken, vielleicht gibt's dadurch noch ein paar ergänzende Anregungen und Gedanken, auch wenn später hier noch mal jemand reinguckt.
http://www.pudelforum.de/viewtopic.php? ... rematorium
und
http://www.pudelforum.de/viewtopic.php? ... rn#p244763

Silke, ich hoffe von Herzen, dass Du noch eine lange gute Zeit hast mit Deiner Trixi. :streichel:
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Re: Abschied nehmen.

Beitrag von Saemann » Mi Jun 01, 2016 12:27 pm

Vielen Dank für die Links, da gibt es ja doch noch eine ganze Menge ergänzenden Lesestoff!
Erstaunlich, wie viel man doch darüber schreiben kann und noch zusätzlich schreiben könnte...
Harli hat geschrieben: Vor 3 Wochen haben wir unseren alten Hofhund vom Zoo eingeschläfert und beerdigt. Und der Zustand von meinem Julian schwankt seit einiger Zeit auch so stark und es geht so gar nicht mehr recht bergauf mit ihm, dass wir uns seit ner Weile schon mit dem Gedanken rumplagen, ihn gehen zu lassen, wenn er den nächsten miesen Schub hat.
Liebe Claudia,
auch ich wünsche Deinem Julian das Allerbeste - nur Mut und lass den Kopf nicht hängen! :streichel:

Momentan ist Trixi ebenfalls ganz schön schlapp, aber ich hoffe immer noch auf die Zeit nach dem Hochsommer...

Letztes Jahr lief es während dieser Etappe auch schon nicht so spitze für sie, obwohl sie insgesamt noch nicht so viel geschlafen hat.
Und auch das Kreislauf-Zittern ist in diesem Jahr neu hinzugekommen...
Aber dafür tobt sie zwischendurch doch immer noch gerne herum.
Ich erlaube mir also zu behaupten, dass sie ihr Leben immer noch genießt und werde mir alle Mühe geben, ihr Dasein in meiner kleinen Seniorenresidenz noch so schön zu gestalten wie es mir möglich ist. <3
Denn dazu bin ich ja da. ^^

Liebe Grüße,
Silke.
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Re: Abschied nehmen.

Beitrag von Harli » Mi Jun 01, 2016 12:50 pm

Hach ja, Silke, das hast Du schön geschrieben.

Dieses Zittern hat Julian neuerdings auch. Sonst waren es die Hinterbeine, die durch die kaputte Wirbelsäule und die damit verbundenen eingeklemmten Nerven ein Eigenleben unter anderem in Form von Zittern entwickelten. Neuerdings wackelt er auch mit dem Kopf. Und wenn er starke Schmerzen hat, ist es schlimmer.

Weißt Du, es ist nicht schlimm, wenn wir ihn wirklich einschläfern müssen, nicht mehr. Langsam sind wir an dem Punkt, wo es nicht nur für ihn eine Erlösung wäre. Ich muss mir nur sicher sein, dass es auch wirklich die richtige Entscheidung ist. Es ist so... entgültig. Ich kann ja schlecht sagen, ach, das war ne doofe Idee, vielleicht wär er doch noch mal geworden, komm, wir machens rückgängig. Tot ist tot. Ist jetzt nicht gut ausgedrückt, aber ich hoffe, Du verstehst, was ich meine. :(
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Re: Abschied nehmen.

Beitrag von Saemann » Mi Jun 01, 2016 1:23 pm

Oh je, das klingt ja wirklich niederschmetternd... :(

Leider fällt es in dem Fall wirklich schwer, die richtigen Worte zu finden ... zumindest mir.
Ich kann nur sagen, dass ich es mir als furchtbares Dilemma vorstelle, in dem man steckt sobald es Zeit wird sich mit dem Gedanken an eine Einschläferung auseinanderzusetzen ...

Deiner Beschreibung nach ist der Wunsch nach Erlösung sowohl für Julian als auch für Euch aber durchaus nachvollziehbar!
Mir bleibt leider nichts zu sagen übrig, als dass ich Euch die nötige Kraft und Weitsicht wünsche um die rechte Entscheidung zu fällen ...
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Re: Abschied nehmen.

Beitrag von Rohana » Mi Jun 01, 2016 1:47 pm

Claudia, ich versteh sehr gut was Du meinst. So ging es mir mit meiner Joker auch irgendwann. Wenn dieses langsame schelchter werden, dies immer ein bisschen weniger werden, ... so schleichend ist, dann wird es mit der Zeit einfach immer quälender. Denn man ist ja immer angespannt, man guckt ständig nach dem Oldie, macht sich Gedanken - wie geht es ihm, was tut heute vielleicht weh, wann wird es soweit sein,.... Wenn das sooo lang dauert, dann denkt man irgendwann, dass es einfach mal vorbei sein soll. Und das hat garnichts damit zu tun, dass man nicht jeden einzelnen Tag mit der Fellnase genießt und ihn eigentlich niemalsnicht hergeben möchte.
Eins kann ich aus meiner bisherigen Erfahrung sagen: egal wie lange ich mich gefragt habe, ob und wann der 'richtige Zeitpunkt' ist - wenn er da war war ich mir sicher. Du wirst sehen, so wird es Dir auch gehen.
Und bis dahin wünsch ich Dir und Julian noch möglichst viel gute Tage ....
Liebe Grüße von
Christiane, Padge und Kaba

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Re: Abschied nehmen.

Beitrag von Sch-Nelly » Mi Jun 01, 2016 11:25 pm

Das Thema ist wichtig und inzwischen kann ich auch drüber schreiben. Fussel verließ uns Ende August des vergangenen Jahres.

Unser Abschied war sehr lang. Anfangs ging Fussel nur langsam, später veränderte sie sich schneller. Sie war einfach nicht mehr DER Hund, wie wir ihn über viele Jahre erlebt haben. Fussel hat ihren 17. Geburtstag nicht mehr erlebt. 14 Tage vorher haben wir sie gehen lassen. Ihre Probleme zeigten sich schon über 2 Jahre vorher. Es war ein Abschied in Raten.
Die Woche über waren Fussel und ich, sowie unser Jüngster in den letzten Jahren allein daheim. Die beiden Großen waren ausgezogen, mein Mann ist Wochenpendler. Wenn Fussel und ich abends alleine waren, dann habe ich sie gebeten noch etwas durchzuhalten, damit unser Jüngster sein Abi hinter sich bringen kann. Er ist mit dem Hund aufgewachsen, sah Fussel als seine Schwester. Fussel war mein Schatten, mein Seelenhund. In ihrer letzten Lebenswoche kotete sie ständig ein und lief dann auch gegen Schränke, fraß aber noch.... Sie schaute uns anders an als sonst ... oder auch nicht. Eigentlich wollten wir erstmal keinen Hund mehr.
Dann bestellten wir die TÄ zu uns nach Hause.
Wir mussten sie an dem Tag, wo unser Jüngster auszog, gehen lassen. Ich konnte es schwer ertragen, sie dann in ihrem Körbchen zu sehen, ihre weichen Locken zu graulen ohne eine Reaktion zu erhalten ... Am Abend nach Hause zu kommen (es war kühl) und sie unter der kalten Erde zu wissen, wo sie NIEMALS gern alleine im Garten blieb, war grausam. Die Umzugsfahrt war eine Katastrophe, aber gleichzeitig wurde mir bewusst, dass ich wieder einen Hund brauche würde.
In den darauffolgenden Wochen war das einzige, was sich bewegte, das Uhrpendel und die einzigen Laute im Haus waren das Ticken und Schlagen der Standuhr. Bilder von unserer Fussel waren ohne Tränen nicht möglich anzusehen.

Das ist, seit Nelly da ist, besser geworden. Dafür bin ich ihr sehr dankbar! Das Aufschreiben hier war dennoch nicht einfach ... Immer wieder stellen wir uns die Frage, ob der Zeitpunkt des Gehenlassens richtig war. Der Verstand sagt: Ja ... Wir hatten so gehofft, dass Fussel von allein geht, sie einfach friedlich einschläft. Aber nach allem, was ich höre und lese, ist das wohl nur SEHR selten der Fall.

Viele Grüße von Heike mit Nelly (die sich während des Schreibens vor meinen Füßen zusammengeringelt hat).

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Re: Abschied nehmen.

Beitrag von dino » Do Jun 02, 2016 6:57 am

Harli hat geschrieben:Hach ja, Silke, das hast Du schön geschrieben.

Dieses Zittern hat Julian neuerdings auch. Sonst waren es die Hinterbeine, die durch die kaputte Wirbelsäule und die damit verbundenen eingeklemmten Nerven ein Eigenleben unter anderem in Form von Zittern entwickelten. Neuerdings wackelt er auch mit dem Kopf. Und wenn er starke Schmerzen hat, ist es schlimmer.

Weißt Du, es ist nicht schlimm, wenn wir ihn wirklich einschläfern müssen, nicht mehr. Langsam sind wir an dem Punkt, wo es nicht nur für ihn eine Erlösung wäre. Ich muss mir nur sicher sein, dass es auch wirklich die richtige Entscheidung ist. Es ist so... entgültig. Ich kann ja schlecht sagen, ach, das war ne doofe Idee, vielleicht wär er doch noch mal geworden, komm, wir machens rückgängig. Tot ist tot. Ist jetzt nicht gut ausgedrückt, aber ich hoffe, Du verstehst, was ich meine. :(

Ach Claudia, ich weiß wie du dich fühlst. Mit meinem alten Gabe ging es mir genauso. Nun lebt man ja mit einem Pferd nicht so eng zusammen wie mit einem Hund, aber er gehörte auch mit zur Familie, er stand immer ganz in der Nähe, so dass man mal eben zu Fuss hingehen könnte und das lange 27 Jahre. Die letzten Jahre ging es ihm oft so, dass ich befürchtet habe, diesmal schafft er es nicht mehr und immer hat er ssic wieder gut erholt. Du hast recht, einschläfern ist endgültig und vor der Entscheidung habe ich mich so lange gefürchtet. Als ich an seinem letzten Tag morgens in den Stall kam, es hört sich bestimmt seltsam an und ich weiß auch nicht wie ich es beschreiben soll, wie er mich angesehen hat, es war als würde er sagen ich will nicht mehr. Der TA kam dann und wir standen lange bei Gabe in der Box und er sagte dann, jetzt ist es soweit, er kann und er will auch nicht mehr. Es war dann ganz einfach, es gab keinen anderen Weg mehr.
Jetzt sitze ich hier und mir laufen die Tränen....
Das Kopfwackeln hatte Charly in der letzten Zeit auch. Zuletzt haben seine Nieren nicht mehr richtig gearbeitet. Er wurde immer weniger, er hat kaum noch etwas gegessen. An seinem letzten Tag könnte er morgens nicht mehr aufstehen. Ich habe ihn dann in den Garten getragen, dort ist er "ausgelaufen" und drinnen ist er dann dort wo ich ihn abgesetzt einfach liegengeblieben. Der TA kam denn zu uns nach Hause, untersuchte ihn nochmal und war auch der Meinung man sollte ihm die letzten Tage ersparen. Er hat ihm dann auf seinem Lieblingsplatz eingeschläfert, ich war bei ihm und habe ihn gestreichelt, Rainer ist mit Cara und Dino geflüchtet bevor der TA da war. Schlimm war das Warten auf den TA, Charly hat irgendwie gemerkt, dass ich unruhig war und hat mich angesehen, obwohl er fast blind und taub war - er hatte den gleichen Blick wie später Gabe, als wollte er sagen ich will jetzt auch nicht mehr. Ich glaube, die Tiere wissen wann ihr Ende gekommen ist und nehmen es hin. Ich hoffe ihr wisst wie ich es meine. Charly war 15 1/2.
Claudia, wenn es bei Julian so weit ist, wirst du es genauso wissen und die Entscheidung ist dann leichter als du es dir jetzt es vorstellst. :streichel:
[/siz
LG Gitte mit Dino und Anton

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Re: Abschied nehmen.

Beitrag von Hauptstadtpudel » Do Jun 02, 2016 7:44 am

Auch wenn ich eure Berichte nur in Etappen lesen konnte, ich danke euch.
Nichts macht den Schmerz kleiner oder erträglicher, deswegen tue ich mich immer schwer mein Beileid auszudrücken, aber eure Schilderungen helfen mir doch bei der Vorstellung, die Situation bewältigen zu können, wenn es mal soweit ist.

Liebe Grüße, Katja mit Bolle
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Re: Abschied nehmen.

Beitrag von caramia » Do Jun 02, 2016 9:37 am

Trauriges Thema , aber der Tod gehört nunmal zum Leben !
Und wie heisst es schön : Abschied nehmen ist wie ein bisschen Sterben !

Vor 3 Jahren musste ich mich gleich innerhalb weniger Wochen von 2 meiner geliebten Fellnasen verabschieden.
Ich fand die Entscheidung , wann es soweit ist am schlimmsten . Fest stand bei uns schon lange vorher , wenn der Zeitpunkt da ist , dann in der gewohnten Umgebung mit all den Familienangehörigen , Meinen Kindern war die Anwesenheit sehr wichtig und sich nochmal zu verabschieden . Es war jedesmal ein friedliches Gehen und die leblosen Hundekörper lagen noch Stunden in ihrer Decke , damit auch die anderen Hunde und Katzen sich verabschieden konnten . Tiere spüren es schon lange vorher.
Was ich auch gelernt habe ,sich von niemanden beeinflussen zu lassen. Als mein alter Schäfermix 15 Jahre alt war, baute er zusehens ab . Eine graue Schnauze hatte er schon lange , nun liessen seine Sinnesorgane nach , er bekam struppies Fell , die Muskulatur baute massiv ab und auch wurde er sonderbar , halt den tpyischen Altersstarrsinn. Für uns kein Grund ihn gehen zu lassen. Er erkannte seine geliebten Menschen , freute sich über kleine Gassirunden , frass und trank und wir gestanden ihn Privilegien zu.
Nur unser Umfeld , Freunde , Bekannte ; Nachbarn und selbst fremde Personen auf unseren kleinen Waldrunden sprachen mich auf meinen Hundeopa an und rieten mir doch dringend ihn zu erlösen und warfen mir teilweise Egoismus vor . Selbst meine damalige Tierärztin riet mir zum Abschied und verweigerte eine gründlich Untersuchung . Tja , seitdem hab ich sie nicht mehr aufgesucht, mir fehlte einfach das Vertrauen . Mein Hund , meine alleinige Entscheidung , die mir keiner abnehmen sollte . Für mich hatte er durchaus Lebensfreude.
Mein wunderbarer Hund wurde 18 Jahre alt . Ganze 3 Jahre lebter er länger und hat bis zum Schluss nicht gelitten . Er wurde immer weniger und fiel schließlich bei einem Wind einfach um . So ein stolzer Hund lag wie ein Käfer auf dem Rücken am Boden. Ich zog mich mit ihm in die Stille zurück , nahm mit seiner Seele Kontakt auf und er sprach mit mir . Ja , der Zeitpunkt war gekommen. Friedlich in meinen Armen und im Kreise seiner Liebsten ist er von uns gegangen .Es war der richtige Zeitpunkt , keinen Tag früher und keinen Tag später . Ich wusste es einfach und es meinem geliebten Freund auch schuldig . Beim Schreiben kommt wieder die Erinnerung und die Tränen rollen.
Aber nichts stirbt wirklich , was einen Platz in seinem Herzen bekommen hat.

Ich weiss nur eins , wer sein Tier gut kennt , eine Verbindung mit ihm hat und auf sein Herz hört ,ohne sich von Außenstehenden beeinflussen lässt , er wird den richtigen Zeitpunkt erkennen.
Mein Herz bellt :D
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Re: Abschied nehmen.

Beitrag von Saemann » Do Jun 02, 2016 10:59 am

Hauptstadtpudel hat geschrieben:Auch wenn ich eure Berichte nur in Etappen lesen konnte, ich danke euch.
Nichts macht den Schmerz kleiner oder erträglicher, deswegen tue ich mich immer schwer mein Beileid auszudrücken, aber eure Schilderungen helfen mir doch bei der Vorstellung, die Situation bewältigen zu können, wenn es mal soweit ist.
Das empfinde ich ganz genau so!
Die Berichte hier helfen immens, das Thema Tod eines geliebten Tiers "(be)greifbarer" werden zu lassen
und besänftigen dementsprechend etwas meine Angst davor...

Auch die Schilderungen davon, dass viele Menschen genau spüren, wann der richtige Zeitpunkt zum Abschied nehmen gekommen sei, sind für mich ein Hoffnungsschimmer, mich nicht irgendwann entgegen meines eigenen Gewissens von Trixi trennen zu müssen.

Nun habe ich erfahren, dass es auch möglich ist eine Art Sterbeversicherung für sein Haustier abzuschließen.
Ich bin mit der Organisation noch nicht in Kontakt getreten, würde so etwas für Trixi aber auf jeden Fall in Betracht ziehen, da für mich persönlich nur eine Einzelkremierung in Frage käme.
Und ich wohl oder übel eben dennoch damit rechnen muss, dass in der Zeit davor eventuell nicht unerhebliche Kosten für den Tierarzt, Medikamente usw. auf mich zukommen könnten.

Wer sich das für sich auch vorstellen könnte, kann hier nähere Informationen dazu erhalten:
http://www.haustiervorsorge.de/haustier ... -infos.php


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Re: Abschied nehmen.

Beitrag von Harli » Do Jun 02, 2016 12:39 pm

Silke, Christiane, Gitte - habt lieben Dank. Ja, es ist schwer, das so in Worte zu fassen. Gut, dass Ihr versteht.
Saemann hat geschrieben:Nun habe ich erfahren, dass es auch möglich ist eine Art Sterbeversicherung für sein Haustier abzuschließen...
Wer sich das für sich auch vorstellen könnte, kann hier nähere Informationen dazu erhalten:
http://www.haustiervorsorge.de/haustier ... -infos.php
Ich wusste gar nicht, dass es solche Versicherungen gibt. Aber es ist vielleicht wirklich eine Hilfe, die Kosten im Rahmen zu halten, wenn man den Hund nicht im eigenen Garten begraben kann oder möchte. - Wie bei der Sterbeversicherung beim Menschen eben auch.
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