Tierschutz / Toy-Zucht

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pudelig
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Tierschutz / Toy-Zucht

Beitrag von pudelig » Mi Dez 07, 2016 4:11 pm

Ich wollte das Fass ja nicht aufmachen. Aber nach einigen Tagen mit so einem Toy-Winzling im Haus beschäftigt es mich einfach sehr. Ich finde es sehr anstrengend für uns Menschen, ständig auf der Hut zu sein, dass wir nicht auf sie drauftreten, irgendetwas vielleicht auf sie drauffallen könnte, die anderen Hunde sie treten etc.
Aber für den Hund scheint es mir noch sehr viel schwieriger! Kann ein 2 kg Hund jemals mit anderen toben? Wie sieht die riesige Welt für so ein winziges Wesen wohl aus. Unwesentlich größer als ein Meerschweinchen - aber ein Leben bei/mit den Menschen, wie ein Großer?
Hier sind auch Toy-Besitzer, vielleicht sogar Züchter. Sicher mache ich mich hier gerade nicht beliebt. Ich lasse mich gerne von euch belehren. Welche Argumente gibt es, dass ein Hund so klein gezüchtet werden muss?
Gibt es eigentlich viele Toy-Züchter? Ich habe im Netz gestern kurz geschaut. Ich habe nicht viele auf die Schnelle entdeckt.
Ich finde es sträflich, dass die Möpse so gezüchtet werden, wie es zurzeit passiert. Die Toy-Zucht erscheint mir genauso wahnsinnig.
Ich würde mich sehr gern für ein Verbot von einer solchen Zucht einsetzen.
Viele Grüße
von ilo mit Micky, Kleinpudel * 02.01.2015
und
unvergessen Berner Poldi und Toy-Lady Rosi

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nase
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Re: Tierschutz / Toy-Zucht

Beitrag von nase » Mi Dez 07, 2016 6:31 pm

Ich teile deine Bedenken. Wir haben eine Nachbarin, die jahrelang immer alte Setter aus dem Tierschutz übernommen und gepflegt hat. Die, die ich kennen lernen durfte, sind 14 Jahre und älter geworden und hatten es wirklich gut. Nun wollte unsere Nachbarin aber nochmal einen Welpen, und weil sie gern reist und viel mit Fahrrad unterwegs ist, einen kleineren Hund. Wir haben uns dann sehr gewundert, als wir sie mit ihrer 2 kg-Hündin getroffen haben: Ein Toy von einer Züchterin aus SH. Leider ist der Welpe mit wenigen Wochen dann an der Leine ihrem Mann zwischen die Füße gesprungen und wurde versehentlich getreten. Das hat ihn fast das Beinchen gekostet. Zuerst war das Bein erst gebrochen, dann wurde es operiert und danach (zu fest) bandagiert, so dass sich alles entzündete und fast amputiert werden sollte. Nach wie vor läuft die Hündin auf drei Beinen. Das wäre alles bei einem größeren und stabileren Hund nicht passiert. Freilauf mit anderen Hunden war sonst bei unserer Nachbarin immer Standard, findet aber jetzt auch nicht mehr statt. Als Kalle mit 11 Wochen und 2,5 kg bei uns einzog, hatte ich auch ständig Angst, ihn zu treten und bin jetzt heilfroh, dass er so robust ist. Wenn ich die Wahl habe, möchte ich so einen Hund nicht haben. Ihn zu retten ist natürlich eine ganz andere Geschichte...., das finde ich heldenhaft.
Zuletzt geändert von nase am Mi Dez 07, 2016 6:41 pm, insgesamt 1-mal geändert.
LG, Birgit, Kalle und Pedro
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Re: Tierschutz / Toy-Zucht

Beitrag von JohnnyP » Mi Dez 07, 2016 6:41 pm

Wir haben einen 2kg Chi und der würde tendenziell gut mit dem 4,5kg Pü spielen. Wenn man nicht zu fein dafür wäre.
Sie liebt nämlich Johnny P den König :lol:
Der wird angespielt und angesprungen und sie erntet dafür ein tiefes GRRRRRRRRRR.
Gerade ist sie läufig, da ist es besonders schlimm. In den Stehtagen würde sie dann auch mal mit dem Zwerg spielen. :roll:

Das drüber fallen, oder treten ist auch so eine Angst meiner Mutter. Bei ihren ursprünglichen Besitzern hatte sie mal die Pfote gebrochen wegen einer zugefallenen Türe und das ist auch am ehesten meine Angst. Da ist so ein Hund doch schnell dahin.
Bei den ganz zarten Exemplaren ist ja wohl auch schon Gefahr eines Bruchs, wenn die nur vom Sofa springen.

Ich finde solche Mini und auch die Maxi Zuchten müssen wirklich nicht sein und bringen nur Probleme mit sich.

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Re: Tierschutz / Toy-Zucht

Beitrag von Elli » Mi Dez 07, 2016 6:48 pm

Also meine Abby ist ein Toy im oberen Maß. Ich kann einiges sagen aber bestimmt nichts negatives. Sie ist durch und durch gesund, agil, fit, immer gut gelaunt, macht lange Wanderungen ohne wenn und aber mit, ist im Umgang mit großen Hunden sehr bestimmend und lässt sich die Butter nicht vom Brot nehmen. Sie ist draussen das totale Powerpacket und drinnen ist extremkuscheln angesagt. Sie ist ein ganzer Hund und so wird sie auch behandelt. Naja, ausser ich verfalle mal wieder dem hinreisenden Augenaufschlag und kann ihr einfach nicht widerstehen. Hier ist es noch keinem passiert sie irgendwie zu überrennen. Für uns das rundum sorglos Packet. Wir würden und werden jeder Zeit wieder so entscheiden. Für uns ist diese Größe einfach perfekt. Ach ja sie ist ein Rittersport mini Hund, quadratisch praktisch gut mit ca. 3,5 kg.
Klar braucht niemand Qualzuchten wo Hunde keine Luft bekommen oder Klubschaugen haben oder so klein gezüchtet werden das sie in eine Teetasse passen. Aber man sollte bei jeder Zucht auf Verstand und Kenntnis achten.
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Re: Tierschutz / Toy-Zucht

Beitrag von Harli » Mi Dez 07, 2016 8:51 pm

Ich denke, alles Extreme hat eine Grenze, wenn die über- oder unterschritten wird, ist es nicht mehr wirklich gesund.
Und da kommt es eben auf die Zucht und das Ziel des Züchters an.
Ich habe auf den großen Ausstellungen (damals noch hier in Berlin unterm Funkturm) wunderschöne, agile, gut proportionierte Toys gesehen. Sahen aus wie richtige Püs nur eben in sehr klein. Aber nicht irgendwie zerbrechlich oder kränklich. In den Kleinanzeigen im Netz und in verschiedenen Pudelgruppen auf Facebook hab ich aber auch schon Toys gesehen, wo schon die Proportionen so gar nicht mehr pudelig sind. Und die Größe ist dann meist auch alles andere als vertretbar. Scheinbar geht es dort wirklich nur noch darum, den eigenen Rekord zu brechen und immer kleinere Hunde zu züchten.
Selbst hatte ich einen "gebrauchten" Toy als erwachsenen Hund bekommen, der war mit gut 26cm und 3,5kg durchaus schon ein richtiger Hund. Er hat seit seinem 11. Lebensjahr Herzmedikamente bekommen, hat beizeiten seine Zähne verloren, wurde im Alter taub und konnte später auch schlecht sehen, ist aber, genau wie mein Kleinpudel Julian, 16 Jahre alt geworden.
Ich hatte ja damals auch noch Julian und meine beiden Dt. Doggen (55 und 65kg). So wurden die 2 Püs und die 2 Doggen, wenn ich mal allein das Haus verlassen habe und nicht aufpassen konnte, räumlich durch ein Türgitter getrennt. Das Risiko, dass der Toy den Riesen unter die Pfoten gerät, war mir einfach zu groß. Bei mir war es eben ein größenmäßig recht gemischtes Rudel, wie bei Dir jetzt auch. Wobei Dein Toychen ja nun wirklich schon die Winzigkeit in Person ist mit etwas über 2 kg. Wer nun ausschließlich solche kleinen Hunde hält, es gibt ja Chihuahualiebhaber oder andere Winzbesitzer, die gleich eine ganze Meute von einer Rasse haben, und sich eben auch im Bekanntenkreis Leute mit Winzlingen finden, kann sich bestimmt mit denen öfter treffen.
Innerhalb einer extremen Gewichtsklasse/Größe sind ja Ausflüge mit Freilauf und unbeschwertes Toben miteinander wieder möglich. Ich hab das damals mit meinen Doggen gemacht, wir hatten eben einen Bekanntenkreis von Leuten, die alle Doggen, Irische Wolfshunde etc. hatten, weil man die Riesen genauso wenig mit allen spielen lassen kann wie die Winzlinge.
Ich denke, bei diesen extrem kleinen Hunden kommt es immer drauf an, dass man sich wirklich drauf einlassen muss. Sie brauchen schon einiges mehr an Fürsorge im Alltag. Einen so winzigen Welpen würde ich mir heute auch nicht mehr holen, einfach weil er nicht wirklich in mein Leben passt. Bei einem älteren Notfallhund, der einen sowieso nur noch ein paar Jahre begleitet, würde ich vermutlich noch mal schwach werden...

Als Argument, warum ein Hund so kleingezüchtet wird, fallen mir so spontan ein:
-so ein Winzling kann meist überall mit hin, wo "normale" Hunde eigentlich nicht erlaubt sind (Strand, Hotel, Geschäfte...)
-bei Flugreisen kann er problemlos als Handgepäck mit
-es gibt Vermieter, die einen MicroHund wie Yorkshire-Terrier o.ä. unter Kleintier verbuchen und erlauben, wo sonst Hunde verboten sind (meist bellen die ganz kleinen auch deutlich leiser)
-Menschen, die selbst nicht (mehr) sehr mobil sind, hoffen, mit so einem Zwerg einen Hund zu bekommen, der wenig Auslauf braucht. (Vielleicht war das auch mal die Überlegung der Vorbesitzerin.)
Das sind so die Sachen, wo ich durchaus noch mitgehe - wenn die Hunde eben nur klein und ansonsten gesund sind und entsprechend kontrolliert gezüchtet werden.
Naja, und dann ist da eben noch das typische Nachfrage-regelt-das-Angebot - Phänomen. In Verbindung mit Mode und Trends, die auch vor Haustieren nicht haltmachen, gibt es eben auch Leute, die solche Hunde einzig, weil es schick ist, haben müssen.
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Re: Tierschutz / Toy-Zucht

Beitrag von isiariane » Do Dez 08, 2016 8:47 pm

Ich habe ja auch vier Kleinhunde. Zwei Chihuahuahündinnen, eine mit gut 2 kg (ein ganz normaler kleiner Hund) und ein Drei-Pfund-HUnd, die wiegt 1600 Gramm und ist ein echtes "Mickerding", die hab ich aus Mitleid mitgenommen. Aber dieses Winzigding war so nicht geplant, das muß ich der Züchterin zugestehen. Die Mutter wiegt knapp 3 kg und der Vater auch 2,5 kg, nur meine Ornella ist so winzig aus dem Wurf geblieben (es waren 6 Welpen). Und daher wurde für sie ein Liebhaberplatz ohne Zuchtabsichten gesucht und so ist sie zu mir gekommen. Nochmal möchte ich nicht so ein kleines zartes Geschöpf haben.

Bei mir ist auch der Größenunterschied zum GP und dem Schnauzer zu groß, als das ich die Hunde unbeaufsichtigt zusammen lasse. Sie laufen Tag und Nacht zusammen, solange ich da bin, aber wenn ich weg fahre werden sie räumlich getrennt. Ansonsten haben meine MIni-Mädels die Hosen an und schikanieren die großen JUngs wo sie können. :lol: :lol: Und die beiden großen Rüden lassen sich das gefallen. :D

Meine beiden anderen Kleinhundmädels wiegen 3,5 und 5 kg, die laufen hier völlig normal als vollwertige Hunde mit und auch die große Chi-Hündin springt auf Sofa und Bett und hüpft auch wieder alleine runter, nur das Mini-Ding ist zart und zerbrechlich und muß überall rauf und runter gehoben werden (habe sonst Angst wegen Beinbruch....).

Also ich finde kleine Hunde teilweise sehr praktisch, man kann sie überall mitnehmen und notfalls auf dem Arm tragen, auch für längere Zeit ist das möglich. So Hunde um 4 bis 5 kg finde ich schon ok, das sind zwar kleine Hunde, aber sie können alles was auch ein größerer Hund kann. Auch meine Minis laufen lange und ausdauernd mit mir. Nur beim Spielen mit Fremdhunden bin ich sehr vorsichtig, zumindest wenn ich den Fremdhund nicht kenne und einschätzen kann.

Es gibt in meinen Augen schon verantwortungsvolle Toy-Züchter (ich meine jetzt alle Toyrassen). Immer kleiner ist nicht so toll, eine gewisse Größe sollte ein HUnd schon haben.
Viele Grüße von Ariane mit Mozart, Humboldt und den 4 Minis

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JuRo
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Re: Tierschutz / Toy-Zucht

Beitrag von JuRo » Sa Dez 10, 2016 12:38 am

Huhu,
Also so ganz winzige zerbrechliche Hunde, die nicht mal eigenständig vom Sofa springen können finde ich nicht gut.
Knöpfchen ist 28cm gross, 3,5kg "schwer" und recht robust. Sie spielt auch mit grossen Hunden und hat es dabei drauf, schon zu quietschen, bevor die sie berühren.
Aber natürlich kann dabei mal was passieren. Dennoch werde ich meinen Hund nicht in Watte packen.
Viele Grüsse von Julia, Knöpfchen und Bobby

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Re: Tierschutz / Toy-Zucht

Beitrag von pudelig » Mo Dez 26, 2016 6:51 pm

Unsere TÄ sagte beim letzten Besuch - als ich wegen Rosas tränenden Augen fragte (die ersten 2 Wochen wässrig laufend, nun eitrig) - dass sie das Problem sicher seit Geburt an habe. So seien ihre Erfahrungen: bei den Winzlingen sollen die Tränenkanäle stets zu eng sein und Probleme bereiten. Nun hoffe ich auf die Augensalbe. Vielleicht hilfts ja doch noch.
Viele Grüße
von ilo mit Micky, Kleinpudel * 02.01.2015
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