Erstes Scheren war eine Katastrophe!

Wie erziehe ich meinen Welpen?
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Morella
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Erstes Scheren war eine Katastrophe!

Beitrag von Morella » Fr Aug 28, 2015 3:57 pm

Hallo allerseits,

ich habe meine Ronja (momentan 10,5 Wochen alt) seit dem 13. Augst. Am 20. Augst hatten wir den ersten Termin bei der Hundefrisörin, zu der ich auf Empfehlung gegangen bin. Es war ganz furchtbar! Sie hat gezappelt und sich gewehrt, sodass ich sie dann (leider!!! Das bereue ich zutiefst!!) festgehalten habe. Dann hat die Frisörin ihr die Vorderpfötchen ausgeschoren und sie dabei an drei Krallen verletzt. Eine Kralle war bis zum "Leben" abgeschnitten. An den anderen Krallen, die kurz geblutet hatten, konnte ich nichts entdecken.

Einen Tag danach hatte sie zwei Mal eine Panikattacke. Das erste Mal als die Nachbarskatze aus einem Gebüsch auf sie zugelaufen kam. Da hat sie vor Panik geschrieen, hat sich dann aber doch bald wieder beruhigt. Das zweite Mal dann ein paar Stunden später. Da habe ich mit einer Fliegenklatsche eine Wespe in der Wohnung erledigt. Sie hat wirklich eeeewig geschrieen und sich dann winselnd in eine Lücke zwischen Bett und Nachtschrank gequetscht. Wollte nicht mehr raus, nicht trinken, nicht fressen. Das ging ziemlich lange so! Wahrscheinlich hat sie durch die Festhalteaktion das Bischen Vertrauen in mich verloren.

Nun habe ich große Angst, dass sie sich nicht mehr scheren läßt! Ein Pudel, der sich nicht scheren läßt geht gar nicht! Ich habe schon mit einem Hundesalon deswegen telefoniert und der Herr meinte, ich solle ihr vorher ein leichtes Beruhigungsmittel geben.
Kirsten mit Ronja (weißer Zwerg, *15.06.15) und der 12jährigen Katze Feli (German Rex)

pauline
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Re: Erstes Scheren war eine Katastrophe!

Beitrag von pauline » Fr Aug 28, 2015 5:06 pm

Beruhigungsmittel? Bei einem Baby? Das meint der Herr aber nicht ernst, oder? :shock: (auch bei erwachsenen Hunden kommt das natürlich nicht in Betracht)

Das Festhalten wird sie schon überleben. Da würde ich mir jetzt nicht die Gedanken drum machen. Eine Groomerin, die gleich 3x eine Kralle verletzt finde ich aber *hust* eher wenig professionell. Wäre jetzt nicht meine Wahl für das nächste Mal.

Was du aber unbedingt machen solltest, ist sie zuhause an das Procedere zu gewöhnen. Such dir einen Tisch aus (kann auch der Wohnzimmertisch sein) auf den du sie jeden Tag eine Zeit kurz stellst. Da kannst du bürsten üben. Und mit einer ganz normalen Schere immer mal ein bisschen rumschnibbeln, damit sie sich auch daran gewöhnt. Und du könntest dir auch eine ganz billige kleine Schermaschine kaufen, mit der du das Geräusch und ein bisschen Schneiden im Gesicht und an den Pfoten übst. Dann sieht sie auch immer schick aus. :D So kleine Maschinen kosten um die 30 Euro. Und vergiss nicht föhnen zu üben.

Und mach nicht zuviel Aufhebens darum. Das soll ganz normal sein und umso ruhiger man selber ist und umso weniger Aufstand man darum betreibt, umso normaler ist es für den Hund.
LG Petra

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Hauptstadtpudel
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Re: Erstes Scheren war eine Katastrophe!

Beitrag von Hauptstadtpudel » Fr Aug 28, 2015 5:22 pm

Ich kann mich Petra nur anschließen.
Sowohl die erste Dame, als auch der Herr mit dem Tipp zum Beruhigungsmittel kämen für mich nicht mehr infrage.

Es gibt wirklich tolle Groomer, da wirst du vielleicht noch ein bisschen suchen müssen.
Vielleicht gibt ja hier jemand noch ne Empfehlung?

Und das Üben ist genau die richtige Idee. In kleinen Schritten mit ganz kurzen Einheiten anfangen (dafür ruhig öfter mal).
Das wird dann wirklich recht schnell besser werden.
Liebe Grüße, Katja mit Bolle
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Andy
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Re: Erstes Scheren war eine Katastrophe!

Beitrag von Andy » Fr Aug 28, 2015 6:59 pm

Ich bin ebenso entsetzt über diesen unglaublichen Vorschlag mit dem Beruhigungsmittel!! Das ist echt unglaublich!
Sämtliche Pflegemaßnahmen muss der junge Hund doch erst einmal kennen lernen. Woher soll er denn wissen, dass ihm nichts passiert? Der Hundefrsör hat sich selber disqualifiziert! Der sollte ja schon selber wissen, dass ein so junger Hund keinerlei große Erfahrungen mit dem Scheren und Rasieren hat.....normalerweise würde er einen so jungen ganz vorsichtig und nur ganz wenig schneiden und sehr behutsam mit ihm umgehen, damit er keine schlechten Erfahrungen sammelt.
Deine Aufgabe ist jetzt wirklich, jeden Tag mindestens 1x ein paar Bürstenstriche zu machen, in Augen, Ohren und ins Mäulchen zu schauen vorsichtig die Pfoten zu untersuchen usw. Das alles sollte in großer Ruhe und ohne Stress mit abschließender Superbelohnung oder einem Spiel o.ä. geschehen. Da hilft wirklich nur üben, üben, üben.....
Liebe Grüße, Andrea mit Majken (geprüfte Behindertenbegleithündin)

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Re: Erstes Scheren war eine Katastrophe!

Beitrag von Harlekinlady » Fr Aug 28, 2015 7:05 pm

Wo wohnst du denn? Vielleicht kann dir hier im Forum der eine oder andere weiterhelfen mit einem guten Salon.

Ansonsten wurde schon alles gesagt. Beruhigungsmittel ..... sowas geht überhaupt garnicht!!!

Morella
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Re: Erstes Scheren war eine Katastrophe!

Beitrag von Morella » Fr Aug 28, 2015 7:09 pm

Vielen lieben Dank für die hilfreichen Antworten!

Mein erster Hund war auch eine weiße Zwergpudelhündin. Ich habe sie Fee genannt. Da ich sie aber mit ca. einem halben Jahr ausgesetzt (natürlich beim Fundbüro und dem Tierheim gemeldet) gefunden hatte und sie total heruntergekommen (noch nie Fell geschnitten, abgemagert, diverse Parasiten...) war, dachte ich nicht, dass es wirklich ein Zwergpudel sein könnte. Nur der kurze Schwanz hat mich etwas verwundert. Meine damalige Nachbarin hatte einen schwarzen Zwergpudelrüden und hat dann gemeint, dass die Hündin genauso aussieht wie ihrer, als er im gleichen Alter war und ich soll sie doch probehalber mal scheren lassen. Und siehe da: plötzlich stand ein echter Zwergpudel vor mir! Danach habe ich mir eine Schermaschine gekauft, die ich auch heute noch besitze und habe die Pflege dann immer selber gemacht.

Leider ist Fee mit neun Jahren wegen ständiger Scheinschwangerschaften (obwohl sie zwei mal Babys haben durfte) und daraus resultierenden Mamatumoren, welche ich zwei Mal operativ entfernen ließ, völlig verkrebst eingeschläfert worden. Was uns diese schwere Entscheidung ein wenig leichter gemacht hat, war, dass sie zusätzlich dann noch einen Bandscheibenvorfall hatte und ab der Taille gelähmt war. Nach drei leidvollen Tagen haben wir sie erlösen lassen.

Das Resultat aus dieser Erfahrung ist für mich, dass Ronja vor der ersten Läufigkeit kastriert wird!

Hier ein paar Bilder von Fee. Das letzte habe ich am Tag kurz vor dem Bandscheibenvorfall gemacht.
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Re: Erstes Scheren war eine Katastrophe!

Beitrag von Andy » Fr Aug 28, 2015 7:35 pm

Was für eine süße Pudelmaus!
Liebe Grüße, Andrea mit Majken (geprüfte Behindertenbegleithündin)

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Re: Erstes Scheren war eine Katastrophe!

Beitrag von Hauptstadtpudel » Fr Aug 28, 2015 7:44 pm

Ich wollte schon vorschlagen, ob du Ronja nicht selber scheren magst, dann kannst du sie auch ganz behutsam daran gewöhnen! :D

Fee war eine bezaubernde Pudeldame!
Liebe Grüße, Katja mit Bolle
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pauline
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Re: Erstes Scheren war eine Katastrophe!

Beitrag von pauline » Fr Aug 28, 2015 9:36 pm

Na, aber hallo. Du kannst doch toll scheren. Es besteht doch überhaupt keine Veranlassung solch seltsame Leute aufzusuchen.

Deine Fee war ein ganz bezauberndes Mäuschen! Und tu Ronja einen Gefallen und überdenke nochmal deine Überlegungen zur Frühkastration. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind heutzutage dergestalt, dass Mammatumore häufiger eine andere Ursache haben als eine fehlende Frühkastration. Und dass zwar das (eher kleine) Risiko für Mammatumore verringert wird, dafür aber überproportional das Risiko für andere Krebsarten steigt.

Ich bin kein Kastrationsgegner. Finde aber, dass es nur wenige zwingende Gründe für eine Kastration gibt. Und ich finde, dass jeder Hund ein Recht darauf hat, erstmal erwachsen werden zu dürfen.

Die Entscheidung muss aber letztendlich jeder selbst treffen
http://www.poodle-of-the-curly-future.d ... ration.pdf
http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/de ... 3&ID=18951

Von meinen bisher 4 Hunden war keiner kastriert. Auch meine Hündin nicht. Die ist 12,5 Jahre alt geworden. Für einen DSH ein hohes Alter. Mammatumore hatte sie nicht.
LG Petra

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Re: Erstes Scheren war eine Katastrophe!

Beitrag von Thalassa » Fr Aug 28, 2015 9:43 pm

Ich würde das ganz langsam angehen. Jeden Tag auf einen Tisch setzten, vorsichtig bürsten, überall angreifen, Ohren, Augen, Zähne kontrollieren und die Schermaschine ein wenig laufen lassen. Aber in der Entfernung, damit sie sich an das Geräusch gewöhnt. Jedes Mal mit der Schere ein wenig schneiden und alles ganz in Rube machen. So könntest du dich langsam vorantasten.
Ich schneide meine Ella immer mit der Schere weil sie sich so fürchtet. Aber das ist eine andere Geschichte. Das geht auch recht gut. Es dauert halt länger, aber Ella hat gelernt, dass es dabei jede Menge Streicheleinheiten gibt, und inzwischen kann sie auch schon sehr gut dabei entspannen.
Du brauchst halt viel Geduld, aber du hast deinen Hund ja noch nicht wirklich lange, und der Kleine muss sich an alles erst noch gewöhnen, und das braucht Zeit und Einfühlungsvermögen.
Zu solchen Hundefriseuren wie du sie schilderst, würde ich auf keinen Fall gehen. Und dass dein Hund verletzt wird geht gar nicht!

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Re: Erstes Scheren war eine Katastrophe!

Beitrag von pudelchen » Sa Aug 29, 2015 9:35 am

Hallo,

es ist alles gesagt und ich kann mich dem nur anschließen, gewöhne Deine Kleine vorsichtig an die Pflegemaßnahmen und baue so auch Vertrauen auf und aus. Von Hundefriseuren würde ich erstmal Abstand nehmen, bis sich alles gefestigt hat.
pauline hat geschrieben: Finde aber, dass es nur wenige zwingende Gründe für eine Kastration gibt. Und ich finde, dass jeder Hund ein Recht darauf hat, erstmal erwachsen werden zu dürfen.
Dem möchte ich mich unbedingt anschließen, überdenke es noch einmal und lass die Lütte erstmal erwachsen werden.
Viele Grüße
Carola mit KP Cleo und ZP Wilma

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Re: Erstes Scheren war eine Katastrophe!

Beitrag von spinatkatze » Do Sep 03, 2015 12:13 pm

Hallo Kirsten!
Ich habe auch eine kleine Ronja bei mir zu Hause :D Den ersten Friseurtermin habe ich erst gemacht als Ronja sich zu Hause richtig eingelebt und schon Vertrauen zu mir hatte. Also mit 17 Wochen, da war sie schon 8 Wochen bei mir und hatte genug Zeit die Fellpflege (Kämmen, bissl schneiden, duschen) bei mir kennen zu lernen und um zu wissen "die is immer gut zu mir, die würde mich nicht in Gefahr bringen".
Wenn ich richtig gelesen hab war deine Ronja ja erst eine Woche bei dir. Vielleicht war das deshalb einfach n bisschen viel für sie...
Im übrigen durften ich und Ronja vor dem eigentlichen Schertermin schon mal zur Friseurin. Da durfte Ronja alles beschnuppern, die Friseurin kennenlernen und wurde einmal auf den Tisch gestellt. Die Friseurin hat ganz lieb mit ihr geredet, nebenher die Schermaschine angemacht und nur neben sie gehalten und dabei gelobt. Mehr ist nicht passiert und wir sind wieder heim :D
Zu den kleinen Panikattacken: die müssen meiner Meinung nach gar nicht unbedingt was mit dem Friseudesaster zu tun haben. Mein Welpi hat sich auch hi und da vor Sachen erschreckt. Und dann auch manchmal Terz gemacht. Da hab ich mir nicht viel Sorgen gemacht. Die is ja noch klein und kennt so einiges nicht. Ich hab ihr Zeit gelassen, ihr die Möglichkeit gegeben das Objekt/Subjekt der Angst zu erkunden, beobachten... Mit der Zeit wird sie mutiger und alles wird selbstverständlich :)

liebe Grüsse,
Kathi und Ronja
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Rumo
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Re: Erstes Scheren war eine Katastrophe!

Beitrag von Rumo » Sa Sep 05, 2015 9:46 pm

Hallo, wir hatten das Problem zu Beginn auch ähnlich


Wie haben dann eine liebe Groomerin gefunden, zu der wir mehrmals in der Woche hingefahren sind. Nur mal kurz reinschneien, Hallo sagen, Leckerchen. Dann mal ganz kurz auf den gefürchteten Tisch, wieder Lob und Lecker. Und nach Wochen dann ging kurz mal die Maschine an. Kurzer Schreck, das obligatorische "Suuuuper!" und das immer und immer wieder.
Es hat ewig gedauert. Aber nach gut einem Jahr konnte mein Hund endlich entspannt auf diesem Tisch sitzen und alles über sich ergehen lassen, ohne 1000 Tode zu sterben.
Bei uns war der Panikauslöser der Metalltisch. Anfangs haben wir also nur auf dem Boden geschoren. Es ging auch irgendwie.
Alternativ kommen manche Hundefriseure auch nach Hause. Das hilft schon einiges.

Ich finde aber, deine Fee sieht doch super aus. Du kannst doch die kleine Maus selbst schneiden. Ich bewundere das, ich traue es mir nicht zu :)

Lg
Liebe Grüße
Von Marina mit Terriermix Fussel (30.05.2010) und Kleinpudel Holly (28.02.2016)

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