Alleinbleiben üben

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Birgit HH
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Alleinbleiben üben

Beitrag von Birgit HH » Fr Nov 30, 2018 12:03 pm

Hallo @all,
gibt es hier evtl. eine Zusammenfassung wie man das Alleinbleiben üben kann?
Mein 7 1/2 Monate alter Kleinpudel Rüde ist sehr auf mich fixiert. Wir üben gerade minutenweise das Alleinbleiben im Wohnzimmer. Er bekommt dann immer etwas zum Kauen.
Ich habe jetzt sämtliche Foren hier durchgesucht. Überall stehen mal wenige Beiträge.
Danke & viele Grüße - Birgit

Rohana
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Re: Alleinbleiben üben

Beitrag von Rohana » Fr Nov 30, 2018 12:37 pm

Ich weiß nicht ob hier irgendwo eine Zusammenfassung steht. Aber Alleinbleiben beginnt damit, dass der Hund lernt, dass es keine Katastrophe ist, wenn Du das Zimmer mal verlässt. Also ganz ohne Bohei - du gehst einfach ins Nachbarzimmer, ins Bad,... ohne dich überhaupt um den Mini zu kümmern. Ist ja auch nix besonderes, dass man mal kurz raus geht. Und genau das ist das Lernziel. Wenn Du Dich da jedesmal verabschiedest, ein Kauzeug oder so gibst, dann machst Du das Alleinsein zu was Besonderem.
Also würd ich an Deiner Stelle ab sofort gaaanz viel in der Wohnung wandern gehen. Immer hinter dir die Tür zu. Nicht verabschieden, nicht speziell begrüßen. Wenn der Kleine bei deiner Rückkehr zu Dir kommt höchstens ganz beiläufig streicheln, aber nicht besonders begrüßen.

Dann kann er lernen, dass er z.B. nicht mit in den Keller darf. Laß ihn oben an der Treppe sitzen, geh zwei Stufen runter, lob ihn fürs sitzenbleiben. Dehn das aus bis du ganz in den Keller gehen und dort mal 5 Minuten bleiben kannst. (Mika bleibt inzwischen oben sitzen bis ich die Waschmaschine/Trockner umgeladen hab). Da darf es dann fürs Bleiben auch eine kleine Belohnung geben.

Wenn das Wandern im Haus den Kleinen nicht mehr aus dem Körbchen lockt, dann gehst Du einen Schritt weiter. Sieh zu, dass der Lütte spazieren war, gespielt hat, ... müde ist! Dann hock Dich noch ein Weilchen ins Zimmer ohne dich um den Hund zu kümmern, aber auch ohne selbst irgendwie Hektik/Bewegung reinzubringen. Lesen ist da ganz prima ;-). Wenn der Hund zur Ruhe gekommen ist geh raus, zieh Dich an, verlass das Haus.
Ich bereite das immer schon vor: lege einen weichen Haselnusszweig in die Wohnung (den darf Mika schreddern und hat so eine erlaubte Alternative zu all den Dingen die sie nicht schreddern soll :mrgreen: ) und gebe auch noch ein Kauteil (wenn ich länger, inzwischen 3 - 4 Stunden, weggehe).

Beim Heimkommen zieh ich mich erst in Ruhe aus und dann gibt es eine kurze Begrüßung, aber ohne allzu viel Wallung. Die Hunde dürfen dann in den Garten - sie müssen ohnehin mal ein Pipi los werden und können dann auch den 'Begrüßungs-Gaga' abrennen.

Falls irgendwas kaputt gegangen ist, das hätte heil bleiben sollen: so etwas leg ich in den nächsten Tagen gezielt in der Wohnung an alle möglichen für den Hund gut zugänglichen Stellen hin, wenn ich da bin. Und dann gibt es bei jedem Versuch, das Ding zu beschnüffeln,... ein saftiges 'nein!'.

Die Zeit des Alleinbleibens hab ich eigentlich recht schnell auf 3 Stunden erhöht. Wenn der Hund gelernt hat, zur Ruhe zu kommen ist die Zeitspanne nicht so entscheidend, wenn man einen kritischen Wert nicht überschreitet. Der ist erreicht, wenn der Hund auch in meiner Anwesenheit den nächsten Aktivitätsschub haben würde oder wenn er raus muss.

Ach ja: wir haben dann noch zwei oder drei mal so Aktionen gemacht, bei denen zwei Leute sich angezogen haben zum gehen, aber de facto nur einer ging und der zweite heimlich im Treppenhaus blieb. Als dann von drinnen eindeutige Geräusche kamen - Mika auf dem Tisch o.ä. - ist derjenige in die Wohnung gestürmt und hat das große 'OH WEH!!' gedonnert. Da ging es aber weniger darum, dem Hund den Stress des Allein bleibens zu nehmen, sondern darum, dass das Zerstören unserer Einrichtung immer verboten ist - auch wenn kein Zweibeiner dabei ist :frech: .
Liebe Grüße von
Christiane, Kaba und Mika

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Isi
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Re: Alleinbleiben üben

Beitrag von Isi » Do Dez 06, 2018 12:08 pm

Kleine Ergänzung:

Nicht zurück in den Raum/in die Wohnung gehen, wenn der Hund gerade unruhig ist/bellt/fiept, sondern einen Moment abwarten, in dem er sich ruhig verhält.
(Sonst lernt er unter Umständen, dass du wiederkommst, wenn er Rabatz macht und er könnte versuchen, dich über den Rabatz "herbeizurufen".)

KoerberBasil
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Re: Alleinbleiben üben

Beitrag von KoerberBasil » Do Dez 06, 2018 1:28 pm

Wir haben das sehr lange üben müssen (wie oben bereits geschrieben wurde: erst einen Monat nur in der Wohnung geübt, dann immer länger und mit größerem räumlichen Abstand). Nach 3 Monaten konnten wir dann einen Nachmittag ohne Probleme weg bleiben. Hier ist auf alle Fälle viel Geduld gefragt. :-)

LG

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Re: Alleinbleiben üben

Beitrag von impala » Mo Dez 17, 2018 8:49 pm

Hallo,
mit 7 monaten bist du da aber relativ spät dran? für mich ist es auch sehr wichtig dass der hund allein bleiben kann und da sie ganz am anfang auch sehr an mir geklebt hat, hatte ich da auch sorgen, aber es hat sich dann im alltag sehr bald von selbst ergeben, dass sie auch mal länger im wohnzimmer blieb während ich in der küche werkelte, immer mit tür auf... dann habe ich damit angefangen, abends wenn sie müde war und schon eine weile schlief und ich auf toilette gegangen bin, die tür hinter mir zu zu machen, manchmal stand sie dann doch hinter der tür wenn ich wieder rein kam, aber oft klappte es, dass sie liegen blieb. das lief so eine ganze weile, bis ich das gefühl hatte sie wird selbständiger, dann habe ich einige male haustür auf, raus, zu und wieder rein... auch mal ein zwei minuten, aber da fietschte sie manchmal.
dann war es bei uns so dass sie ja jeden tag mit mir im auto auf arbeit fuhr und sie dann aufm rückweg schon so kaputt war dass sie einschlief (zu dem zeitpunkt im fussraum des beifahrersitzes) und da ich ziemlich oft kurz raus und rein musste habe ich sie dann im auto gelassen. da stand sie dann am fenster war aber ruhig, dann kam die box im auto ( vllt. so mit 14 wochen) und da blieb sie liegen und pennte einfach weiter, also im auto in der box blieb sie relativ schnell ohne stress allein. dann habe ich es mit kamera drauf ankommen lassen und sie jeden nachmittag nach der arbeit 10 min. allein in der wohnung gelassen. da winselte sie anfangs vllt 8 min. und als es dann ruhig war kam ich gerade zurück. das ging so 2 wochen, dann habe ich mal 3 h mit anwesenheit meiner mitbewohnerin probiert, das klappte nicht gut, erstens hat meine mitbewohnerin durch trösten und aufmerksamkeit das jaulen und die aufregung verstärkt und es war auch gleich zu lange, dann habe ich darauf geachtet, dass sie völlig allein war und jetzt war das längste 30 min. kurzes jaulen am anfang gibts jetzt immernoch, aber ich sah in der kamera, dass sie jetzt entspannt und sich auch hinlegt und ruht. jetzt verlängere ich die zeiten. die letzten vier tage hatte ich frei und habe vergessen es weiter zu üben :oops: das ist denke ich nicht so gut, weil es morgen gleich wieder 3 stunden sein werden. naja, mal sehen, eigentlich macht sie es schon ganz gut, so dass ich es wage. jetzt ist sie 19 wochen alt.

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