Hund von Privat übernehmen ein größeres Risiko?

Citydog
Welpen-Nase
Beiträge: 55
Registriert: Do Mai 17, 2018 7:31 pm

Hund von Privat übernehmen ein größeres Risiko?

Beitrag von Citydog » Di Mär 12, 2019 11:24 am

Hallo,

es werden ja auch öfters Hunde von Privatpersonen abgegeben. Käme für euch ein Hund von Privat infrage oder würdet ihr euch nur einen Hund aus dem Tierschutz oder vom Züchter holen?

Worauf würdet ihr besonders achten,wenn ihr euch für einen Hund aus Privatabgabe interessieren würdet?


Ich habe bei Privatabgaben bedenken,dass der Hund vielleicht abgegeben wird,weil er z.B. krank ist und die Besitzer das verschweigen,weil sie ihn "loswerden" möchten.

Bei einem Züchter oder Tierschutzhund habe ich auch nach dem Kauf einen Ansprechpartner(sollte zumindest so sein),das könnte bei einer Privatabgabe schwierig werden,wenn Probleme auftreten,die verheimlicht wurden. Außerdem möchte man den Hund ja dann auch nicht in ein schlechtes Umfeld zurückgeben.
Des weiteren muss ja auch immer berücksichtigt werden,inwiefern Dritte ein eventuelles Vorverkaufsrecht besitzen und dann plötzlich davon Gebrauch machen möchten,nachdem man sich für den Hund entschieden hat.

Wie seht ihr das und wie sind eure Erfahrungen zu diesem Thema?

Rumo
Mini-Nase
Beiträge: 396
Registriert: Mi Aug 26, 2015 7:03 am

Re: Hund von Privat übernehmen ein größeres Risiko?

Beitrag von Rumo » Di Mär 12, 2019 1:01 pm

Ich habe meinen ersten Hund als Welpen privat gekauft.
Geachtet habe ich auf gar nichts und ich hab ihn (wahrscheinlich auch zu jung) direkt mit auf die Hand bekommen. Ohne Impfung, ohne Entwurmung, ohne Kaufvertrag und ohne dass jemals jemand wieder gefragt hat, wie es ihm geht. Ich weiß bis heute nichts über seine drei Geschwister und würde heute nie wieder so einen Welpen kaufen. Ich kann nicht einmal davon ausgehen, dass der Upswurf tatsächlich einer war oder ob es schon x Upswürfe davor und danach gab.
Ich bin mir bewusst, dass ich wahnsinniges Glück habe, dass mein Hund bald 9 Jahre alt wird und noch kaum ein Wewehchen hat. Sie ist spleenig, sie steht sich selbst im Weg und sie ist ein wahnsinnig toller Hund, den ich sehr lieb habe. Trotzdem wird es in meinem Leben so etwas nicht mehr geben.

Wenn du einen Hund aus zweiter Hand kaufst, musst du bereit sein, blind in die Sache reinzugehen und den Hund so zu nehmen, wie es kommt. Nicht selten muss dann noch die medizinische Versorgung nachholen und es tun sich Baustellen auf, die der Vorbesitzer vielleicht nicht erwähnt hat. Meine Schwiegereltern haben so viel Geld und Zeit in ihren damals 4jährigen Hund aus zweiter Hand gesteckt, dass sie sich wohl damit mehrere Rassehunde hätten kaufen können. Es hat drei Jahre gedauert, bis der Hund nicht mehr im Schlaf um sich biss, weil der Vorbesitzer natürlich nicht erzählt hat, dass sie es lustig fanden, wenn die Kleinkinder ihn schlafend piesacken oder die Besitzer ihm Bier zum trinken gegeben haben (sie fanden es noch lustig Videos zu schicken).
Übrigens gab es danach direkt einen neuen Hund, noch gekauft vom Geld für den Alten. Es musste halt wieder ein süßer Welpe her.

Es kann natürlich auch sein, dass jemand wirklich in einer schlechten Lebenssituation steckt und für seinen geliebten Hund aufrichtig nur ein liebevolles gutes Zuhause sucht. Natürlich gibt es auch solche Menschen zu genüge. Gerade der klassische Fall vom Omapudel, wo Frauchen ins Heim kommt, gibt es ja bei dieser Rasse häufig.

Du kannst den Leuten halt nur vor den Kopf gucken. Ich persönlich würde entweder einen Welpen vom Züchter nehmen oder einen Hund aus Tierheim, wo du eben auch diese Blackbox hast, aber wo du nicht direkt der Person das Geld in die Hand drückst, die den Hund abgibt, sondern der, die ihn aufgenommen hat und sich bemüht ihn objektiv einzuschätzen und gut zu vermitteln. Eine Ausnahme würde ich da nur bei Freunden und Bekannten machen, wo ich den Hund kenne. Den Hund meiner besten Freundin würde ich naturlich blind nehmen, obwohl das auch von Privat wäre.
Liebe Grüße
Von Marina mit Terriermix Fussel (30.05.2010) und Kleinpudel Holly (28.02.2016)

Rohana
Supernase
Beiträge: 7428
Registriert: So Jul 25, 2010 11:08 pm
Wohnort: Pfalz - GP Kaba + English Setter-Mix Mika

Re: Hund von Privat übernehmen ein größeres Risiko?

Beitrag von Rohana » Di Mär 12, 2019 1:42 pm

Unsern ersten Hund haben wir von Privat bekommen: ein halbjähriger Dackel, dem es dort alles andere als gut ging und der wieder abgegeben wurde, weil man gemerkt hatte, dass man sich um so ein Tier doch mehr kümmern musste als man gedacht hatte. Da gab es weder Papiere noch irgendwelche Garantien. Mein Vater hat Geld gegen Hund, Korb, Futter und Leine getauscht und gut war. Und uns war klar: das ist nun unser Tim, egal was kommt. Ohne Garantie und doppelten Boden. Wir hatten Glück: Tim war ein Traumhund und ist weitgehend gesund 16 Jahre alt geworden.

Und die Setterhündin meines Mannes war auch von Privat. Ein Welpe aus einem gewollten Wurf ohne Papiere. Darüber kann man nun denken was man will. Aber die Welpen waren bestens sozialisiert, die Familie hat sich liebevoll um die Rasselbande gekümmert. Ronja war geimpft und entwurmt und mein Mann hätte sich keinen besseren Hund wünschen können.

Aber es gibt natürlich keine Garantie dafür, dass es einem so gut ergeht.
Ebenso wenig hat man aber eine Garantie, wenn man sich für einen Welpen vom Züchter entscheidet. Eine Vereinskameradin hatte sich einen Welpen von einem renomierten VdH-Züchter geholt. Der Hund ist nach mehreren OPs noch nicht mal 2jährig gestorben. Beide Hüften total im Eimer, alle Medizin machtlos. Und der Züchter? Wollte nichts davon hören, fragte nicht nach...
Die Frage ist aber auch: was würdest Du in so einem Fall vom Züchter erwarten? Dass er den Hund zurück nimmt? Gibst Du den tatsächlich ab, 'wenn was kaputt ist'?? Oder dass er einen Teil des Kaufpreises erstattet? Oder sich an OP-Kosten beteiligt, bei deren Entstehen er kein Mitspracherecht mehr hat? Auch nicht ganz so einfach, finde ich. Und bis zu welchem Alter des Hundes stellst Du Dir so eine Gewährleistung vor? Ich glaube, das klingt erstmal immer ganz einfach und selbstverständlich, aber wenn man es konkret denkt, dann merkt man schnell, dass das viel komplizierter ist ...

Letztlich kannst Du hoffen, beim Züchter an einen von denen zu geraten, die alles nach bestem Wissen und Gewissen tun. Aber sobald der Hund bei Dir ist - ist es Deiner und Du hast da ein Lebewesen, für das Du die Verantwortung hast. So zumindest meine Meinung.
Liebe Grüße von
Christiane, Kaba und Mika

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Bild~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Benutzeravatar
Kara
Mini-Nase
Beiträge: 149
Registriert: Mo Dez 25, 2017 9:58 am

Re: Hund von Privat übernehmen ein größeres Risiko?

Beitrag von Kara » Di Mär 12, 2019 1:59 pm

Da ich vor Rondra anfangs eigentlich einen schon erwachsenen Hund wollte, hatte ich ausschließlich nach Hunden aus zweiter Hand geschaut.
Da du hier im Pudelforum schreibst, gehe ich davon aus, dass es ein Pudel oder zumindest Pudelmix wird - da kann es ja durchaus sein, dass man es schafft, den Kontakt zum Züchter wieder herzustellen.

Auch gesundheitlich kann man sich, denke ich, absichern. Zum Beispiel habe ich mir damals einige Großpudel angesehen und immer angesprochen, dass ich einen Kaufvertrag und einen bescheinigten Gesundheitscheck vom Tierarzt möchte. Das ist tatsächlich bei einigen sehr bitter aufgestoßen, aber wenn man anbietet, die Kosten dafür zu übernehmen, bekommt man so etwas im Idealfall sicher auch.

Ansonsten habe ich mir damals auch Unterstützung von einer Freundin geholt, die Tierärztin ist, und habe sie als "hundeerfahrene Freundin" mitgenommen.

Ein Tierschutz-Hund kommt bei mir tatsächlich weniger in Frage, als ein Abgabehund von Privat. Dazu habe ich aus meinem engeren Bekanntenkreis schon zu heftige Erfahrungsberichte über geschönte Beschreibungen und Gesundheitschecks v.a. zu Hunden aus Osteuropa gehört.

Ansonsten würde ich wohl ähnlich herangehen, als würde ich einen Welpen kaufen... mit den Leuten reden, gemeinsam eine Runde um den Block drehen, den Hund nicht beim ersten Mal mitnehmen, einen Kaufvertrag machen - und sei er noch so popelig - eine Person mit Hundeerfahrung mitnehmen (zwei Augenpaare sehen mehr als eines). Da wäre ich, denke ich, sehr pragmatisch. Denn sich ein krankes oder verhaltensgestörtes Tier ans Bein zu binden, das erfordert Zeit, Geduld und Geld, die ich zumindest im Moment nicht hätte.
Bild

Benutzeravatar
Schneeflöckchen
Kleine-Nase
Beiträge: 1311
Registriert: Do Mär 10, 2011 11:24 am
Wohnort: Rösrath bei Köln, Großpudel Lou Lou und Kleinpudel Lili

Re: Hund von Privat übernehmen ein größeres Risiko?

Beitrag von Schneeflöckchen » Di Mär 12, 2019 6:00 pm

Ich habe zwei Pudel aus zweiter Hand übernommen:

Kessi zog mit 4 Jahren ein, ich war der fünfte Besitzer und es brauchte ein Jahr bis sie "mein" Hund war. Wir hatten zeitlebens die ein oder andere Auffälligkeit (biss nach kleinen Kindern, biss in fremde Füße die ihr zu nahe kamen, war sehr mißtrauisch gegenüber Fremden). Aber trotzdem war sie mein Herzenshund und wir hatten eine sehr tiefe Beziehung.

Lili zog mit 1,5 Jahren ein, mittlerweile lebt sie 4 Jahre bei uns. Auch sie hat Baustellen: leidet sehr unter Verlustängsten, kann schlecht alleine bleiben, ist zu wachsam und extrem sensibel. Das alles rührt aus der vorherigen Haltung, sie war sehr viel alleine (die 1.Besitzer hatten einen gastronomischen Betrieb, hatte an Umweltreizen nicht viel kennen gelernt und die extreme Wachsamkeit war ihre einzige Beschäftigung). Heute ist sie mein Schattenhund (wo ich bin, ist sie auch) meine Sportskanone, meine kleine Intelligenz-Bestie.

Lou Lou zog als Welpe bei mir ein, sie ist bis jetzt der unkomplizierteste Hund (ihr Jagdtrieb und ihr Temperament waren auch eine Herausforderung, aber keine Verhaltensauffälligkeiten).

Kessi und Lili waren/sind nicht nennenswert krank, bei Kessi kamen im Alter natürliche gesundheitliche Einschränkungen dazu.

Durch die Verhaltensweisen der beiden habe ich als Hundehalter sehr viel dazu gelernt, diese Erfahrungen möchte ich nicht missen! Ich würde jederzeit wieder einen "gebrauchten" Pudel aufnehmen, aber es ist immer mit einem Risiko verbunden, ggf. mit viel Erziehungsarbeit oder auch evtl gesundheitliche Probleme. Aber das alles macht ja auch nicht Halt vor einem Welpen!
Liebe Grüße,
Petra, Lou Lou und Lili, mit Kessi im Herzen

Benutzeravatar
Hauptstadtpudel
Mega-Super-Nase
Beiträge: 11208
Registriert: So Jun 19, 2011 5:23 pm
Wohnort: Berlin, Großpudel Bolle 06/12
Kontaktdaten:

Re: Hund von Privat übernehmen ein größeres Risiko?

Beitrag von Hauptstadtpudel » Di Mär 12, 2019 6:29 pm

Pech kannste immer haben.
Viele der häufig oder chronisch kranken Pudel hier im Forum kommen aus guten VDH Zuchten...

Ich würde einfach schauen, was du für einen Eindruck vom Hund und seinen Haltern gewinnen kannst. Prinzipiell spricht in meinen Augen nix gegen eine private Übernahme, es kommt auf die Umstände und auf den Hund an.

Auch Tierheime schätzen die Hunde nicht immer komplett richtig ein, bzw. packen die Hunde in ihrem neuen Zuhause manchmal auch noch mal richtig aus, werden selbstbewußter und verändern sich mit ihren Lebensumständen (sehr oft auch zum Guten).

Das liegt in meinen Augen an der extremen Anpassungsfähigkeit der Hunde. Je nachdem zu wem sie kommen, entwickeln sie sich - aber einen Charakter bringen sie natürlich trotzdem mit.

Ich würde versuchen darauf zu achten, dass der Hund Eigenschaften mitbringt, die gut in dein/ euer Leben passen (entspannt, temperamentvoll, sportlich, geräuschempfindlich, verträglich, arbeitsfreudig usw.).
Auf jeden Fall gemeinsame Gänge mit den Vorbesitzern machen, den Hund in verschiedenen Situationen erleben (Straße, Park/Auslaufgebiet, Restaurant).

Und einen Vertrag machen, da gibt es vielleicht auch Muster im Netz.

Alles Gute für deine Suche, das ist immer eine spannende Zeit! :D
Zuletzt geändert von Hauptstadtpudel am Di Mär 12, 2019 11:20 pm, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße, Katja mit Bolle
Bild

Rumo
Mini-Nase
Beiträge: 396
Registriert: Mi Aug 26, 2015 7:03 am

Re: Hund von Privat übernehmen ein größeres Risiko?

Beitrag von Rumo » Di Mär 12, 2019 10:42 pm

Hauptstadtpudel hat geschrieben:
Di Mär 12, 2019 6:29 pm
Pech kannste immer haben.
Viele der häufig oder chronisch kranken Pudel hier im Forum kommen aus guten VDH Zuchten...
Da hast du recht, Pech kann man immer haben. Auch ein Züchter kann immer nur sein bestmögliches tun und alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Weichen so zu stellen, dass möglichst gesunde Nachzuchten bei rauskommen. Aber garantieren kann selbst dann niemand, dass ein Hund pumperlgesund ist und bleibt.

Man muss aber auch mitdenken, dass gerade die Halter kranker Tiere im Netz wie hier im Forum Hilfe suchen und sich deswegen hier anmelden. Es gibt viele zufriedene Pudelbesitzer mit gesunden Pudeln, die sich hier eben nicht anmelden (weil kein Grund dazu).

Bei einem erwachsenen Hund sieht man ja oftmals schon, ob es gesundheitliche Baustellen geben könnte. Was man nicht sieht, sind die psychischen oder sozialen Defizite. Die kann ein Hund eben auch erst nach mehreren Monaten auspacken, wenn er vollständig angekommen ist.

Was mich bei einem 2nd-Hund immens stört, ist dass ich vermehrt Fälle kenne, wo man sich danach direkt den nächsten Hund holt. Einer verhunzt, her mit dem nächsten. Und sowas will ich nicht unterstützen. Dann wie gesagt lieber Tierschutz.
Liebe Grüße
Von Marina mit Terriermix Fussel (30.05.2010) und Kleinpudel Holly (28.02.2016)

Benutzeravatar
Hauptstadtpudel
Mega-Super-Nase
Beiträge: 11208
Registriert: So Jun 19, 2011 5:23 pm
Wohnort: Berlin, Großpudel Bolle 06/12
Kontaktdaten:

Re: Hund von Privat übernehmen ein größeres Risiko?

Beitrag von Hauptstadtpudel » Di Mär 12, 2019 11:18 pm

Rumo hat geschrieben:
Di Mär 12, 2019 10:42 pm
Da hast du recht, Pech kann man immer haben. Auch ein Züchter kann immer nur sein bestmögliches tun und alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Weichen so zu stellen, dass möglichst gesunde Nachzuchten bei rauskommen. Aber garantieren kann selbst dann niemand, dass ein Hund pumperlgesund ist und bleibt.
Genau so meinte ich es.
Rumo hat geschrieben:
Di Mär 12, 2019 10:42 pm
Man muss aber auch mitdenken, dass gerade die Halter kranker Tiere im Netz wie hier im Forum Hilfe suchen und sich deswegen hier anmelden. Es gibt viele zufriedene Pudelbesitzer mit gesunden Pudeln, die sich hier eben nicht anmelden (weil kein Grund dazu).
:n010: Ich habe es in der Vergangenheit eher so erfahren, dass sich die meisten aus Interesse und Freude an der Rasse des Pudels hier anmelden?
Rumo hat geschrieben:
Di Mär 12, 2019 10:42 pm
Bei einem erwachsenen Hund sieht man ja oftmals schon, ob es gesundheitliche Baustellen geben könnte.
Oftmals auch nicht, also ich würde mir das nicht zutrauen.
Rumo hat geschrieben:
Di Mär 12, 2019 10:42 pm
Was man nicht sieht, sind die psychischen oder sozialen Defizite. Die kann ein Hund eben auch erst nach mehreren Monaten auspacken, wenn er vollständig angekommen ist.

Was mich bei einem 2nd-Hund immens stört, ist dass ich vermehrt Fälle kenne, wo man sich danach direkt den nächsten Hund holt. Einer verhunzt, her mit dem nächsten. Und sowas will ich nicht unterstützen. Dann wie gesagt lieber Tierschutz.
Aber die Hunde aus dem Tierschutz kommen doch auch aus Privatabgaben oder solchen "Verhältnissen"/Systemen, die man nicht unterstützen möchte?
Liebe Grüße, Katja mit Bolle
Bild

PudelmonsterBeni
Supernase
Beiträge: 3425
Registriert: Di Jan 20, 2015 8:29 am
Wohnort: Weil am Rhein

Re: Hund von Privat übernehmen ein größeres Risiko?

Beitrag von PudelmonsterBeni » Mi Mär 13, 2019 7:10 am

Also Beni, Atta und Faye kennen ja die meisten hier.
Beni kam von einem Verein und mir wurde so gut wie alles verschwiegen...vllt aus Unwissenheit, vllt war es aber auch Vorsatz..
als er noch auf der Pflegestelle war und er so doll hustete und die Medis gegen Lungenwürmer nicht halfen war ICH diejenige die ihnen vorgeschlagen hat, das Herz mal zu checken..
Joa das Herz ist leicht vergrößert...so war die Aussage..
er kam zu mir mit viel zu hoch dosierten Entwässerungstabletten, ohne Herzmedis (braucht man noch nicht :bekloppt: ) und einem sehr speziellen Charakter.
Ich habe sehr viel Geld in diesen kleinen Grummelbär gesteckt und es sind im Anschluss noch recht viele Krankheiten und Wehwehchen aufgetreten..
hätte ich das vorher gewusst, hätte ich ihn vermutlich nicht genommen, aber im Endeffekt hab ich es gerne gemacht...aber ich war super enttäuscht vom Verein, weil wir in Tierheim das einfach anders machen ...

Atta und Faye sind von privat, weil die Besitzer verstorben sind. Mit den Leuten von Atta hab ich noch sehr viel Kontakt und sie waren sehr ehrlich als ich sie besuchte...Fayes Leute ebenfalls...aber hier wurde leider gar nicht mehr nachgefragt.

Da es bei Atta "nur" die Nachbarn waren die sie kurzfristig aufgenommen haben, bin ich da auch niemandem böse, dass sie so ein paar medizinische Dinge nicht wussten .. auch Atta kostet mich wirklich viel Geld, aber ich mache es gerne :)

Ich würde genau hinschauen wo der Hund herkommt...viel Reden, viele Besuche und fragen fragen fragen...egal ob beim Tierschutz, beim Züchter oder von privat.
Ich lege mich nicht fest wo meine Hunde herkommen werden...denn letzendlich sind sie alle irgendwie einfach in ein Leben gestolpert 💓
Lisa mit Beni im Herzen ❤

"Richtig abgerichtet, kann ein Mensch der beste Freund eines Hundes sein." -Corey Ford

Rumo
Mini-Nase
Beiträge: 396
Registriert: Mi Aug 26, 2015 7:03 am

Re: Hund von Privat übernehmen ein größeres Risiko?

Beitrag von Rumo » Mi Mär 13, 2019 2:58 pm

Hauptstadtpudel hat geschrieben:
Di Mär 12, 2019 11:18 pm
:n010: Ich habe es in der Vergangenheit eher so erfahren, dass sich die meisten aus Interesse und Freude an der Rasse des Pudels hier anmelden?
Rumo hat geschrieben:
Di Mär 12, 2019 10:42 pm
Was man nicht sieht, sind die psychischen oder sozialen Defizite. Die kann ein Hund eben auch erst nach mehreren Monaten auspacken, wenn er vollständig angekommen ist.

Was mich bei einem 2nd-Hund immens stört, ist dass ich vermehrt Fälle kenne, wo man sich danach direkt den nächsten Hund holt. Einer verhunzt, her mit dem nächsten. Und sowas will ich nicht unterstützen. Dann wie gesagt lieber Tierschutz.
Aber die Hunde aus dem Tierschutz kommen doch auch aus Privatabgaben oder solchen "Verhältnissen"/Systemen, die man nicht unterstützen möchte?
Hm, also ich sehe es schon so, dass sich in Foren meistens Menschen anmelden, die Rat suchen. Ob nun Ersthundehalter-Fragen, Rasseinformation oder eben Krankheiten oder Erziehungsfragen. Das ist ja auch gut so, es gibt viele extrem hilfreiche Threads von "Mitleidenden" und Betroffenen.

Ich meine den Unterschied in dem zweiten Zitat so: wenn man einen Hund im Tierheim abgibt, muss man selbst eine Abgabegebühr bezahlen. Damit unterstützt man das Tierheim bzw die Kosten bis zur Weitervermittlung des Hundes. Man gibt es in die Hände von objektiven Personen, die realistisch einen guten neuen Halter aussuchen oder den Hund eben länger behalten. Auch das Geld des neuen Besitzers fließt in die Tierschutzarbeit. Außerdem habe ich (bei einer guten Orga) auch im Nachhinein einen Ansprechpartner, der mir mit Rat und Tat zur Seite steht und ggf den Hund auch zurück nimmt, wenn es gar nicht klappt, anstatt das der Hund wiederum in neue Hände wandern muss. Man kann davon ausgehen, dass in einem guten Tierheim der Hund durchgecheckt wurde. Bei einer Tierschutz-Organisation kann ich rumfragen, wie seriös diese ist und wie kompetent sich die Käufer beraten gefühlt haben und ob der Hund richtig eingeschätzt wurde. Auch gibt es Tierheim mit quasi einem Gütesiegel (bmt zB), wo ich weiß, die holen die Hunde nicht nzr billig aus dem Ausland und verkaufen sie weiter, sondern von den 3-400Euro werden auch Kastrationsprogramme im Ausland mitfinanziert.

Kauft man privat einen Hund, gebe ich das Geld der Person, die den Hund verhunzt hat oder die sich vielleicht im Vorhinein nicht so viele Gedanken gemacht hat. Wieso sollte ich diese Person direkt für diesen Hund bezahlen? Oftmals werden auf diversen Kleinanzeigeportalen die Hunde unter fadenscheinigen Gründen mit ca 1 Jahr (Hund wird erwachsen) oder ältere Semester (Hund wird gebrechlich und kostspielig) abgegeben und dafür eine vergleichsweise hohe Summe verlangt (also nicht Platz vor Preis), die nicht in den Tierschutz, sondern in die private Tasche fließt. Und wie gesagt, ich kenne nicht nur einen Fall, wo nach der Abgabe des Hundes direkt wieder ein neuer angeschafft wurde. Und dieses Spiel dann mehrmals hintereinander. So etwas möchte ich nicht (mehr) unterstützen und deswegen ist es mir heutzutage wichtig, wo ich meinen Hund herhole. Ich kann nicht kontrollieren, ob die Angaben stimmen und ob der Verkäufer aus rechtschaffenden Gründen seinen Hund abgibt oder sich jedes Jahr einen neuen Hund holt und bei Pubertätsbeginn, wenn die Hunde "anstrengend" werden, verkauft.
Ich möchte, dass ein Besitzer sich an den Tierschutz wendet und sie zusammen einen Platz suchen für den armen Hund, der sein Zuhause verliert. Das finde ich dem Hund gegenüber fair und ich habe nicht das Gefühl, dass mit der "Schutzgebühr" Schindluder betrieben wird. Gerade zB werden vergleichsweise viele Pudel privat verkauft. Da sind Hunde dabei, die nebenher noch für die Doodleproduktion angeboten werden (sogar unter demselben Account) oder nach paar Vermehrerwürfen wieder verkauft werden. Und ich will mit meinem Kauf diesen Leuten nicht die Möglichkeit bieten, dass sie munter damit weitermachen. Tut mir für das Individuum sehr leid, aber so ändert man nichts daran.
Liebe Grüße
Von Marina mit Terriermix Fussel (30.05.2010) und Kleinpudel Holly (28.02.2016)

Benutzeravatar
Hauptstadtpudel
Mega-Super-Nase
Beiträge: 11208
Registriert: So Jun 19, 2011 5:23 pm
Wohnort: Berlin, Großpudel Bolle 06/12
Kontaktdaten:

Re: Hund von Privat übernehmen ein größeres Risiko?

Beitrag von Hauptstadtpudel » Mi Mär 13, 2019 4:13 pm

Das hieße dann aber, der Hund müsste erstmal ins Tierheim zur Vermittlung?

Das würde ich persönlich niemandem empfehlen, der mich fragt, wenn er sich von seinem Hund trennen muss.

Das wäre für mich als Abgebende die letzte Lösung, wenn es gar nicht anders geht.
Für den Hund ist es doch besser bis zur Abgabe im Familienverband zu bleiben.

Nicht missverstehen, ich rate nicht ab von Hunden aus dem Tierheim, aber hier ging es ja darum, was für oder gegen eine Privatabgabe spricht.
Liebe Grüße, Katja mit Bolle
Bild

Rumo
Mini-Nase
Beiträge: 396
Registriert: Mi Aug 26, 2015 7:03 am

Re: Hund von Privat übernehmen ein größeres Risiko?

Beitrag von Rumo » Mi Mär 13, 2019 5:01 pm

Man kann sich auch ans Tierheim wenden und Hilfe bei der Privatvermittlung bekommen. Dann wird man in der Regel ausgehängt und auf der Homepage vorgestellt, der Hund bleibt aber beim Besitzer, wenn das möglich ist. Das Tierheim bekommt dann das Geld für die Vermittlung und sortiert ggf Bewerber aus. So kenne ich es hier aus den umliegenden Tierheimen.

Es geht darum, dass auf Ebay und Co nicht mehr Tiere verkauft werden. Leider treiben sich gerade da Vermehrer und auch Leute rum nach dem Motto "Kaufe für 50Euro, hole Hund noch heute ab".
Liebe Grüße
Von Marina mit Terriermix Fussel (30.05.2010) und Kleinpudel Holly (28.02.2016)

PudelmonsterBeni
Supernase
Beiträge: 3425
Registriert: Di Jan 20, 2015 8:29 am
Wohnort: Weil am Rhein

Re: Hund von Privat übernehmen ein größeres Risiko?

Beitrag von PudelmonsterBeni » Mi Mär 13, 2019 7:12 pm

also beibuns im Tierheim ist es so, dass wir zwar Hunde auf die Homepage nehmen, aber die Vermittlung dann gar nicht pber uns läuft und wir somit auch kein Geld bekommen.
das liegt einfach daran, dass wir den Hund nach einem kurzen Vorstellen nicht sofort einschätzen können und wir somit auch keine Verantwortung übernehmen wollen/können...
dennoch ist es so, dass diese Leute in der Regel schon ganz anders sind wie die privaten, die nur Geld machen möchten oder eben immer neue Hunde holen...
Lisa mit Beni im Herzen ❤

"Richtig abgerichtet, kann ein Mensch der beste Freund eines Hundes sein." -Corey Ford

Püdeli
Kleine-Nase
Beiträge: 1230
Registriert: Mo Feb 08, 2010 4:59 pm

Re: Hund von Privat übernehmen ein größeres Risiko?

Beitrag von Püdeli » Mi Mär 13, 2019 9:56 pm

Ich hatte ja bisher alle 3 Varianten.

Yoshi, mein erster Hund, kam als Fundhund aus dem Tierheim zu mir. Über ihn war gar nichts bekannt, nicht, wie alt er war, was er kennengelernt hatte, welche Vorlieben, Abneigungen oder Krankheiten er hatte. Im Tierheim saß er mehrere Wochen in Quarantäne, ich konnte nur ein einziges mal mit ihm Gassi gehen. Er war mein Herzenshund fast 9 Jahre lang, aber ich hätte schon gern mehr über seine Vorgeschichte gewusst.

Rosalie kam mit fast 5 Monaten direkt vom Züchter. Sie war stubenrein und kannte die Pudelpflege, aber ansonsten nichts. Kein Kommando, keine Leine, keine Umweltsituationen. Am Anfang war sie sehr unsicher, hat aber schnell gelernt. Alle ihre Fehler und Marotten gehen auf meine Kappe, ihre gesundheitliche Vorgeschichte ist mir lückenlos bekannt.

Als ich Gaia auf der Seite von Jagdhunde in Not entdeckte, suchte ich schon längere Zeit einen erwachsenen Pudel als Zweithund. Bedingung war kein Hund aus dem Ausland und keine erzieherische Vollkatastrophe, das heißt, kein Hund mit 100 Baustellen. Gaia wurde von privat mit Hilfe der Organisation vermittelt. Es war klar, dass sie ordentlich Jagdtrieb hat, ein Manko, mit dem ich aber gut leben kann und dass mir vom ersten Moment an bewusst war (sonst wäre sie ja schließlich nicht über Jagdhunde in Not vermittelt worden). Mit Gaias Vorbesitzern habe ich zunächst telefoniert, wir haben uns trotz der weiten Entfernung zum Spaziergang getroffen und am Tag der Übernahme haben sie mir Gaia gebracht. Es wurde nie verschwiegen, dass Gaia kein einfacher Hund ist und ich habe immer Antwort auf meine Fragen bekommen. Manches ergibt sich ja erst im Laufe der Zeit. Nach 3 Jahren stehen wir auch heute noch miteinander im Kontakt. Ich würde es heute genauso wieder machen, wenn ich nochmal einen erwachsenen Pudel aufnehmen würde.
Viele liebe Grüße
Steffi mit Rosalie und Yoshi im Herzen

Bild

Citydog
Welpen-Nase
Beiträge: 55
Registriert: Do Mai 17, 2018 7:31 pm

Re: Hund von Privat übernehmen ein größeres Risiko?

Beitrag von Citydog » Fr Mär 15, 2019 12:07 pm

Man findet reinrassige Großpudel oder Kleinpudel (im Gegensatz zu anderen Rassen) nicht besonders häufig im Tierheim.
Das ist natürlich super für die Fellnasen,macht jedoch die Suche nicht einfacher,wenn man keinen Hund vom Züchter möchte.
Ich schaue ja nur mal unverbindlich ab und zu auf diverse Seiten,momentan gibt es auf keinen Fall einen zweiten Hund.

Antworten

Zurück zu „Hunde allgemein“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste