Knochenfütterung macht mir Sorgen

Alles übers Barfen

Moderator: Andy

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pudelig
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Knochenfütterung macht mir Sorgen

Beitrag von pudelig » Fr Apr 03, 2015 8:51 pm

Seit ca. 5 Monaten barfe ich meinen 10j. Berner. Da die Knochenfütterung ja umstritten ist, hatte ich immer mal wieder kurz überlegt, ob ich das wirklich will - und habe aber weitergemacht. Hauptsächlich dann allerdings nur noch Hälse.
Nun haben wir seit 4 Tagen einen 3 Monate alten Kleinpudel, der beim Züchter Trofu und Nassfutter bekam. Seit 3 Tagen gebe ich ihm Huhn, Fisch, Pansen, Gemüse, Obst und Quark - und auch noch Nassfutter. Er frisst sehr langsam, ist (noch) gar nicht verfressen. Gestern hatte ich ihm den ersten Hühnerhals gegeben - extra erst im Anschluss an das andere Angebot. Er hat ihn liegengelassen. Heute bekam er wieder einen - und hat den ersten cm ganz lange gekaut und dann plötzlich das ganze TEil verschluckt. Ich hatte große Angst bekommen.
Nun stelle ich die ganze Knochenfütterung bei beiden Hunden in Frage. Eine Barflieferantin aus der Nachbarschaft lehnt strikt jegliche Knochenfütterung ab und hatte mir das auch nahegelegt. Sie hatte im Bekanntenkreis einen Todesfall durch Knochenfütterung.

Wie macht ihr das bei euren Pudeln? Vermutlich ist das auch nicht wirklich eine Frage der Größe des Hundes. Trotzdem höre ich hier auch einmal gern.
Ich werde nächste Woche meinen Lieferanten einmal anrufen und nach Alternativen (Knochenmehl etc.) fragen.

Solange alles "gut geht" ist das mit der Knochenfütterei ja prima - aber wenn denn mal was passiert? Also ich kann das jetzt nicht mehr unbefangen tun. Letztendlich scheint ja alles gutgegangen zu sein (richtig aufatmen kann ich wohl erst, wenn der nächste Haufen endlich da ist). Ich fühle mich noch viel zu unerfahren mit dem Barfen, um solche (für mich) nicht überschaubaren Dinge tun zu wollen. Aber ich höre gern noch von euch PudelBarfern.
Vielen Dank!
Viele Grüße
von ilo mit Micky, Kleinpudel * 02.01.2015
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Hauptstadtpudel
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Re: Knochenfütterung macht mir Sorgen

Beitrag von Hauptstadtpudel » Fr Apr 03, 2015 11:19 pm

Hach, das ist so eine Frage...
Ich persönlich füttere keine Knochen mehr, meine Nerven machen das nicht mit. Als Bolle noch Huhn fressen durfte habe ich auch gerne Hühnerhälse gefüttert (aus der Hand und er musste abbeissen), da ist der einzelne Knochen für einen Großpudel nicht groß genug um Schaden anzurichten. Mitunter waren die Wirbelchen noch gut im Kot zu fühlen.

Selbst Markknochen (die ja angeblich so stabil ein sollen) hat Bolle schon gesplittet und hätte mich das Geräusch nicht stutzig gemacht, hätte er den Splitter auch runtergeschluckt - zum Glück ist er kein Schlinger.

Ich würde kein Knochenfütterung empfehlen, auch wenn den Hunden dadurch eine schöne Knabberei entgeht. Es gibt ja andere Möglichkeiten; Geweihstangen, Tongawurzel und auch Knorpel (Spachtel, Kalbsbrustbein, Rindernasen bei uns). Wobei ich inzwischen auch das Kalbsbrustbein gewolft gebe.

Wenn du kein gutes Gefühl dabei hast, und so klingt es ja, würde ich es mit den Knochen lassen.
Klar gibt es viele Hunde, die das gut vertragen, aber ich habe auch schon von Hunden gehört, wo Knochensplitter dramatische Folgen hatten. :(
Liebe Grüße, Katja mit Bolle
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Andy
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Re: Knochenfütterung macht mir Sorgen

Beitrag von Andy » Sa Apr 04, 2015 6:17 am

Obwohl dies nicht deine Frage ist aber: Was mir als allererstes in deinem Posting auffällt, ist die ganze Bandbreite dessen, was du jetzt deinem jungen Hund innerhalb weniger Tage schon an verschiedenen Lebensmitteln gefüttert hast! Wenn du einen Hund auf Barf umstellst, dann führe bitte die einzelnen Komponenten nacheinander ein und füttere die dann immer ein paar Tage lang bis du wieder eine neue Zutat zu den bereits bekannten gibst.
Du schreibst, du hast innerhalb der drei Tage, die dein junger Hund nun da ist Huhn, Fisch, Pansen und Gemüse gefüttert! Das ist ein buntes Durcheinander für einen Organismus, der sich darauf erst noch einstellen muss . Bitte bleibe 3-4 Tage bei einer Tierart und füttere zumindestens 2 Tage nur eine Gemüse und eine Obstart. Danach kannst du dazu eine (!) weitere Gemüseart geben usw. Die Gefahr ist sonst sehr groß, dass es zu Unverträglichkeiten kommen wird, weil sich der Körper erst einmal auf die neuen Lebensmitteln einstellen muss.Es muss sich doch erst eine orale Toleranz entwickeln und ausbilden können.

Zu deiner eigentlichen Frage:
Die Frage nach der Knochenfütterung ist eigentlich nicht so sehr umstritten wie du schreibst, wohl aber die individuelle Verträglichkeit der Hunde in Bezug auf die Knochenverwertung und -verdauung sowie die richtige Auswahl an geeigneten Knochen für den individuellen Hund.

Gerade ältere Hunde haben oft Probleme mit der Knochenverdauung. Dies kann sowohl ganz plötzlich auftreten wie auch schleichend vorkommen. In so einem Fall würde ich immer auf Eierschalen und Knochenmehl umstellen, wobei ich den Schwerpunkt auf Eierschalen legen würde, da diese nur Ca enthalten und kein Ph und so die Nieren und die Leber bei der Verstoffwechslung/Ausscheidung entgegen kommen.

Ein junger Hund wie auch jeder Hund, den du auf Barf umstellst, muss sich nicht nur erst langsam an die neuen Lebensmittel gewöhnen (siehe oben), sondern ebenso auch an die neue Ca-Quelle. Hier ist es wichtig, den Organismus nicht zu überfordern, sondern zunächst mit Eierschalen und Knochenmehl (am besten im wöchentlichen Wechsel) genügend Ca anzubieten (hier würde ich immer das Ca individuell über das Gewicht ausrechnen und nie Pi mal Daumen füttern). Erst wenn man den Hund komplett auf Barf umgestellt hat (also nach ca. 3-4 Wochen!!!!) würde ich mit weichen Knochen wie z.B. Hühä anfangen. Auch hier gebe ich die Menge immer individuell nach Gewicht und nicht über den prozentualen Anteil im Futter. Ebenso habe ich nie das Ca ausschließlich über RFK gegeben, sondern auch hier immer mit Eierschalen oder auch mal Knochenmehl abgewechselt.
Liebe Grüße, Andrea mit Majken (geprüfte Behindertenbegleithündin)

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Re: Knochenfütterung macht mir Sorgen

Beitrag von Phoebe » Sa Apr 04, 2015 8:43 am

Ich füttere zusammengestellte Menüs von meinem Barfladen. Da sind auch welche mit Knorpel und zerkleinerten Hühnerhälsen dabei. Die knacken meine Minis einmal durch und gut :D. Ich brauch im monat 10 Menüs und da sind dann auch immer zwei mit Knorpel oder Knochen dabei :D
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Re: Knochenfütterung macht mir Sorgen

Beitrag von Hauptstadtpudel » Sa Apr 04, 2015 10:22 am

pudelig hat geschrieben:... Eine Barflieferantin aus der Nachbarschaft lehnt strikt jegliche Knochenfütterung ab und hatte mir das auch nahegelegt. Sie hatte im Bekanntenkreis einen Todesfall durch Knochenfütterung...
Ich bin jetzt davon ausgegangen, dass der verstorbene Hund einen zu großen Knochensplitter abgeschluckt hat.

Das hat mit der Verträglichkeit dann weniger zu tun, sondern kann dadurch lebensgefährlich werden, dass der Splitter sich im Magen/Darmtrakt querstellt und/oder die Schleimhäute perforiert.

Wir hatten hier mal so einen Fall, mal sehen, ob ich den Thread noch finde.


Da ist er: http://www.pudelforum.de/viewtopic.php? ... ahr#p35403

In dem beschriebenen Fall hat es zu einer Magendrehung geführt, dass sich zwei Knochensplitter quer gestellt haben und die perforierte Magenschleimhaut sich auch noch entzündet hat.

Das muss ja nicht passieren, ausschließen kann man es aber auch nicht. :(
Liebe Grüße, Katja mit Bolle
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Re: Knochenfütterung macht mir Sorgen

Beitrag von Ossi » Sa Apr 04, 2015 5:36 pm

Seitdem Oscar ein Tag nach dem futtern eines HüHalses etwas Blut gebrochen hat und danach über Monate in sehr kurzen Abständen kleine Portionen fressen musste, da ihm sonst sofort schlecht wurde, habe ich leider auch kein gutes Gefühl mehr bei der Knochenfütterung.
Da es bei einem Hüha passiert ist, liegen seitdem 1 kg HüHä bei uns in der Gefriertruhe, und ich wage mich nicht mehr, sie ihm zu geben...

Oscar ist ein genüsslicher Esser und er kaut alles sehr klein. trotzdem hat er mal, als er morgens nüchtern erbrochen hat, einen kleinen scharfen Hühä-Wirbel (?) mit erbrochen. Auch das gab mir sehr zu denken...
Der Thread, den Katja hier wieder gefunden hat, bestärkt mich jetzt darin, das noch geschlossene Paket HüHä zu entsorgen. Ca geht auch anders und Zähne muss ich dann halt putzen. Für den knabberspass gibt's hier dann nur noch beinscheiben, wo er das Fleisch herunter reißen und knabbern kann. Vom Knochen konnte er da noch nie große Stücke abbeissen. Aber das ist vielleicht auch von Hund zu Hund verschieden.
Liebe Grüße
Dana mit Oscar

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Re: Knochenfütterung macht mir Sorgen

Beitrag von pudelig » Sa Apr 04, 2015 9:33 pm

Vielen Dank für eure Antworten. Ich werde nun Knochenmehl und Eierschalen bestellen.
Viele Grüße
von ilo mit Micky, Kleinpudel * 02.01.2015
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Re: Knochenfütterung macht mir Sorgen

Beitrag von KatrinNKS » Sa Aug 29, 2015 9:58 am

Habe mir mal das Thema hier durchgelesen, weil ich auch Knochen füttere. Momentan habe ich welche von Mush-Barf hier (Rentier und Rind).
Wilma kann sich eh kaum mit einem Knochen beschäftigen, die hat einfach keine Geduld. Indira ist auch so ein Schlinger, aber die bekommt dann XXLKnochen
und meist ist sie gegen Ende - wenn die auch was kleiner sind - so fertig, dass wir ihr das kleine Stück abnehmen.
Eine ehemalige Kollegin von der Arbeit studiert Tiermedizin in Leipzig und als sie neulich zu Besuch war, hat sie mir auch erzählt, dass ihre Hündin an einem Knochen (Rippe) erstickt ist. Sie stand sogar daneben und konnte nichts mehr tun. Aber sind Hühnerhälse nicht Knorpel? Es gibt auch von Hensler oder wie die heißen gewolfte Hälse. Bzw. Hühnerklein mit komplettem Huhn. Das gebe ich Wilma meistens. Kann ich gut verstehen, wenn jmd Angst hat, Knochen zu verfüttern. Kommt aber wohl immer auf den Hund an. Die verstorbene Hündin war eine Schlingerin, da hätte man wahrscheinlich besser keine gegeben.
Liebe Grüße
Katrin & Wilma-Wusel

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Re: Knochenfütterung macht mir Sorgen

Beitrag von Schokopudel » Sa Aug 29, 2015 10:22 am

Fanny bekommt an Knochen ausschließlich ab und an Hühnerhälse, die sie sehr gut kaut. Bei allem anderen habe ich kein gutes Gefühl. Ihre Ca Ration bekommt sie über Eierschalen und Knochenmehl und zum Knabbern stehen Rindernasen hoch im Kurs, ab und an gibts auch ein Stück Luftröhre. Die Nasenscheidewand ist ein ziemlich dicker Knorpel, mit dem sie eine ganze Weile beschäftigt ist.
Viele Grüße von Birgit mit Fanny

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Re: Knochenfütterung macht mir Sorgen

Beitrag von Andy » Sa Aug 29, 2015 10:32 am

Hallo Katrin! Hühnerhälse sind ein Stück der Wirbelsäule des Huhnes und bestehen dementsprechend aus Knochen. Da ist kein Knorpel bei. ;)
Knorpel kannst du eh nicht als Ca-Quelle nehmen, obwohl dies fälschlicherweise immer wieder von dem einen oder anderen Fleischanbieter behauptet wird (auch der bekannte Frostfleischanbieter Tierhotel macht da leider keine Ausnahme!). 100g Knorpel enthalten gerade mal 40mg Ca!!!!! und 60mg Ph. Der Gehalt an Ph ist also auch noch höher als der Ca-Wert. 40mg Ca ist ein Witz! Im Vergleich enthalten 100g reiner Rinderknochen 14.000mg Ca! Es ist also wirklich fatal, wenn man denkt, man könne über ein paar Knorpelstücke den Ca-Bedarf des Hundes decken. Das geht voll in die Hose und er wird im Laufe der Zeit in einen Ca-Mangel rutschen (falls man keine andere Ca-Quelle in geeigneter Dosierung anbietet). Leider heißt es dann wieder: das Barfen ist schuld. Aber es ist ja nicht das Barfen an sich, sondern die Fehlinformation, das Knorpel viel Ca enthalten würde!
Liebe Grüße, Andrea mit Majken (geprüfte Behindertenbegleithündin)

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Re: Knochenfütterung macht mir Sorgen

Beitrag von pudelig » Sa Okt 10, 2015 4:58 pm

Hallo Andy,

ich studiere ja grad mal wieder das Thema Calcium.
Du hast geschrieben 100g Knorpel enthalten gerade mal 40mg

100 g RFK hat 2.500 mg Calcium - wie kann die Differenz so hoch sein :?:

Ich kenne die Angabe

füttere 15 % des Gesamt-tiereischen Anteils RFK oder aber 20 % Knorpel

dann muss ja diese Empfehlung falsch sein :?:
Viele Grüße
von ilo mit Micky, Kleinpudel * 02.01.2015
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Re: Knochenfütterung macht mir Sorgen

Beitrag von Andy » Sa Okt 10, 2015 6:22 pm

Ich kenne diese Empfehlung mit den 20% Knorpel nicht. Lese ich jetzt das erste Mal. Trotz alledem ist es schon wichtig immer mal Knorpel zu füttern, da dieser ja in einem Beutetier auch enthalten ist. Und dieses will man ja mit dem Barfen nachstellen. Und da kommt die Menge von max. 20% ungefähr auch hin.

überarbeitete Auflage
Ich zitiere aus Meyer/Zentek (Ernährung des Hundes. Grundlagen - Fütterung - Diätetik.6. vollständig überarbeitete Auflage, S. 291):


Tabelle: "Ösophagus u. Trachea, Rd.: Ca 40mg Ph 70mg"


Ist ein wenig schwierig, eine Tabelle ausschnittsweise wieder zu geben.... ;)
Mit Rd. ist Rind gemeint. Ösophagus ist die Speiseröhre und die Trachea ist die Luftröhre.

Knorpel ist und bleibt also absolut keine Ca-Quelle. Es ist ein netter Knabberspaß und sonst ein schwerverdauliches Nichts. ;)


Liebe Grüße, Andrea mit Majken (geprüfte Behindertenbegleithündin)

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