Trennungsstress vorbeugen

Alles rund um die grauen Schnauzen
Antworten
Benutzeravatar
Saemann
Mini-Nase
Beiträge: 423
Registriert: Do Sep 11, 2014 11:24 am
Wohnort: Mecklenburg-Vorpommern

Trennungsstress vorbeugen

Beitrag von Saemann » Fr Sep 23, 2016 10:34 am

Liebe Leute,


seit ungefähr zwei Wochen zeichnet sich bei Trixi die Tendenz ab immer anhänglicher zu werden, was heißt
dass sie mir mittlerweile auch mit ins Bad folgt.

Nun habe ich mal testen wollen, ob sie während meiner Abwesenheit überhaupt noch entspannen kann und deshalb
eine Freundin eingeladen sie ein paar Mal währenddessen zu beobachten.

Diese sagte mir dann, dass sie wohl immerfort (über eine Zeitspanne von ca. 2-3 Stunden) in Lauerstellung an der Treppe gelegen habe bzw. bei einem anderen Mal immer zwischen Tür und Körbchen hin und her gependelt sei...

So ganz gefällt mir das nicht und natürlich möchte ich vermeiden, dass sie auf ihre alten Tage wieder in ihren Trennungsstress zurückfällt.

Welche Techniken/Mittel würdet Ihr anwenden, um Euren alten Hund in dieser Hinsicht relaxed zu halten?


Liebe Grüße,
Silke.
"No road is long with good company."

Benutzeravatar
Harli
Supernase
Beiträge: 3364
Registriert: Do Mär 07, 2013 12:18 am
Wohnort: im grünen Umland von Berlin, 2 Mix-Hündinnen

Re: Trennungsstress vorbeugen

Beitrag von Harli » Fr Sep 23, 2016 11:11 am

Wirkliche Tipps hab ich leider nicht. Aber ich kenne das nur zu gut von Julian, der wurde mit zunehmenden Alter auch immer mehr mein ständiger Schatten. (Wobei er auch in jungen Jahren sehr anhänglich war, nur eben nicht so extrem.) Allerdings gab er Ruhe, wenn ich das Haus verlassen habe, ich denke, das waren die Rituale, die sein ganzes Hundeleben lang gleich abgelaufen sind. Mein "Dableiben-bravsein-warten!" was ich mit immer den selben Gesten meinen Hunden sage, wenn ich alleine los muss, hatte sich dann doch gut in sein altes Hirn eingeprägt. Nur, wenn er wusste, ich bin noch irgendwo im Haus, musste er unbedingt auch da sein, wo ich war.
Vielleicht hat jemand anderes noch einen guten Rat.
Bild

Benutzeravatar
Saemann
Mini-Nase
Beiträge: 423
Registriert: Do Sep 11, 2014 11:24 am
Wohnort: Mecklenburg-Vorpommern

Re: Trennungsstress vorbeugen

Beitrag von Saemann » Fr Sep 23, 2016 1:53 pm

Huhu Claudia,

Harli hat geschrieben: Aber ich kenne das nur zu gut von Julian, der wurde mit zunehmenden Alter auch immer mehr mein ständiger Schatten. (Wobei er auch in jungen Jahren sehr anhänglich war, nur eben nicht so extrem.) Allerdings gab er Ruhe, wenn ich das Haus verlassen habe, ich denke, das waren die Rituale, die sein ganzes Hundeleben lang gleich abgelaufen sind.
ist es denn möglich dass unsere nun etwas länger als zwei Jahre währende gemeinsame Zeit eben kein absolut stabiles Grundgerüst zulässt?

Ich muss zugeben mit dem "Alleine-bleiben Training" kamen wir anfangs eher langsam voran und waren dann nach etwa 4 Monaten soweit, dass Trixi meine Abwesenheit nicht mehr als beklemmend wahrnehmen konnte.
Ich war natürlich wahnsinnig erleichtert mit ihr doch noch die Kurve gekriegt zu haben!!! :streichel:

Vor drei Tagen habe ich dann abermals damit begonnen sie bei leiser Gute-Nachtmusik und geöffneten Türen für 10 Minuten in ihr Körbchen zu schicken, während ich im Nebenzimmer irgendwas wirtschafte.
Aber ob diese Methode allein so auch wieder zum Erfolg führen wird ...?
Denn es könnte ja durchaus sein, dass ihre nachlassende Sinneswahrnehmung einen nicht unerheblichen Teil zum Unbehagen beiträgt.

Mich würde auch sehr interessieren, ob hier jemand ein ähnliches Problem schon mal erfolgreich mit Homöopathika, Bachblüten o.ä. behandeln konnte. :)


Liebe Grüße,
Silke.
"No road is long with good company."

Benutzeravatar
Harli
Supernase
Beiträge: 3364
Registriert: Do Mär 07, 2013 12:18 am
Wohnort: im grünen Umland von Berlin, 2 Mix-Hündinnen

Re: Trennungsstress vorbeugen

Beitrag von Harli » Fr Sep 23, 2016 2:57 pm

Saemann hat geschrieben:
Harli hat geschrieben:...ich denke, das waren die Rituale, die sein ganzes Hundeleben lang gleich abgelaufen sind.
ist es denn möglich dass unsere nun etwas länger als zwei Jahre währende gemeinsame Zeit eben kein absolut stabiles Grundgerüst zulässt?

Mich würde auch sehr interessieren, ob hier jemand ein ähnliches Problem schon mal erfolgreich mit Homöopathika, Bachblüten o.ä. behandeln konnte. :)
Es könnte zumindest sein, dass Du es dann etwas schwerer hast mit Trixi, als ich es mit Julian hatte. Aber nicht unbedingt, weil Ihr nur 2 Jahre Zeit hattet, sondern, weil Trixi von Anfang an nicht so gern allein geblieben ist. Ihr habt das super hingekriegt mit dem Training, manches braucht eben ein Weilchen. Aber es ist wohl eben nicht ihr naturell, einfach darauf zu vertrauen, alles ist gut, Du kommst schon wieder. Vermutlich auch bedingt durch ihre Vorgeschichte. Nie lernt ein Hund nichts, selbst wenn ihm nichts beigebracht wird. Irgendwas nimmt er aus jeder Situation für sich mit.
Und ja, es ist durchaus so, bei uns Menschen ja auch, im Alter kommen die Eigenheiten eines Charakters erst verstärkt zum Vorschein. War sie vorher schon ein Hund, der nicht so absolut in sich ruhte, ist sie jetzt (auch bedingt durch evtl. nachlassendes Gehör/Sehen/insgesamt das Gefühl, kräftemäßig nicht mehr der Welt da draußen ohne Hilfe gewachsen zu sein) eher verunsichert, wenn das Wichtigste was ihre kleine Welt heil sein lässt, fehlt - nämlich Du.

Homöopathische Mittel gebe ich nicht, ich glaube schlichtweg nicht daran. - Was aber nicht heißt, dass sie bei anderen nicht doch helfen, wenn jemand selbst eine positive Einstellung dazu hat. Ansonsten gibt es ja auch verschiedene Mittel (ohne krasse Nebenwirkungen) beim Tierarzt, die beim Hund ein angenehmes Gefühl erzeugen (sollen) und den Stress mindern, vielleicht würde soetwas bei Trixi auch helfen. Ich hatte für Pipa bei Silvesterangst gute Erfahrung mit Zylkene gemacht. Adaptil ist auch so etwas, was Angst und Unruhe nehmen soll. (gibt's beim TA, aber auch recht günstig z.B. hier: http://www.zooplus.de/esearch.htm#q=adaptil)
Ich denke, das würde ich für eine Zeit lang mal probieren, wäre ich in Deiner Situation, parallel zum Alleine-bleiben-Üben, wie Du es früher schon mit ihr gemacht hast.
Bild

Benutzeravatar
Saemann
Mini-Nase
Beiträge: 423
Registriert: Do Sep 11, 2014 11:24 am
Wohnort: Mecklenburg-Vorpommern

Re: Trennungsstress vorbeugen

Beitrag von Saemann » Fr Sep 23, 2016 8:41 pm

Harli hat geschrieben: (...) Aber es ist wohl eben nicht ihr naturell, einfach darauf zu vertrauen, alles ist gut, Du kommst schon wieder. Vermutlich auch bedingt durch ihre Vorgeschichte. Nie lernt ein Hund nichts, selbst wenn ihm nichts beigebracht wird. Irgendwas nimmt er aus jeder Situation für sich mit.
Und ja, es ist durchaus so, bei uns Menschen ja auch, im Alter kommen die Eigenheiten eines Charakters erst verstärkt zum Vorschein. War sie vorher schon ein Hund, der nicht so absolut in sich ruhte, ist sie jetzt (auch bedingt durch evtl. nachlassendes Gehör/Sehen/insgesamt das Gefühl, kräftemäßig nicht mehr der Welt da draußen ohne Hilfe gewachsen zu sein) eher verunsichert, wenn das Wichtigste was ihre kleine Welt heil sein lässt, fehlt - nämlich Du.
Oh ja, diesen Aspekt ohne meinen Beistand kräftemäßig nicht mehr der Welt gewachsen zu sein schätze ich bei ihr seit jeher als ziemlich bedeutend in unserem alltäglichen Leben ein.
Einige Traumata, die sie sowohl durch Menschen als auch durch andere Hunde durchlebt haben muss scheinen verstärkt durch ihre physischen Handicaps einfach zu gravierend zu sein, um sie wirklich grundlegend umkrempeln zu können.

Sie wird wohl immer ein besonders introvertierter Pudel bleiben.
Obwohl sich eine überaus freundliche Neugierde gegenüber dem "Unbekannten" bei ihr ja von Zeit zu Zeit glücklicherweise immer wieder mal für kurze Zeit durchsetzt. <3

Über Adaptil und Zylkene spreche ich morgen mal gleich mit meinem Tierarzt, vielen lieben Dank für Deinen Rat! :)
"No road is long with good company."

Benutzeravatar
Bupja
Supernase
Beiträge: 6033
Registriert: Do Feb 24, 2011 2:41 pm
Wohnort: Saarland-ZPs Pjakkur (8) ,Butz (11), KP Toadie (4)

Re: Trennungsstress vorbeugen

Beitrag von Bupja » Sa Sep 24, 2016 8:21 am

Mein Butz ist ja auch so ein "Anhängsel".
Als ich letztes Jahr für eine Woche mit meiner Mutter verreist war, war sein Körbchen mein Wäschekorb mit den Waldklamotten drin.
Da liegt er auch immer, wenn wir mal nicht zu Hause sind (erkennt man an der Kuhle :wink: ). Es hilft ihm sehr in meinem Geruch liegen zu können.

Vielleicht wäre das auch noch ein Ansatz, ihr einen solchen "Geruchsort" anzubieten.
Viele Grüße Daniela und die Schnubbels
Bild

Benutzeravatar
Saemann
Mini-Nase
Beiträge: 423
Registriert: Do Sep 11, 2014 11:24 am
Wohnort: Mecklenburg-Vorpommern

Re: Trennungsstress vorbeugen

Beitrag von Saemann » Do Sep 29, 2016 8:20 pm

Hallo Daniela,

das ist total süß, dass Dein Butz es sich so schön in Deinen Klamotten gemütlich gemacht hat! :streichel: :streichel:

Mir fällt dabei ein, dass Trixi sich je nach Lust und Laune besonders gerne in meinem Kopfkissen einrollt. Deshalb habe ich ihr jetzt eine kleine Rampe ans Bett gestellt, denn springen ist nicht mehr so ihr Ding und so kann sie es sich auch weiterhin trotz des Alters selbst aussuchen, wo sie sich je nach Situation am wohlsten fühlt.

Auch Dir vielen Dank für die tolle Anregung! :)

Liebe Grüße,
Silke.
"No road is long with good company."

Benutzeravatar
Iska
Mega-Super-Nase
Beiträge: 11866
Registriert: Mo Feb 04, 2013 4:22 pm
Wohnort: Berlin/Brandenburg
Kontaktdaten:

Re: Trennungsstress vorbeugen

Beitrag von Iska » Fr Sep 30, 2016 8:32 am

die Rampe ist eine gute Idee.... :klatsch:

als ich im Krankenhaus war, schlief Fani auch auf meinem Kopfkissen.... :streichel:
viele Grüße
Sybille mit Frollein Fani Flausch
in lieber Erinnerung an Paulchen, Olli & Iska
Bild
Bild

Benutzeravatar
Saemann
Mini-Nase
Beiträge: 423
Registriert: Do Sep 11, 2014 11:24 am
Wohnort: Mecklenburg-Vorpommern

Re: Trennungsstress vorbeugen

Beitrag von Saemann » So Okt 02, 2016 11:53 am

Iska hat geschrieben: als ich im Krankenhaus war, schlief Fani auch auf meinem Kopfkissen.... :streichel:
So ein schön kuscheliges Kopfkissen ist doch auch was Feines, das kann ich schon verstehen! :streichel:
Für Trixi habe ich im Glauben ihren Gelenken damit etwas Gutes zu tun mal eine günstige Viscomatratze ergattert und dann zurecht geschnitten, leider guckt sie das Ding trotz allen Bemühungen bis heute nicht an. :mrgreen:

Mit der Rampe hingegen klappt es Bestens, denn jetzt wo es langsam wieder kälter wird lümmelt sie auch nachts gerne bei mir in den Federn rum. :)
"No road is long with good company."

Antworten

Zurück zu „Senioren“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste