Gedanken zum nahenden Ende

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pudelig
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Gedanken zum nahenden Ende

Beitrag von pudelig » So Jun 05, 2016 9:28 am

Ich weiß - ich allein, mit Unterstützung meines Mannes - muss die Entscheidung treffen. :cry:

Seit bestimmt 2 Jahren hat Poldi sich immer mal wieder "vertreten" und ist dann gestolpert.
Seit ca. 2 Wochen kann er sich dann nicht mehr halten und fällt. Er liegt dann komplett auf der Seite und springt dann aber ganz schnell wieder auf. Dann überrascht mich die Schnelligkeit, mit der das möglich ist. Das war in diesen 2 Wochen bestimmt 5 mal der Fall.
Heute Morgen hat er sich beim Sturz die Beine irgendwie verheddert und lag so arm und traurig und schaute mich mit weit aufgerissenenen Augen an. Er sah so unglücklich und ängstlich aus. :shock: Es dauerte, bis er die Beine sortiert hatte.
Ich würde mich sehr über eure Gedanken freuen. Was genau geht gar nicht? Welche Kriterien wären für euch wichtig, um zu wissen, jetzt muss dieses Leben beendet werden.
Nach diesem schlimmen Moment ist er aber noch mit runter an den Bach gegangen und mehrmals durch gewatet. Es sah wieder aus, als ob er dieses sinnliches Erlebnis, noch einmal durchs Wasser zu gehen genießt. Er liebt sein Futter. Er nagt viel und lange an Knochen. Mit den Schmerzmitteln scheint er noch relativ gut abgedeckt. Die größte Baustelle neben seiner Schwäche mit den Beinen sind die Atemwege. 2 TÄ haben mich bestätigt, keine weitere Diagnostik zu machen - finden ihn aber noch gut drauf... (vor ca 1 1/2 Wochen)
Vor 2 Wochen konnte ich aus voller Überzeugung sagen: Ja, alles im grünen Bereich. Spaziergänge sind extrem begrenzt - 10 Minuten, dann ganz langsam zurück.
Anfang dieser Woche dachte ich, er stirbt. Er hatte eine ganz andere Atmung, die Zunge hing im Schlaf weit heraus und klebte auf dem Parkett. Er ist seit dem mein Schatten. Ganz gern legt er seinen Kopf auf meinen Schoß. Es ist so nah - wie nie zuvor. Ich habe ihm versprochen, alles wird gut. Ich passe gut auf ihn auf.
Irgendwie denke ich aber, ich werde genau wissen, wann der Moment gekommen ist. Er ist so nah.
Meine Clara hat sich am Tag ihres Todes immer an eine ganz fremde Stelle im Garten zurückgezogen. Ich war ahnungslos. Ich habe sie da mehrmals weggeholt "komm her, was machst denn da?" und sie dann ins Haus geholt. Als ich irgendwann von oben runter kam lag sie vor der Treppe und ich bin über sie rüber gestiegen, wie so oft. Wenig später habe ich sie gerufen, wir wollten raus gehen. Sie rührte sich nicht mehr...
Ich wünsche uns sehr, dass Poldi auch alleine einschlafen kann. Wie ich hier nun so tränenüberströmt sitze, denke ich, ich will nie wieder einen Hund haben. Das will ich nie wieder erleben müssen.
Viele Grüße,
ilo



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Saemann
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Re: Gedanken zum nahenden Ende

Beitrag von Saemann » So Jun 05, 2016 10:45 am

Hallo Ilo,

ohjemine... :cry:
pudelig hat geschrieben: Was genau geht gar nicht? Welche Kriterien wären für euch wichtig, um zu wissen, jetzt muss dieses Leben beendet werden.
Ich glaube das für mich wichtigste Kriterium, das mir bei der Entscheidungsfindung eine Hilfe sein könnten, wäre dass mein Hund abschaltet/sich den Altersleiden hingibt und apathisch wirkt.
Ich persönlich glaube, sofern mein Hund sich noch erholen kann würde ich versuchen ihn weiter zu pflegen und Pflege wie möglichst auch Zeitaufwand dementsprechend immer wieder an den veränderten Allgemeinzustand anpassen.


Das diese Anfälle für Euch alle eine echte Zumutung darstellen, glaube ich Dir auf jeden Fall... auch was Dinge wie eine flache Atmung anbelangt. :(

Da Du schreibst, dass Poldi seine wegbrechenden Beine ängstigen:

Meine Trixi zeigt ebendieses Verhalten auch, wenn sie ihre Zitteranfälle bekommt.
Bisher haben uns Bachblüten gegen die Angst während des Zitterns und zur besseren Erholung danach einen großen Dienst geleistet.

Für die Frauchen und Herrchen selbst empfinde ich eine Therapie mit sanften Angstlösern/beruhigend wirkenden Tees o.ä. während einer so schweren Phase übrigens als auch gar keine so schlechte Idee.


Liebe Grüße,
Silke.
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Re: Gedanken zum nahenden Ende

Beitrag von Rohana » So Jun 05, 2016 11:37 am

Liebe Ilo,

das ist immer wieder der Zwispalt, in dem man steckt: was ist für den Hund noch lebenswert, wann überwiegt das Leiden und wo beginnt mein Egoismus, das Tier noch nicht missen zu wollen? Letztlich hilft nur, immer mal wieder ein wenig auf Distanz zu gehen und zu versuchen, dann zu ergründen, ob man nur noch selbstsüchtig ist oder wirklich den Tier noch schöne Tage schenkt. Zweimal hab ich es bisher erlebt, dass Hunde von uns durch eine Erkrankung so schleichend dem Ende entgegengingen und es uns so schwer gemacht haben. Beide male hab ich eine lange Zeit der Unsicherheit und des Grübelns gehabt, aber im Nachhinein war am Tag x die Entscheidung klar. Was ich vorher gemacht hab war aber, dass ich meine TA (ich habe ein sehr gutes, vertrauensvolles Verhältnis zu ihr) und einige enge Freunde (die auch selbst Hunde haben) gebeten habe mir ehrlich zu sagen, wenn sie denken, dass es Zeit ist. Denn auch wenn sie meine Hunde lieben haben sie doch ein wenig mehr Distanz und es war mir eine Beruhigung, dass da quasi jemand aufpasst, dass ich nicht egoistisch nur noch Leiden verlängere. Das hat mir letztlich die Entscheidung nicht abgenommen, aber es hat mir gut getan. Vielleicht hast Du ja in Deinem Umfeld auch jemanden, der das für Dich tun kann?!

Bisher hab ich es einmal in der entfernteren Bekanntschaft erlebt, dass ich fest überzeugt war, dass die Leute den Zeitpunkt deutlich verpaßt haben. Der arme Hund hatte irgendwann eine komplette Lähmung der hinteren Körperhälfte. Er konnte sich nicht selbst fortbewegen, nichtmal aufstehen, machte unkontrollierbar all seine Geschäfte unter sich. Er konnte sich dann auch nicht mehr selbst reinigen, lag in seinem Pipi, Kot,... musste dann wieder gewaschen werden, was ihm sichtlich unangenehm war. Sein Blick war stumpf, oft teilnahmslos. Ja, er schaute noch auf wenn jemand kam, schob seinen Kopf in meine Hand für eine Streicheleinheit, nahm Leckerchen,... Aber das war alles sehr verhalten und kein Vergleich mehr mit dem fröhlichen, lebhaften, verfressenen,... Hund, der er mal gewesen war. Das war alles nur noch ein müder Schatten seines eigentlichen ich. Und so quälte sich der Arme über ein halbes Jahr ehe die Leute dem (ich glaube 3.) Tierarzt endlich glaubten, dass seine Zeit abgelaufen war. Es tut mir heut noch weh, wenn ich an den armen Kerl denke. Diese Leute waren blind vor Angst, den geliebten Hund zu verlieren und waren auch nicht zu überzeugen. Sie wollten nicht sehen, dass ihr Hund nur noch ein Schatten seiner selbst war.

Du fragst nach Kriterien und das kann man wohl nur schwer allgemeingültig oder gar 'meßbar' sagen. Ich finde wichtig, mir über meinen Hund klar zu sein: was macht ihn aus, was liebt er besonders am Leben? Ist davon noch etwas vorhanden, kann er das noch genießen? Ist er zufrieden? Dass es einem im Alter nicht immer blendend geht, dass es schlechte Momente gibt - das ist der Gang der Dinge. Aber diese Momente sollten nicht überwiegen, sondern die neutralen und die freudigen Momente sollten die meiste Zeit des Tages einnehmen. Und für mich wäre auch wichtig, dass ich noch in der Lage bin, mit Medikamenten,.... meinen Hund schmerzfrei zu halten.
Liebe Grüße von
Christiane, Padge und Kaba

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Re: Gedanken zum nahenden Ende

Beitrag von pudelig » So Jun 05, 2016 12:03 pm

Wie schon gesagt, ich glaube auch, dass ich es zum richtigen Zeitpunkt merken werde. Es könnte sein, dass mein Mann es schon einen Moment eher als ich als nicht mehr lebenswert einschätzen wird. Aber da ist er auch noch gar nicht. Und das gibt mir natürlich Sicherheit. Bei meiner 1 Bernerin brauchte ich, nach dem ich eingesehen hatte, dass es nicht mehr geht, noch einen Tag und eine Nacht. Diese Zeit fand ich legitim. Genauso, wie man es nicht zu lange aufschienen darf - genauso muss man es auch nicht über das Knie brechen. Jedenfalls nicht, wenn der Hund nicht starke Schmerzen hat.

Es tut mir einfach gut in diesem Prozess die Gedanken von anderen zu hören. Vielen Dank.

@Silke: der Moment der Angst heute Morgen war ein kurzer. Er lag maximal 20 Sekunden. Aber diesen panischen Blick werde ich nie vergessen.
Viele Grüße,
ilo



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Re: Gedanken zum nahenden Ende

Beitrag von Rohana » So Jun 05, 2016 12:21 pm

Ja ilo, das kann ich gut verstehen - es tut einfach gut darüber sprechen zu können, vor allem in einem Rahmen wo einen das Gegenüber nicht für doof erklärt, weil man sich um einen Hund so viel Gedanken macht :roll: .
Und natürlich: solange kein akuter Notfall passiert find ich auch völlig in Ordnung, sich noch ein wenig Zeit zum Abschiednehmen zu gönnen. Wie Du sagst - man soll und muss es nicht übers Knie brechen. Du wirst es bestimmt richtig machen wenn Du weiter so auf Dein Gefühl vertraust!
Liebe Grüße von
Christiane, Padge und Kaba

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Re: Gedanken zum nahenden Ende

Beitrag von Saemann » So Jun 05, 2016 12:52 pm

pudelig hat geschrieben:@Silke: der Moment der Angst heute Morgen war ein kurzer. Er lag maximal 20 Sekunden.
Aber diesen panischen Blick werde ich nie vergessen.
Das glaube ich Dir...
Wie Christiane schon schrieb, denke auch ich dass es durchaus richtig ist in der Abschiedsphase sowohl mit seinem Hund als aber auch mit sich selbst rücksichtsvoll umzugehen.
Wenn es nicht zwingend notwendig ist schnell zu handeln, würde auch ich ganz bestimmt etwas Zeit brauchen um eine Entscheidung zu fällen. :streichel:

Liebe Grüße und Alles Gute für Euch!
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Re: Gedanken zum nahenden Ende

Beitrag von Hauptstadtpudel » So Jun 05, 2016 5:28 pm

Eine so schwere Frage und so schwierige Entscheidung.
Was ist noch lebenswert für einen Hund?
Was gehört zum Alter dazu?

Früher war ich schnell bei der Antwort: wenn er nicht mehr richtig laufen kann, permanent Schmerzen hat, ist das Leben nicht mehr lebenswert.

Dann sprach ich mit unserer damaligen Trainerin, die mehrere Altchen hatte.
Sie sagte, ach, iwo!
Sie trage die Kleinen auf eine Wiese und da schnüffeln sie akribisch den einen Quadrtameter ab und sind ganz erfüllt von den Eindrücken, das sei durchaus lebenswert!

Als meine Mutter vor Jahren an Krebs erkrankte, habe ich erlebt, wieviel Willen sie aufbrachte, die Frau, die seit Jahren nicht mehr schmerzfrei lebt, war überzeugt davon, dass sich das Leben noch lohnt!

Im Grunde kann man die Entscheidung, wann ein Leben endet für kein anderes Wesen treffen.
Und doch haben wir die Verantwortung für unsere Hunde und sind gezwungen sie zu treffen, denn auch die Entscheidung nicht einzugreifen ist eine, die das Ende bestimmt.

Ich habe erst einmal in den Augen eines Menschen gesehen, dass er gar nicht mehr "da ist".
Es war mein Vater, der kurz darauf verstarb - und weil ich vorher gesehen hatte, dass er schon gegangen war, konnte ich seinen Tod akzeptieren.

Seit dem hoffe ich, es auch bei meinem Hund sehe zu können wenn es soweit ist.
Denn dann ist es seine Entscheidung - ich helfe ihm nur dabei.

Ich wünsche deinem Großen noch eine gute Zeit mit vielen schönen Momenten. Dass ihr die Nähe genießen könnt.
Und Stärke für die Momente seiner Angst und Unsicherheit.
Liebe Grüße, Katja mit Bolle
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Re: Gedanken zum nahenden Ende

Beitrag von caramia » Mo Jun 06, 2016 11:56 am

Eine schwere Entscheidung , die dir niemand abnehmen kann !
Du entscheidest über Tod und Leben, diesen Schritt gehst du nur einmal und kannst ihn nicht rückgängig machen. Darum wäge ich bei meinen Tieren immer sehr lange ab , beobachte sie genau , rede mit ihnen , sie werden dir Zeichen geben und schließlich höre ich auf mein Herz . Aber jeder geht anders damit um , jeder muss diesen Schritt für sich entscheiden.
Sicher , Hunde gehen auch manchmal von alleine von dieser Welt , aber es ist die Ausnahme . Leiden sollten sie aber nicht . Und ich habe all meine Fellnasen versprochen , ich werde auf sie hören und bis zum Schluss bei ihnen sein !
Wenn dein Poldi noch frisst , Lebensfreude zeigt , deine Gesellschaft aufsucht und es geniesst , dann wäre es für mich gar keine Frage .
Geniesse die Momente und Augenblicke mit ihm , versuche im Hier und Jetzt zu sein und wenn es soweit ist , dann bin ich sicher , wirst du es wissen !
Ich wünsche euch noch viele wunderschöne Momente und viel Kraft für die nächste Zeit .

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Re: Gedanken zum nahenden Ende

Beitrag von pudelig » Mo Jun 06, 2016 7:32 pm

Ja vielen Dank noch einmal. Ich war gestern sehr fertig. Ich weiß, wir schaffen das gut. Herzlichen Dank!
Viele Grüße,
ilo



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Re: Gedanken zum nahenden Ende

Beitrag von Sch-Nelly » So Jun 12, 2016 1:08 am

Ich wünsche dir Kraft und Mut zur richtigen Entscheidung!

Es fällt mir nicht leicht, die richtigen Worte zu finden ... Fussels Tod ist noch keine 10 Monate her ... Dennoch haben wir einen (fast) 11monatigen Wirbelwind, unsere Nelly, hier. Die Lücke war einfach zu groß, die Sehnsucht ebenfalls. Die schmerzliche Zeit, in hoffentlich frühestens 16 Jahren, schieben wir einfach vor uns her und GENIEßEN.
Nelly verbreitet solch unbändige Lebensfreude. So half sie uns über den schmerzlichen Verlust hinweg, was die dankbare Erinnerung nicht schmälert.

Du wirst den notwendigen Zeitpunkt erkennen. Verlass dich auf dich und dein Bauchgefühl!

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Re: Gedanken zum nahenden Ende

Beitrag von pudelig » So Jun 12, 2016 2:31 pm

Wir sind heute von einem kleinen Campingtrip MIT Poldi zurückgekehrt. Als wir gestern dort eine Radtour gemacht hatten und Poldi dann einige Stunden am Wohnwagen lassen mussten ging das ohne das früher sonst übliche Gejaule. Er nahm seine Rindernase und wirkte froh, mit dieser dann seine Ruhe zu haben. Wir hatten anderen Campern unsere Handynr. da gelassen, falls es Probleme gegeben hätte. Das war so eine gute Lösung und ich glaube, er war sehr gern noch einmal mit uns unterwegs - auch wenn sein Radius um unseren Wohnwagen nur sehr kurz bleiben konnte. Bei "ohne Gewitter" schlief Poldi sonst immer im eigenen Wurfzelt vor dem Wohnwagen. Jetzt durfte er natürlich mit rein und wir haben das alle sehr genossen - auch wenn es doch sehr eng war 8)
Viele Grüße,
ilo



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Re: Gedanken zum nahenden Ende

Beitrag von Spyro » So Jun 12, 2016 5:46 pm

Es ist schön das zu lesen. Ich wünsche euch noch eine wundervolle Zeit zusammen <3 Und sehr viel Kraft und Mut für die richtige Entscheidung oder besser gesagt für den richtigen Moment.

Ich musste ja leider einen sehr jungen Hund freilassen... Der kleine AJ... Er hat mir ein deutliches Zeichen gegeben, denn ich hätte ohne dieses Zeichen keine Kraft für ihn gehabt.

AJ war samstags in die Klinik gekommen, ihm ging es sehr schlecht. Wir haben uns für keinen weiteren Besuch entschieden, denn ich wollte nicht, dass er jedes Mal wieder wegen dem Abschied weint. (Und wieder kullern Tränen)...

Ich habe zweimal pro Tag in der Klinik angerufen und er hat sich vorbildlich benommen. Eigentlich sollte er mittwochs wieder nach Hause, doch dienstags ging mein Handy und dort wurde mir klar und deutlich gesagt, was zu tun wäre.

Wir sind mit der ganzen Familie zu AJ gefahren... Der kleine Mann war sehr schwach und hatte ganz schlechte Blutwerte. Ich habe ihn lange auf dem Arm gehabt, dann sind wir zu einer letzten Runde mit ihm raus... Er ist beim Pipi machen wieder zurück auf alle vier Pfoten gefallen, aber dennoch fröhlich mir gefolgt. Als wir zurück zum Parkplatz an der Klinik waren, hatte AJ im Prinzip die Wahl. Entweder ins Auto, welches genau vorm Eingang stand, oder in die Klinik zurück. AJ hat kurz Richtung Auto geschaut und dann zu mir hoch... Dann ist mein wundervoller Junge direkt in die Klinik gelaufen und hat nicht mehr zurück geschaut..

Damit hat er mir gesagt, Mama es ist okay und es gibt keinen anderen Weg mehr für mich / für uns.

Er wurde noch in der selben Stunde erlöst im Wissen wie sehr wir ihn lieben...
GLG Noel, Bärbel und A.J. für immer im Herzen

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Re: Gedanken zum nahenden Ende

Beitrag von Gero » Mo Jun 13, 2016 5:12 am

Sche...., muß ich jetzt weinen :cry:
So ein Erlebnis - auch wenn ich nur davon lese -ist zum Frühstück nicht so toll.
Nachträglich mein Beileid zu AJs Weggang.

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Re: Gedanken zum nahenden Ende

Beitrag von PudelmonsterBeni » Mo Jun 13, 2016 9:17 am

Gero hat geschrieben:Sche...., muß ich jetzt weinen :cry:
So ein Erlebnis - auch wenn ich nur davon lese -ist zum Frühstück nicht so toll.
Nachträglich mein Beileid zu AJs Weggang.
Genauso geht es mir auch :(
Liebe Bärbel fühl dich ganz fest gedrückt :streichel:
Ich hoffe auch sehr darauf, dass Beni einfach einschläft oder mir ein ganz deutliches Zeichen gibt und bis dahin hoffe ich, dass wir noch gaaanz viel Zeit zusammen haben ...

Wir stehen im Tierheim ja auch immer wieder vor solchen Entscheidungen und es ist jedesmal aufs neue zutiefst ergreifend, auch wenn wir die Tiere vllt gar nicht lange kannten.
Unsere Pudeldame Lady hat uns am Tag der Einschläferung gezeigt, dass sie noch nicht bereit ist zu gehen, also haben wir alles abgebrochen und sie hat dann tatsächlich noch fast ein Jahr gelebt, bevor sie mit 17 Jahren friedlich einschlief.
Bei meinem Pflegehund Pepper hat sich der Zustand ja innerhalb weniger Tage verschlechtert und in seinen Augen war keine Lebensfreude mehr zu finden, ich habe meine Mittagspause dann bei ihm verbracht und einfach nur mit ihm gekuschelt und geweint. Am nächsten Morgen -sein 11. Geburtstag- wurde er dann zuhause eingeschläfert :cry: Mir bricht es heute noch das Herz, wenn ich an seine lebensmüden Augen denke :cry:

Ich wünsche euch viel Stärke für diese schwere Entscheidung und vor allem wünsche ich euch, dass ihr noch eine schöne Zeit mit Poldi habt und er euch deutliche Zeichen gibt, dass es Zeit für ihn ist :streichel:
Lisa mit Beni im Herzen ❤

"Richtig abgerichtet, kann ein Mensch der beste Freund eines Hundes sein." -Corey Ford

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Re: Gedanken zum nahenden Ende

Beitrag von Spyro » Mo Jun 13, 2016 1:47 pm

Ich wollte euch natürlich nicht zu Tränen rühren, aber selbst heute noch tut es einfach gut darüber zu sprechen. So glücklich, wie ich mit Noel bin, so sehr fehlt mir AJ.

Es ist niemals leicht, aber ein muss wenn es nicht mehr geht. Und ich bin davon überzeugt, ein Hund, ein Tier zeigt uns, was los ist und was getan werden sollte.

Wenn ich darüber nachdenke, warum Noel heute bei mir ist... Auch ein Zeichen von AJ! Es gibt viel mehr, als wir sehen!
GLG Noel, Bärbel und A.J. für immer im Herzen

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