Umzug mit Hund - was muss ich beachten?

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Landei
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Re: Umzug mit Hund - was muss ich beachten?

Beitrag von Landei »

Hallo Pat,
wie geht es Euch denn?! Hat sich die Lage etwas entspannt und seid Ihr schon einen kleinen Schritt weiter gekommen?

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Pat
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Re: Umzug mit Hund - was muss ich beachten?

Beitrag von Pat »

Bei uns läuft es etwas besser.
:-)

Wir haben das Pensum auf 2x täglich eine Stunde "Vollgas" reduziert und das ist vom Auslastungslevel her glaube ich optimal. Er nervt wieder weniger und wir haben viel Spaß - und zuhause kommt er gut zur Ruhe. Trotzdem ist es noch immer schwierig mit dem Auf der Decke Bleiben... Aber wir haben es schon geschafft, dass wenn meine Mutter (mein einziger sozialer Kontakt zur Zeit) zu Besuch war und gegangen ist, er auf der Decke geblieben ist. Zwar komplett angespannt, aber immerhin geblieben.

Mein letzter Termin mit der Hundetrainerin war via Video und das war eigentlich perfekt, weil es ja quasi ein Hausbesuch war und sie Bobby genau beobachten konnte - und er sich ja trotzdem allein gefühlt hat, es war ja physisch niemand da.
ich habe jetzt doch die Box aufgebaut und nutze die fürs Alleinelassen. Im Moment verlasse ich die Wohnung so 20-40x am Tag während er in der (geschlossenen) Box sitzt. Oder aber auch mal frei rumläuft, ich wechsel das ein bisschen ab. Perspektivisch will ich die Box nicht nutzen, aber momentan hilft es.
Wenn Bobby bellt (und er bellt ja wirklich so laut, dass das für die Nachbarschaft nicht tragbar ist), dann komme ich sofort zurück und maßregel das. Er muss er einfach verstehen, dass er leise sein muss, wenn ich weg bin. Parallel dazu muss er das entspannen auf seinem Platz lernen, aber das sind ja irgendwie "2 Säulen". Ich habe (mit Anleitung der Trainerin), weil Bobby nur sehr sehr schwer maßregelbar ist und ihn Dinge wie ein Schnauzgriff oder so nicht irritieren können, recht harte Bandagen aufgefahren und mir eine Rüttelflasche gebastelt mit der ich auf den Deckel der Box gehauen habe, als er gebellt hat. Dazu ein sehr sehr sehr deutliches "SCHLUSS!". Und ja, was soll ich sagen. Das habe ich einmal gemacht. Seitdem kam kein einziger Beller mehr.
Jetzt weite ich die Zeiträume in denen ich weg bin wieder nach und nach aus. Aber wenn er bellt, komme ich mit der Flasche zurück. Bisher war das aber nicht nötig.

Ich bin gespannt, was ihr davon haltet, aber für mich fühlt sich das richtig an und da Bobby alles andere als ein unsicherer Hund ist, bin ich mir auch sicher, ihn nicht "noch mehr zu verstören". Jetzt lieber mal ein paar harte Monate, als dass er (und ich) noch jahrelang Stress haben, wenn ich wieder normal arbeiten gehe.

Die letzten Tage geht es Bobby leider nicht so gut, hier ist irgendwie so ziemlich jede Hündin gerade läufig und darunter leidet er sehr. Ich denke zum ersten Mal über Kastration nach (erstmal mit dem Chip), aber in dieser sensiblen Phase mit den ganzen Baustellen gerade will ich eigentlich nicht noch mehr einwirken indem ich jetzt noch an den Hormonen rumpfusche...
Pat mit Großstadt-Kleinpudel Bobby ♡
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Rohana
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Re: Umzug mit Hund - was muss ich beachten?

Beitrag von Rohana »

Das einzige, was ich so eher nicht empfehlen würde, ist tatsächlich das Zurückkommen wenn er bellt. Denn die Gefahr ist groß, dass er - gerade weil er so wenig zu beeindrucken ist - schnell lernt: wenn ich belle kommt 'die Alte' zurück. Aber ich verstehe, dass Dir da aus Rücksicht auf die Nachbarschaft ein wenig die Hände gebunden sind. Training im Alltag funktioniert halt nicht immer wie im Lehrbuch, sondern muss sich den Realitäten anpassen :roll: .
Vielleicht kannst Du Dir mal überlegen, ob es einen anderen Ort gibt, an dem er auf das Alleinbleiben auch mit Bellen reagiert. Ein Ort, an dem im optimalen Fall das Bellen niemanden stört. Dann würd ich diesen Ort nutzen, um die Variante: 'ich komm erst wenn du nicht mehr bellst' aufzubauen. Und wenn Du da zurückkommst denkst Du Dir als Belohnung irgendwas ganz tolles für ihn aus, das aber trotzdem ruhig ist. Also ein Spaziergang an seinen Lieblingsort, eine Megakuschelrunde, einen fetten Kauknochen, ...


Das war jetzt meine spontane Idee. So lernt er auf einer anderen Schiene auch nochmal das ruhige Warten, aber eben ohne die Gefahr, dass er dich mittels Bellen manipulieren kann.
Liebe Grüße von
Christiane, Kaba und Mika

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Pat
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Re: Umzug mit Hund - was muss ich beachten?

Beitrag von Pat »

Ja grundsätzlich hast Du Recht, aber das war leider das Problem. Ich hab das von Anfang an so strikt gemacht, dass ich beim Bellen nicht zurück gekommen bin, dass er daraus fas folgende aufgebaut hat:
Ich gehe
Er bellt
Er wartet ca 30 Sekunden
Er rennt eine Runde bellend durch Flur/Wohnzimmer
Er wartet 30 Sekunden vor der Tür
Er rennt eine Runde bellend durch Flur/Wohnzimmer
Er wartet 30 Sekunden vor der Tür
....
ich habe ihn mehrfach über 2-3 Stunden gefilmt und das Muster blieb immer gleich. Weil er eben wusste, er bellt, aber ich komme nur rein wenn er leise ist.
Um das zu durchbrechen und das Bellen zu maßregeln haben wir das mit dem Zurückkommen - auch bei Gebell dann eingeführt.
Pat mit Großstadt-Kleinpudel Bobby ♡
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Rohana
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Re: Umzug mit Hund - was muss ich beachten?

Beitrag von Rohana »

Heieiei, die Kerle sind echt der Hit, oder?! Eigentlich genial wie sie solche Muster erkennen.
Was machst Du denn wenn Du dabei bist und er mal bellt? Ich hab Padge, einen früher notorischen Zaunkläffer, immer zu mir gerufen, sitz machen lassen und dann das sitz belohnt. Ergebnis (nach zugegeben langer Zeit): er machte einmal wuff, kam dann ohne Kommando zu mir und holte sich sein Lob ab. Und später kam er dann sogar und setzte sich (ohne selbst gebellt zu haben), wenn Kaba bellte. :lol:
Vielleicht könntest du versuchen, so eine Verhaltenskette als Alternative aufzubauen. Da wär halt die Frage, welchen Job er statt des Bellens lernen soll, was sich da anbietet. :n010:
Liebe Grüße von
Christiane, Kaba und Mika

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Isi
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Re: Umzug mit Hund - was muss ich beachten?

Beitrag von Isi »

Der große Unterschied ist ja, dass es nicht so funktioniert: Bobby bellt = Frauchen kommt wieder, supi
Sondern: Bobby bellt = Frauchen kommt wieder, um ihm was aufs Dach zu geben
Für mich klingt es wie du das schilderst richtig.
Und ich sehe es auch so: Lieber jetzt anstrengende Wochen, aber dann Jahre Ruhe - für Bobby, dich und die Nachbarn :) :klatsch:


Mit der Kastration: Warte noch ab! Gib ihm die Chance, sich an seine Hormone und die läufigen Hündinnen zu gewöhnen.
Im Grunde gilt das Gleiche wie oben: jetzt anstrengend = Rest des Lebens einfacher :wink:


Alles Gute weiterhin für euch!
Ich finde super, dass ihr so dranbleibt und auch die seltenen Kontaktmomente gerade zum Trainieren nutzt! :klatsch:

Rohana
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Re: Umzug mit Hund - was muss ich beachten?

Beitrag von Rohana »

Isi hat geschrieben:
Do Apr 09, 2020 7:46 am
Der große Unterschied ist ja, dass es nicht so funktioniert: Bobby bellt = Frauchen kommt wieder, supi
Sondern: Bobby bellt = Frauchen kommt wieder, um ihm was aufs Dach zu geben
Für mich klingt es wie du das schilderst richtig.
Auf den ersten Blick ja. Aber es gibt eine Menge Hunde, denen solche negativen Reaktionen vom Besitzer lieber sind als nix und die sich dann auch diese negativen Reaktionen quasi 'erbetteln'. Sprich: bei diesen Hunden wird das unerwünschte Verhalten nicht weniger, teilweise sogar mehr und zwar nicht trotz, sondern wegen der Meckerei.
Isi hat geschrieben:
Do Apr 09, 2020 7:46 am
Alles Gute weiterhin für euch!
Ich finde super, dass ihr so dranbleibt und auch die seltenen Kontaktmomente gerade zum Trainieren nutzt! :klatsch:
Dem schließ ich mich an!
Liebe Grüße von
Christiane, Kaba und Mika

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Isi
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Re: Umzug mit Hund - was muss ich beachten?

Beitrag von Isi »

Ich glaube der Unterschied liegt im „Aversionslevel“, wie stark der Hund beeindruckt ist.
Abstumpfung sollte man auf jeden Fall vermeiden und so ein „Donnerwetter“ entsprechend selten anwenden.
(Quasi wie bei Rütter die Wasserflasche.)

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Pat
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Re: Umzug mit Hund - was muss ich beachten?

Beitrag von Pat »

Auch hier wollte ich nochmal ein kurzes Update geben..

Erstmal Danke für die Hinweise bzgl. Abstumpfung und 'Donnerwetter'. Die Flasche kam bisher tatsächlich nur 2x zum Einsatz, hat aber auch ohne Schütteln schon eine abschreckende Wirkung.
Richtig lang allein sein klappt nicht, ein paar Minuten (Keller, Wäsche,Müll..) funktionieren ohne Probleme- wenn auch bisher noch ohne Entspannung. Er sitzt kerzengerade in seinem Bett. Einmal war ich im Supermarkt und hab mit ihm 'telefoniert',da wurde dann wieder gebellt. Beim nächsten schönen Wetter setze ich mich mal mit nem Buch in den Hof. Das ist zwar etwas peinlich vor den Nachbarn aber am Ende mach ich das ja auch für sie ;-)
Dann kann ich bei Gebell besser einwirken als wenn ich im Supermarkt an der Kasse stehe. Da geht das nämlich garnicht :mrgreen:

Ansonsten nutze ich gerade diese 'Intensiv-Zeit' mit Bobby aber auch sehr für die Bindung, das Einleben in unser neues Zuhause und unsere neue Lebenssituation. Das tut uns beiden sehr gut und wir wachsen nochmal anders und stärker zusammen.
Das ist zwar jetzt fürs Alleinsein auf den ersten Blick nicht unbedingt so gut, aber irgendwie glaube ich im Endeffekt schon.

Wer ihn kennt und ab und zu erlebt (habe ein paar wenige soziale Kontakte zur Zeit) empfindet ihn insgesamt als etwas ruhiger, weniger fordernd und (positiv) stärker auf mich fixiert.

Und wir haben es geschafft, dass er (fast) sicher in seinem Korb bleibt wenn Besucher gehen (meine Mutter zb). Zwar klappen die Ohren noch nach vorne und er überlegt kurz, aber er entscheidet sich jetzt jedes Mal im Bett zu bleiben und hat schon nach 5 Sekunden 'vergessen', dass da gerade noch jemand war. Das war bisher undenkbar.
Pat mit Großstadt-Kleinpudel Bobby ♡
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Re: Umzug mit Hund - was muss ich beachten?

Beitrag von Iska »

Das hört sich doch schon gut an.... :klatsch:
viele Grüße
Sybille mit Fani Flausch und in lieber Erinnerung an Paulchen, Olli & Iska

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Landei
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Re: Umzug mit Hund - was muss ich beachten?

Beitrag von Landei »

Fein, dass Ihr kleine Fortschritte gemacht habt! Wir drücken Euch jedenfalls weiterhin die Daumen, dass Bobby irgendwann wieder einigermaßen entspannt ein paar Stunden alleine bleiben kann!

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Isi
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Re: Umzug mit Hund - was muss ich beachten?

Beitrag von Isi »

Landei hat geschrieben:
Sa Mai 02, 2020 1:20 pm
Fein, dass Ihr kleine Fortschritte gemacht habt! Wir drücken Euch jedenfalls weiterhin die Daumen, dass Bobby irgendwann wieder einigermaßen entspannt ein paar Stunden alleine bleiben kann!
Dem schließe ich mich vollumpfänglich an :)

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