Züchten außerhalb von FCI

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cherry
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Re: Züchten außerhalb von FCI

Beitrag von cherry » Sa Sep 03, 2016 12:40 pm

Vandela schrieb :

Zitat : Wie man Bruder und Schwester oder Vater und Tochter paaren kann, erschließt sich mir von vorne herein nicht. Jeder der halbwegs in natürlichen Maßstäben denkt, weiß, dass die Folgen katastrophal sind. Dieses Wissen war schon vor 30 Jahren bekannt...

Das ist eigentlich ganz einfach, und man muss da etwas weiter in die Geschichte der Pudelzucht gehen, denn auch hier in Deutschland musste man eine Handfeste Begründung abliefern, warum man nun Vater/ Tochter bzw. eine Geschwister Verpaarung eingehen möchte, und wenn diese Begründung okay war wurde es genehmigt.

Nun zur Geschichte, Die Hundezucht hat nach den beiden Weltkriegen arg gelitten, viele gute Hunde waren fort, wenn sie nicht im Krieg als Kanonenfutter her hielten, und einige hervorragende Hunde gingen über die Schweiz nach England und von da nach Amerika. Annerose Nagel hat darüber mal einen hervorragenden Artikel über die weiße Großpudelzucht hier in Deutschland geschrieben. Nun zu unseren apricot Großpudeln. Der Zwinger v. Shangri-la lebte einige Jahre hier in Deutschland, und hatte sich aus dem engl. Zwinger Ivanola ein Geschwister Paar Anfang der 70ziger Jahre geholt, nach längeren Gesprächen mit den Zuchtverantwortlichen des DPK durfte dann mit diesen beiden Hunden hier ein Wurf gemacht werden, und aus dieser Nachzucht wurde hier die apricot Zucht aufgebaut. Auch war die Farbe apricot zu dieser Zeit noch gar nicht von der FCI anerkannt das wurde sie erst 1976, nach viele Debatten mit der damaligen franz. Präsidenten und unseren Präsidenten Herrn Andresen. Es kam dann noch ein apricot Großpudel aus den engl. Zwinger Tiopepi nach Deutschland, wir hatten also nicht wirklich eine große Auswahl an apricot Großpudel hier rumlaufen, wie ich oben ja geschrieben habe , besaß ich eine Hündin aus den Geschwister Paar, nach langen suchen und Ausstellungen besuchen, fand ich dann den aus Kanada stemmenden Rüden Torbec Bibielots Fire Cracker, der in Dänemark zu Hause war, für uns ein Segen , denn er war doch fremd, aus der Verpaarung gingen die beiden Hündinnen in die Zucht, Alexa wurde später mit Teotepi Arriva verpaart und die Angelique wurde mit Sand Storm v. Shangri-La verpaart, daraus gingen auch wiederum 2 Hündinnen in die Zucht, Chantal und Colette. Wenn ich mich zurück erinnere, hatten wir damals gar keine andere Möglichkeit so zu züchten, denn es gab nichts, wir mussten auf die wenigen uns zu Verfügung stehenden Hunden zurückgreifen.Es kam ja nun auch erschwerend dazu das von Seiten der Vereine das Farbmischverpaarungen nicht erlaubt war. Das ist heute ja GsD. Geschichte. Aber um eine Linie aufzubauen haben die damaligen Züchter halt eine Inzest Verpaarung in Kauf genommen auch sehr oft im Ausland, bei allen Farben. Das ist nun ein kleiner Rückblick in die Geschichte

Post von Curly-Petra: Ganz kurz und knapp würde ich bei dir gern kaufen! Deine Worte sprechen für mich das du dir viele Gedanken machst und bestrebt bist gut zu züchten, so soll es sein. Und wenns um weisse Flecken geht, die würde ich besonders mögen, ich stehe auf bunt, egal ob zugelassen oder nicht.
Wenn es wirklich nur ein sogenannter Farbfehler oder auch Pigmentfehler ist und alles andere ganz normal durchgechekt und ok befunden wurde, natürlich bei beiden Eltern...da hilft keine meiner Meinung nach Vereinszugehörigkeit, sondern genaues hinsehen auf den einzelnen Züchter. So wie ich das bei jahrelanger Vereinszugehörigkeit im VDH damals beim Chihuahua kenneglernt habe gibt es dort nicht wirklich gescheite Beratung was die Rüdenwahl angeht (so wäre das für mich kein Auswahlkiterium) und auch dort lernte ich neben guten Züchtern mehrere schwarze Schafe kennen. Auch in der sogenannten Desidenz habe ich beide Sorten Züchter genügend gesehen. Man wird halt nie sein eigenes Hirn ausschalten dürfen und sich auf irgendwelche Vereinszugehörigkeiten verlassen.
Für mich würde auch das Wesen und die Aufzucht neben den gesundheitlichen Dingen besonders zählen, wenn ich mir nen Welpen kaufen wollte. Das du auf wenig Inzucht achtest wäre für mich ein Pluspunkt. Wie sagte man schon als Reiter, auf Papier kan man nicht reiten.
Mein Fazit, Augen auf beim Welpenkauf aber eher auf den jeweiligen Züchter. Und wenn der mit seinem Zuchtmaterial und dem was er anstrebt mir gefällt, dann ist mir das wichtiger als das Papier von einem bestimmten Verein. Vor vielen Jahren dachte ich da noch anders aber das Leben war ein guter Lehrmeister.
Über den Ton der hin und wieder hier herrscht versuche ich mich nicht mehr zu ärgern, jeder halt so wie ers kann...

LG Petra

Es geht hier nicht um ein paar weiße Haare, sondern es geht hier um ein gravierenden Pigmentfehler, lt. Farb Standard des fawn farben Pudel soll der Nasenspiegel braun sein , je dunkler je besser, bei der Hündin war dieses von Welpen Alter an nicht zu sehen, der Nasenspiegel war nicht braun sondern ging ins rote, Die Augen sollen dunkel sein, auch hier war es im Welpenalter schon nicht sichtbar, sie gingen ins grüne.
Zu der Rüdenwahl: 1. beraten wir unsere Züchter was die Rüdenwahl angeht, entscheiden muss aber der Züchter, 2. wo willst du denn einen Rüden her nehmen, der Linienfremd ist? selbst bei einer Farbmisch Verpaarung mit schwarz oder weiß wird sich das Pigment bei einigen Nachkommen nicht ausbilden.

Zu den Züchtern: Es ist Grundsätzlich für jeden Züchter ein Muss seine Zuchthunde auf Krankheiten hin testen zu lassen zumindest auf die geforderten, und da spielt es keine Rolle ob Dissidenz oder VDH, wer Welpen in die Welt setzt hat Verantwortung!! Und mit Verlaub gesagt , eine liebe Hündin, die für den Besitzer perfekt ist und eine gute Kinderstube, macht noch lange kein guten Züchter aus, dazu gehört etwas mehr, man sollte sich schon die Papiere genau ansehen.

In einem Punkt gebe ich dir aber Recht: AUGEN AUF BEIM WELPENKAUF :)

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Re: Züchten außerhalb von FCI

Beitrag von Cindy » Sa Sep 03, 2016 1:25 pm

@cherry

mach Dir keine Mühe, Petra was erklären zu wollen .... sie ist auch der Meinung, dass die Farbe "merle" ganz normal in der Pudel-Population vorkommt und ihre merlefarbenen Pudelmischlinge reinrassige Pudel sind.




@Katja

das mit der für Laien aufbereiteten Infoquelle ... wer will sich die Arbeit machen? Danken tut es einem keiner. Im Gegenteil ... Und es gibt genügend Züchter, Zuchtwarte, etc. die jederzeit bereit sind, Fragen zu beantworten, wenn man die Fragen vernünftig stellt.
Ich habe in Europa, USA, Kanada, Australien im Laufe der Jahre viele Züchter kennengelernt, die jederzeit bereit waren, Fragen zu beantworten, einem Neuling in der Materie behilflich zu sein, sich durch die ganzen Informationen durchzuwühlen, Tipps zu geben, ....
NUR - wer so mit der Tür ins Haus fällt und gleich mal Porzellan zerschlägt

Stichworte
bin ich der Meinung, dass der Standard Pudel wohl eine gefährdete Rasse ist
... völlig falsche Behauptung, wenn dem so wäre, würden viele GP nicht so alt werden. Und v.a. nicht so alt werden und dabei gesund bleiben.
gesunde und wesenfeste Tiere, die noch dazu gutes Genmaterial haben wegen Schönheitsfehlern aus der Zucht auszuschließen
.... gutes Genmaterial? wo denn? Wenn es denn etwas besonderes wäre, ist aber nur das, was es schon zuhauf überall sonst auch gibt - und Schönheitsfehler? Pigmentmangel oder eher wohl Pigmentstörung ist kein Schönheitsfehler
sie hat kleine weiße Flecken an den Ballen. Für den FCI wäre das ein Zuchtausschluß Grund.
... genauso nicht der Wahrheit entsprechend


Für viele Züchter ist es eine Ehrensache, einen Neuling an die Hand zunehmen. V.a. wenn er einen Hund von besagtem Züchter hat. Aber auch so ..... NUR - wenn der Neuling sich aufführt, als habe er die Weisheit gepachtet, mit dem Löffel gefressen, wie auch immer - dann war's das für die meisten ganz schnell mit der Hilfsbereitschaft.


Sie hat einen COI von 1,68 auf 10 Generationen und 2,8 auf 12 Generationen.
.... stimmt nicht

..... da braucht es einen nicht zu wundern, wenn man auf verschlossene Türen und auf Mauern stösst.
Viele Grüße
Cindy


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Re: Züchten außerhalb von FCI

Beitrag von Vendela » Sa Sep 03, 2016 1:37 pm

im Moment ist Zoes Nasenspiegel braun und wird immer dünkler. Die Augen werden langsam bernsteinfarbig, auch eher satt.

Wo das eine schwerwiegende gesundheitliche Störung sein soll, erschließt sich mir nicht, da in anderen Pudelklubs im englisch sprachigen Ländern die Farbe Red mit Liver Points akzeptiert ist, so blöd werden die nun auch nicht sein, auch wenn sie keine Deutschen oder Franzosen sind.
Ich kenne persönlich einige Rassehunde, die genau dieselbe Nasenfarbe und Augenfarbe haben. Sicherlich alles kranke Tiere - oder?

Dass @Cherry früher eben keine anderes Zuchtmaterial hatte, weil der Verband es verbot sagt schon viel aus: Zitat: "Es kam ja nun auch erschwerend dazu das von Seiten der Vereine das Farbmischverpaarungen nicht erlaubt war."

Hätte man schon damals auf diese Regeln verzichtet oder sie erleichtert, wer weiß, wie Pudel heute aussehen würden und welches Genmaterial man heute zusätzlich hätte. Ich hätte wahrscheinlich damals komplett auf die Zucht verzichtet oder eben außerhalb der FCI - weil ich prinzipiell nicht gegen den Hausverstand arbeite. Der sagt mir nun mal, Inzucht ist schlecht.

Das Diktat der Farben ist eine Einbahnstrasse. Und ja, Hunde, die ansonsten gesund sind und "nur" einen Farbfehler haben, sind wenn nicht mit ihnen gezüchtet wir auf immer im Genpool verloren. Ich hoffe, dass meine Zoe alle Tests mit fliegenden Fahnen bestreitet und bis es soweit ist, dass wir mit ihre züchten könnten, rinnt noch viel Wasser die Donau runter.

Ich bin übrigens aus Österreich. Die Macht der Vereine und ihre merkwürdigen Auswüchse habe ich auch bei meinen Kindern, die Leistungssport betreiben, erlebt.

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Re: Züchten außerhalb von FCI

Beitrag von cherry » Sa Sep 03, 2016 2:43 pm

Bernsteinfarbene Augen bei apricot ist nicht erwünschst,wir müssten die Farbe ihrers Nasenspiegels jetzt sehen, so können wir da keine Aussage zu machen :)
Und natürlich haben die hiesigen Pudelklubs damals erheblich dazu bei getragen , das die Zucht hier nur schleppend voran ging, das steht außer Frage, aber wenn du die Ahnen deiner Hündin aufmerksam studiert hast, ist es dir sicherlich nicht entgangen das auch die hiesigen Züchter keine Kosten und Mühen gespart haben um fremdes Blut in unseren Nachkommen zu bekommen. Wenn ich zurückblicke haben wir in der Vergangenheit nicht so schlecht gezüchtet, und wenn ich mir einige Hunde von früher so ansehe gefielen mir die Hunde Im Wesen und vom Aussehen her sehr gut, einige sogar besser als so manch ein apricot der heutigen Zeit und langlebig waren sie auch.

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Re: Züchten außerhalb von FCI

Beitrag von Vendela » Sa Sep 03, 2016 4:47 pm

Bild

cherry
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Re: Züchten außerhalb von FCI

Beitrag von cherry » Sa Sep 03, 2016 7:01 pm

Danke für das Foto

leider sehe da kaum ein Unterschied zu dem 1. Foto , das Resi verlinkt hat.
Ich würde in deiner Stelle mal einen Farbgentest machen lassen , ob deine Hündin genetisch braun ist, ich habe eigentlich bei den apricosen / rot noch nie so eine rosa Nase gesehen
selbst bei den braunen ist der Nasenspiegel dunkler

Grüße Judy

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Re: Züchten außerhalb von FCI

Beitrag von Susamy » Sa Sep 03, 2016 11:17 pm

Hallo :D

Nach meiner Erfahrung ist dies hier eines der friedlichsten Pudel-Foren im www.
Und ich bedaure immer und immer wieder, dass es keine Like-Funktion gibt. :?
An Cindys Ton habe ich mich schnell gewöhnt nachdem ich begriffen habe, dass das, was sie schreibt, Hand und Fuß hat.
Hm, manche Leute sind halt so - ich auch. :lol:
Und - ja, es stimmt total:
Wenn man es ernst meint und gut machen will,
wird man gut an die Hand genommen und geführt auch von den Leuten,
die einem vorher ihre Kritik wild um die Ohren gehauen haben.

Es war eine harte Schule (bei fb), die oftmals so knallhart rüber gebrachten Meinungen auszuhalten.
Wenn dann die Emotionen verflogen waren, konnte ich begreifen, was gemeint war.
Und dann habe ich versucht, das umzusetzen.
Das musste ich erst lernen.

Jetzt sind diese Menschen mir meine liebsten Lehrer.

Vendela, vielleicht hilft dir das etwas.
Liebe Grüße
Susi & die Laubepudel

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Re: Züchten außerhalb von FCI

Beitrag von Trixi » So Sep 04, 2016 7:42 am

Als ich den Hund gesehen habe, das Rot und die Farbe von Nase und Augen, musste ich an einen Magyar Vizla denken.
Die haben die gleiche Farbe und die rosa Nase.
Warum ist das beim Pudel genetisch bedenklich, damit zu züchten? Ist der Erbgang da anders?
Wenn ich mit einem gut pigmentierten Partner verpaare,
was ist dann dominant?
Nicht dass ich finde der Pudel gehört in die Zucht, das beurteile ich nicht, ich möchte es nur wegen der erwähnten
gesundheitlichen Auswirkungen wissen? Was kann passieren?

LG Birgit

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Cindy
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Re: Züchten außerhalb von FCI

Beitrag von Cindy » So Sep 04, 2016 9:55 am

Trixi hat geschrieben:Als ich den Hund gesehen habe, das Rot und die Farbe von Nase und Augen, musste ich an einen Magyar Vizla denken.
Die haben die gleiche Farbe und die rosa Nase.
Warum ist das beim Pudel genetisch bedenklich, damit zu züchten? Ist der Erbgang da anders?
Wenn ich mit einem gut pigmentierten Partner verpaare,
was ist dann dominant?
Nicht dass ich finde der Pudel gehört in die Zucht, das beurteile ich nicht, ich möchte es nur wegen der erwähnten
gesundheitlichen Auswirkungen wissen? Was kann passieren?
Ein Pudel ist kein Magyar Vizla.

Pudel haben normalerweise mit 8 Wochen keine leuchtendblauen Augen, auch die braunen nicht, wie das drei Welpen aus diesem Wurf hatten.

Wir wissen nicht, wie sich das mit dieser "Pigmentierung" oder besser gesagt "Pigmentlosigkeit" verhält.

Es kann sein, dass es tatsächlich so ist wie beim Vizla - dann ist es einfach nur nicht schön.

Es kann aber auch sein, v.a. wegen der BLAUEN Augen, dass hier ein anderer Genort an der Ursache beteiligt ist - dann wissen wir nicht, was an dem Allel, das diese Pigmentlosigkeit rsp. Pigmentmangel bewirkt, noch so alles involviert ist. Und deshalb gehört dieser Hund nicht in die Zucht - nicht, solange nicht ausgeschlossen werden kann, und zwar SICHER ausgeschlossen, dass an diesem Pigmentmangel nicht noch andere Probleme mit behaftet sind.

Es gibt durchaus rote Pudel, die relativ helle Nasen haben ... aber die haben als Welpe alle dunkle Nasen, Augen und Pfotenballen. Wenn diese aufhellen, dann mit Beginn der Pubertät - meist hormonell bedingte Wechselnasen. Das liegt aber hier ja nicht vor, da die betreffenden Welpen ja von Beginn an nicht wirklich Pigment hatten. Auch die braunen Welpen haben als Welpen dunkelbraunes Pigment an Nase und Ballen. Und keine blau-grünen Augen wenn sie mal 8 Wochen sind.

Wir wissen einfach nicht, wie sich das auf die Zucht auswirkt. Und so besonders ist die Ahnentafel nicht - nichts, was es in der Form nicht schon oft genug geben würde. Zumal in dem Wurf ja 6 Welpen sind, die gut pigmentiert sind. Warum man dann ausgerechnet mit denen züchten sollte, die schlecht pigmentiert sind, ist die Frage.

Nicht jeder Welpe eines Wurfs gehört in die Zucht - egal wie hochprämiert die Eltern sind.



Nicht falsch verstehen - JEDER Hund hat Fehler, JEDER Hund hat Defektgene. Ist einfach so. Es gibt nicht den einen perfekten Hund. Es handelt sich um Lebewesen, da gibt es keine 100%ige Perfektion. Die Frage ist halt - mit welchen Fehlern kann man leben.

Ein etwas breiterer Kopf - das stört den Hund nicht. Ein zu schmaler Kopf kann bereits wieder zu Zahnfehlstellungen führen. Ich habe eine traumhaft tolle Zwergpudelhündin - die ist einfach genial. Wird dieses Jahr 12 und hat sich zum zigten Mal für die Agi dhv DM qualifiziert, ist ca. 8 Jahren jedes Jahr für die Agi WM Qualifikation qualifiziert. Hat in ihrer Jugend Zeiten gelaufen, da hätte sie mit einem besseren Hundeführer als meine Wenigkeit bei jeder WM vorne mitlaufen können. Bei den German Classics hat sie schon von allen small/medium die schnellste Zeit gelaufen in einem Lauf (wohlgemerkt, mit MIR als HF!!!) - und wer die German Classics kennt, weiss, dass da nur die absolute Spitze Deutschlands läuft - sie hat Teams hinter sich gelassen, die seinerzeit regelmässig mit auf die WM gefahren sind ..... ist vom Wesen her supertoll, kann mit Kindern, fremden Menschen, anderen Hunden problemlos, umweltsicher, selbstbewusst - ist in allem einfach mein Traumhund - und ich kenne genügend Hundeführer, die ihretwegen bereits gesagt haben "so einen Pudel könnte ich mir als nächsten Hund auch vorstellen". Wohlgemerkt - Hundeführer mit Gebrauchshunden - und das Wusch ist ein 29cm weisses Minilöckchen.

In die Zucht hätte ich sie nie genommen!

Denn obwohl sie einfach mein Traum von Hund ist, und ich liebendgern wieder so eine Hündin haben möchte - sie hat eine leichte Fehlstellung im Bereich der Vorderbeine, die Ellbogen sind etwas ausgedreht und die Pfoten auch. Offensichtlich hat sie das bis heute nicht beeinträchtigt. Weder im Alltag noch im Hochleistungssport!

ABER - wie es bei den Pferdezüchtern so deutlich heisst "die BESTEN für die Zucht, die Guten für den Sport".

An einen ZUCHThund stelle ICH etwas mehr Ansprüche als nur ein tolles Wesen und ein toller Sporthund.
Viele Grüße
Cindy


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Re: Züchten außerhalb von FCI

Beitrag von Susamy » So Sep 04, 2016 10:16 am

Hallo Cindy,

du schreibst:
"An einen ZUCHThund stelle ICH etwas mehr Ansprüche als nur ein tolles Wesen und ein toller Sporthund."

Das ist für mich nachvollziebar, dafür braucht es aber auch eine entsprechend große Menge an Hunden dieser Art.
Und wenn das nicht gegeben ist?
Ich will damit nicht sagen, dass mit kranken oder gesundheitlich risikobehafteten Tieren gezüchtet werden soll - Gott bewahre!
Aber wenn es nun mal nur wenige Tiere eines bestimmten Farbschlages z Bsp gibt?
(Ich denke da an die Harlekine, speziell die Braunen und da isses jetzt mal egal, ob Fehlfarbe oder nicht.)
Dann bleibt ja wohl nur der Weg, den die großen Aprikosen gegangen sind - so in der Art.
Oder?

Aber auf den Hund von Vendela bezogen gebe ich dir Recht.
Liebe Grüße
Susi & die Laubepudel

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Re: Züchten außerhalb von FCI

Beitrag von cherry » So Sep 04, 2016 10:48 am

Moin,
Susanne, in der Mehrfarben Zucht liegt einiges im argen, aber auch hier kann man Farbmisch Verpaarungen eingehen, mittlerweile gibt es da schon Linien die zu einander passen, ich spreche hier aus der Erfahrung, und meinen Diskussionen, die ich mit Mehrfarben Pudelzüchtern führe, ich berate sie , meisten klappt es und es werden gute Nachzuchten geboren, sowohl in den VDH Pudel Klubs wie auch in den Nicht VDH Vereinen. Bei den braunen ist es ähnlich wie bei den fawn Großpudeln, man kommt hier nicht um einige Linien rum, was ich jetzt nicht besonders schlimm finde, aber da hat man auch noch die Möglichkeit über schwarz zu gehen.

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Re: Züchten außerhalb von FCI

Beitrag von Cindy » So Sep 04, 2016 10:58 am

Gegenfrage ... Was willst Du erreichen?

Willst Du nette Hunde eines bestimmten Farbschlags produzieren oder willst Du züchten?

Im letzteren Fall ... Schau Dir mal die Silbermöven an. Man kann bzgl. Andrea Brendemühl sicher geteilter Meinung sein.

Aber von gezielter, geplanter Zucht über Generationen versteht sie was.

Sie hat zu Zeiten, als Farbkreuzungen In den Köpfen vieler Züchter noch verpönt waren, speziell auch bei den Mehrfarben-Züchtern ("aber wenn ich mit Einfarben verpaaren, dann habe ich doch in dem Wurf vermutlich keine black-tan, harlekin, ... Und meine Welpenkäufer wollen doch süsse bunte Pudel, denen ist doch egal, was in 3 Generationen ist"), rigoros u d ohne Rücksicht auf Farbzeichnungen Immer wieder Einfarben in ihre Zucht eingekreuzt. Erst jetzt, wo sie einen breiten Stamm Zuchthunde mit verschiedenen Linien hat, die sich hinsichtlich Körperbau und Wesen vor den Einfarben nicht mehr verstecken brauchen, geht sie gezielt wieder auf Farbe.

Und das ist der Weg, den auch die Harli-Züchter gehen müssten, wollten sie wirklich körperlich und wesensmässig gute Pudel züchten. Aber wenn die korrekte Scheckzeichnung wichtiger ist als Apfelkopf, vorquellende Augen und Plattfüße (um nur mal so ein paar Punkte aufzuzählen), dann wird sich daran eben nichts ändern. Als Pudel werden die Hunde vom Laien ja doch erkannt.
Viele Grüße
Cindy


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Re: Züchten außerhalb von FCI

Beitrag von cherry » So Sep 04, 2016 11:53 am

Cindy du sprichst mir aus der Seele,
ich habe unter meinen Züchtern die ich betreue eine Harlekin Züchterin, die sich wirklich viel Gedanken macht, sie hat sich einen Zwergpudelrüden aus dem Ausland geholt der über Einfarben gezogen ist, dieser Rüde kann sich mit dein Einfarben messen, kein runden kurzen Kopf keine großen runden Augen Gebäude topp. seine Kinder sind von ihm geprägt. Leider wird dieser Hund nicht zum decken genommen, weil zu elegant ist, die Käufer möchten Apfelköpfe und runde Augen. Es muss sich bei den Mehrfarben Züchtern, und da spreche ich besonders die Zwerg und Kleinpudel Züchter an, gravierendes ändern, denn in erster Linie sollte man versuchen dem Standard nah zu züchten, und nicht was die Interessenten wünschen, sonst endet es irgendwann mal so wie bei den Cavalier King Charles Spaniel, denn dieser wurde auch krank gezüchtet weil die Käufer das Kindliche Gesicht schön fanden. Ich habe es mittlerweile Aufgegeben solche Züchter beratend zur Seite zu stehen, denn wenn die mir erklären dieser Rüden passt zwar von der Linie aber die Käufer möchten die niedlichen großen Augen und eine kurze Nase, breche ich das Gespräch ab.

@ Susanne, da du nicht im VDH züchtest , und braun / weiß gescheckt züchtest hast du doch alle Möglichkeiten, du kannst braun oder schwarz nehmen oder auch schwarz / weiß gescheckt, und klar du musst bei dieser Farbe weite Wege in Kauf nehmen,

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Re: Züchten außerhalb von FCI

Beitrag von Susamy » So Sep 04, 2016 1:31 pm

Cindy,
die Frage ist weniger, was ich erreichen WILL,
sondern vielmehr: Was KANN ICH erreichen?
Ich bin 53 Jahre alt - an das Werk von Andrea Brendemühl-Kappler werde ich nicht ansatzweise heranreichen.
Was ich WILL, ist,
Mehrfarben-Großpudel (keine Blata) zu züchten, die in Gesundheit, Wesen, Körperbau, Gangart den FCI-Oberklassepudeln nicht nachstehen
und die Farbe HALTEN.
Du musst mich jetzt nicht auslachen.
Ich mit meinem Mädelchen Anna ...
Welche Farben meine Welpen erst einmal haben, ist mir total schnuppe!
Ich habe festgestellt, dass mir die Farbe eines Pudels absolut nebensächlich ist, wenn der Rest, also seine Gesamterscheinung stimmt.
Prinzipiell strebe ich mit Anna eine Verpaarung mit einem einfarbig braunen Rüden an,
der ein prima Vertreter seines Farbschlages ist und bei dem die Größe, das Wesen usw passt.
Und ich hoffe, dass das klappt.
Tja, das wäre dann EIN Wurf.
Eine Hündin soll bleiben, einen Rüden möchte ich als Zuchtrüden führen ...
Dann brauche ich den nächsten Deckrüden ...
Mehr als 4 Hunde bekomme ich in meinem Alltag nicht unter.
Allein schaffe ich es nie, mein Ziel zu erreichen.
Und wenn ich das so mache, gelte ich als Vermehrer?
Oder wo sind die Leute, die mit mir gemeinsam tun?
Ich finde sie in der "GP-Szene" nicht. :?
Und wenn ich dann von deinen Ansprüchen an Zucht lese, werde ich einfach nur mächtig traurig ...
Liebe Grüße
Susi & die Laubepudel

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Re: Züchten außerhalb von FCI

Beitrag von Cindy » So Sep 04, 2016 1:56 pm

Susanne -spontan fällt mir nur ein brauner Rüde ein, der wirklich bis ins hohe Alter noch braun ist. Und das ist Audax vom Sagenland. Er selbst steht rein altersbedingt nicht mehr zum decken zur Verfügung. Audax dürfte jetzt 16 sein. Zumindest lebte er bei meinem letzten Kontakt mit seiner Halterin noch. Gesund war er auch immer .... Bis auf die üblichen Zipperlein, die halt so im laufe eines Hundelebens mal eben so kommen.

Problem ist halt nur, wenn Du ausserhakb des VDH züchtest, hast Du Probleme, VDH Rüden zu bekommen. Ein schwarzer Sohn von ihm ist ja Deckrüde .... Mit einer braunen Hündin sollten da ausser schwarzen auch braune Welpen fallen, rein statistisch gesehen. So was in der Art wäre mein Weg.

Ohne gewisse Ansprüche macht Zucht keinen Sinn. Tessy hatte nie Probleme mit ihrem leichten Vorbiss, Wusch nie Probleme mit der leichten Fehlstellung der Vorderbeine ... Evtl. Wäre sie damit sogar zuchttauglich geworden.

Aber ... Wer sagt mir, dass diese Fehler in den Nachkommen nicht verstärkt auftreten, trotz entsprechender Partnerwahl ... Und dann die Nachkommen doch Probleme haben.

Jin dagegen hat einen relativ groben, breiten Kopf, nicht das schmale, langgezogene Gesicht, das man heute gern sieht. Da das auf sie Gesundheit mE keinen negativen Einfluss hat, habe ich mit so einem Fehler keine Probleme.
Da muss man relativieren. Was kann man als Fehler vertreten, was nicht. Da steckt sich jeder seine eigenen Grenzen. Bei mir ist sie Grenze da, wo es evtl. Gesundheitliche Beeinträchtigungen geben könnte. Nicht gibt - denn das sollte selbstverständlich sein, dass solche Hunde nicht in die Zucht gehen.

Und auch bei dem "geben könnte" ist das so eine Sache ...
Viele Grüße
Cindy


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