Große Veränderung für (gestresste) Hündin

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Helykolor
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Große Veränderung für (gestresste) Hündin

Beitrag von Helykolor » So Feb 28, 2010 1:30 pm

Hallo liebes Forum,

ich habe mich hier neu angemeldet, da wir seit 3 Wochen die kleine Pudelhündin Laura bei uns haben und ich Euren Rat brauche:

1) Zur Vorgeschichte:
Laura ist der Hund meiner Omi, die immer schon Pudel hatte. Leider liegt meine Omi im Krankenhaus. Der Ausgang ist ungewiss, die Wahrscheinlichkeit, dass sie Laura wieder zu sich nehmen kann, ist gering. Wir hatten ihr aber immer versprochen, dass falls es mal dazu kommen sollte, wir uns auf jeden Fall um ihren Hund kümmern werden. Nun ist Laura bei uns und wir sind plötzlich (unerfahrene) Hundebesitzer.

2) Lauras bisherige Erziehung:
- Laura wird jetzt 4 Jahre alt und kam als Welpe zu meiner Omi
- Sie kennt und mag uns auch sehr, wenn wir zu Besuch waren
- Natürlich hatte meine Omi mehr Zeit und es gab bei ihr immer einen sehr strukturierten Tagesablauf, Gassi- und Essenszeiten waren immer gleich.
- Auch war meine Omi mit Laura ja nur zu zweit
- Leider ist meine Omi im Umgang mit anderen Menschen und Hunden immer sehr zurückhaltend und dementsprechend ist auch Laura jetzt sehr verängstigt. Von Fremden anfassen lassen geht gar nicht, bei anderen Hunden gibt’s den großen Bogen und Unterwürfigkeitsgesten. Menschen die auf sie zugehen, werden angeknurrt/ gebellt
- Außerdem ist sie sehr anhänglich, sie läuft mir in der Wohnung die ganze Zeit hinterher, außer wenn wir nur zu zweit in der Wohnung sind!! (ist das Anhänglichkeit oder Kontrolle ihrerseits?)
- Abgesehen davon, ist sie leider gar kein Autofahr-Hund. Das schlägt ihr schnell auf den Magen und sie bricht und schluckt ständig
- Positiv ist: Laura hört ganz gut auf Kommandos wie „Komm“, „Sitz“ und versteht allgemein sehr viel
- Auch ist sie noch sehr verspielt und lernt schnell mit Begeisterung neue kleine Tricks
- Sie achtet gut auf mich, wenn wir draußen sind
- wir haben sie alle seeeehr lieb :wav:

3) Was sich für Laura jetzt verändert:
- Zunächst war sie dabei als meine Omi zusammenbrach
- Verlust der Bezugsperson
- neue Stadt (200km von meiner Omi entfernt), neue Wohnung, neue Umgebung
- ganz viele neue Menschen, ein 4-Personen-Haushalt und alles kommt und geht, bringt Partner/ Freunde mit, schläft auswärts
-ich kann zur Zeit zu Hause arbeiten, bin also ihre Hauptbezugsperson, aber wir müssen uns ja auch noch um die Omi kümmern, d.h. sie regelmäßig besuchen fahren und da können wir Laura nicht mitnehmen, da Auto-Problem und sie Vorort ja eh nicht mit ins Krankenhaus kann, also alleine wäre. Deshalb bleibt einer von uns immer hier bei ihr, während die anderen zur Omi fahren (natürlich will ich da auch mit, so dass ich dann 2-3 Tage auch mal weg bin)
- UND: wir stehen selbst leider vor einem großen UMZUG in zwei Wochen, also wieder ein Wechsel für sie 
- Eigentlich steht auch der nächste Friseurtermin an…

4) die Stress-Symptome, die sie zeigt:
- Häufiges Schlucken (wie Sodbrennen) und Aufstoßen
- häufiges Gähnen,
- häufiges (Ohren-)Kratzen
- sie hat jetzt schon 2x nach dem Gassi gehen auf die Couch gepullert (eigentlich absolut stubenrein!)
- ABER: keinen Durchfall, Appetit vorhanden, Spieltrieb zwischendurch
- heute gebrochen und schleimiger Stuhl

5) meine Fragen:
-seht ihr irgendwelche Möglichkeiten ihr den Stress ein bisschen zu nehmen? (Ich kann leider nicht bestimmen, wer hier wie oft wo und wann ein und ausgeht)
-wie kann ich sie am besten auf die vielen Trubel vorbereiten?
-Welche Beschwichtigungsignale können wir noch senden (angähnen, sich abwenden?)
-Gibt es spezielle Entspannungsübungen? (wir kuscheln ja abends immer sehr schön und da wirkt sie auch entspannt)
-Bei der Fütterung irgendwas beachten? (sie bekommt eh immer schon Reis/ Nudeln mit wenig Nassfutter, da sie ja auf dem Magen so empfindlich ist)

hui, das war viel Text, aber musste sein ;) Vielen Dank für’s Lesen
Liebe Grüße
Jenny+Laura

Pasofino
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Re: Große Veränderung für (gestresste) Hündin

Beitrag von Pasofino » So Feb 28, 2010 1:41 pm

Also, wenn ich das mal so deutlich sagen darf, ihr macht das klasse. :klatsch: :wav:

Wichtig meines Erachtens: Lasst das Mitleid weg. Sie ist jung und gesund und sie wird das packen. Offensichtlich ist der Stress momentan nicht wirklich massiv, guter Appetit ist da, sie stellt sich der Situation.

Lasst ihr einfach noch etwas Zeit, je selbstverständlicher ihr mit der Situation umgeht, umso einfacher ist es für sie. Und zum Thema Umzug? Augen zu und durch, sie hat euch jetzt schon als Bezugspersonen, insbesondere dich, sie packt das.

Viel Kraft für den Umzug und gutes Gelingen.

Pudeljule

Re: Große Veränderung für (gestresste) Hündin

Beitrag von Pudeljule » So Feb 28, 2010 4:07 pm

Bin auch der Meinung,das ihr das schon packen werdet.Von heute auf morgen geht es natürlich nicht,ihr werdet viel
Geduld brauchen.Es sind viele Fragen,die du stellst und einige werden auch hier im Forum beantwortet,z.B.Autofahren.
Das muß man langsam angehen,zuerst nur im Auto aufhalten,selber reinspringen und immer loben,loben,loben. :streichel:
Das sie dir immer hinterherläuft ist sicher eine gewisse Verlustangst,du bist jetzt sozusagen ihr Chef und sie will dich
immer im Auge haben.Es ist schon schwer für die Kleine,aber ich finde es gaaaanz toll,das ihr euch so Gedanken über
das Befinden von Laura macht und ich drücke fest die Daumen,das in ein paar Wochen alles bestens wird.
Sie wird sich bei euch einleben,sie ist ja noch jung und für alles offen wie du geschrieben hast.
Hier im Forum sind aber noch richtige Profis,die dir sicher auch noch Tipps geben werden.
LG sabine + Ivi

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Cindy
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Re: Große Veränderung für (gestresste) Hündin

Beitrag von Cindy » So Feb 28, 2010 4:18 pm

Hallo Jenny,

3 Wochen sind eine recht kurze Zeit für einen Hund, sich wirklich einzugewöhnen. V.a. wenn die Lebensumstände sich so drastisch ändern.

Helykolor hat geschrieben: Von Fremden anfassen lassen geht gar nicht,
Muss ein Hund auch nicht unbedingt dulden. Würde ich auch strikt unterbinden. Meine Hunde dürfen auch nicht einfach so angefasst werden. Obwohl zumindest 2 der 3 begeistert davon sind. Aber dann suchen sie sich die Personen aus.

bei anderen Hunden gibt’s den großen Bogen und Unterwürfigkeitsgesten.
ist im Moment absolut ok. Auf Dauer würde ich schauen, dass ihr vielleicht erst mal Gassi-Bekanntschaften schliesst. Idealerweise zunächst mit ruhigen, älteren sicheren Hunden ihrer Grössenklasse, die in der Lage sind, adäquat mit anderen Hunden umzugehen und andere Hunde zu "lesen". Also Hunde, die auf Unsicherheit des Gegenüber erst mal mit Ignoranz reagieren und einfach nebenher mitlaufen. Mit zunehmender Sicherheit von Seiten Laura's wird sie auch eher gelassener auf andere Hundebegegnungen reagieren.
Menschen die auf sie zugehen, werden angeknurrt/ gebellt
Ignorieren - und zwar idealerweise beide Seiten. Also sowohl von eurer Seite, weder beruhigend auf sie einreden, noch schimpfen noch sonst wie reagieren. Ihr seit cool, souverän, gelassen. Die Situation erfordert keinerlei STressreaktion von eurer Seite. Mit der Zeit wird sie dann ebenfalls gelassener. Kritisch wird es, wenn ihr reagiert. Denn damit signalisiert ihr, dass die Situation tatsächlich ungewöhnlich, beängstigend usw. ist und Laura durchaus zurecht knurrt/bellt.
Allerdings, und der Part ist weitaus schwieriger durchzusetzen, sollte auch das Gegenüber nicht reagieren. Wobei da je nach Mensch idR folgende Reaktionen zu beobachten sind:
a) "Ach du süsses Mäuschen, ich tu Dir doch nichts, dududududu, ich mag doch Hunde"
b) amüsiertes Gelächter von wegen "kleiner Kläffer"
c) zickig-pampige Kommentare von wegen "kleiner Kläffer"
Die wenigsten reagieren angebracht mit Ignorieren des VErhaltens.
Selbstredend wird das Verhalten durch a-c immer weiter bestärkt, da eine Reaktion auf ihr Verhalten erfolgt.
- Außerdem ist sie sehr anhänglich, sie läuft mir in der Wohnung die ganze Zeit hinterher, außer wenn wir nur zu zweit in der Wohnung sind!! (ist das Anhänglichkeit oder Kontrolle ihrerseits?)
Unsicherheit - sie erlebt gerade eine völlige Änderung ihres Weltbilds, hat "ihren" Menschen verloren und da sie vom WEsen her wohl eher ein unsicherer Hund ist, ist sie jetzt erst mal völlig durch den Wind. Also schliesst sie sich an die Person an, die am häufigsten um sie rum ist und versucht, ihr auf Schritt und Tritt zu folgen. Einfach ignorieren, im Laufe der Zeit auch einfach mal anfangen, sie "ausperren". Bsp. wenn man ins Bad/Toilette geht einfach mal die Tür vor der Hundenase zumachen. Aber auf eine Art die "normal" erscheint. Also nicht irgendwie signalisieren, dass man das jetzt gezielt und mit Absicht macht - ich hoffe Du verstehst was ich meine.
- Abgesehen davon, ist sie leider gar kein Autofahr-Hund. Das schlägt ihr schnell auf den Magen und sie bricht und schluckt ständig
Auch Hunde können "reisekrank" werden, v.a. wenn sie es nicht gewöhnt sind. Hier könnten ggf. für den Anfang Mittel gegen Reisekrankheit wirken. Einfach mal in der Apotheke nach was homöopathischem nachfragen oder beim TA nach einem Medikament. Sollte selbstredend kein Dauerzustand sein. Aber wenn sie merkt, dass Autofahren gar nicht soooooo schlimm ist und ggf. am Ende der Fahrt vielleicht sogar ein tolles Ziel steht, gibt sich das idR von allein.

Selbstverständlich kann man das auch üben. Kommt drauf an, wo ihr Platz im Auto ist. Ich persönlich finde Boxen im Heck ideal. Da könnte man das so trainieren, dass man zunächst mal die Autobox im Haus hinstellt, Hund in der Box sein Futter, Kausachen etc. bekommt. Nach 3-4 Wochen stellt man die Box dann mal ins Auto und füttert Hund dort. Nach weiteren 2-3 Wochen lässt man mal den Motor laufen. Dann fährt man ein paar Meter usw.

Die Zeitangaben sind Ungefährzeiten. Muss man je Hund explizit abwägen. Sollte nur verdeutlichen, dass einmal Üben idR nicht reicht.


4) die Stress-Symptome, die sie zeigt:
- Häufiges Schlucken (wie Sodbrennen) und Aufstoßen
- häufiges Gähnen,
- häufiges (Ohren-)Kratzen
- sie hat jetzt schon 2x nach dem Gassi gehen auf die Couch gepullert (eigentlich absolut stubenrein!)
- ABER: keinen Durchfall, Appetit vorhanden, Spieltrieb zwischendurch
- heute gebrochen und schleimiger Stuhl
Würde ich aktuell nicht soooo viel Bedeutung beimessen. Ggf. könnte man entsprechend Bachblüten oder Homöopathische Mittel geben, um ihr Stresslevel etwas zu senken.

-seht ihr irgendwelche Möglichkeiten ihr den Stress ein bisschen zu nehmen? (Ich kann leider nicht bestimmen, wer hier wie oft wo und wann ein und ausgeht)
siehe oben
-wie kann ich sie am besten auf die vielen Trubel vorbereiten?
Nicht zu viel Wind drum machen. Den Trubel als völlig "normal" ansehen, entsprechend reagieren. Je souveräner und gelassener ihr auftretet, desto eher akzeptiert Laura, dass das jetzt einfach normal ist und dazu gehört.
Je mehr ihr aber Trara drum macht, von wegen "arme Laura, wir müssen aufpassen, dass das alles nicht zu viel für sie wird", desto schwerer macht ihr es ihr. So verquer sich das vielleicht im ersten Moment anhört/liest.
-Welche Beschwichtigungsignale können wir noch senden (angähnen, sich abwenden?)
Einfach sein lassen - ihr seit keine Hunde. Und Laura weiss das. Ruhiger Umgang, gelassenes Auftreten, beruhigende Stimme - reichen völlig aus.
Sobald ihr euch nen Kopf drum macht, was ihr denn alles so an Beschwichtigungssignalen senden könntet, fangt ihr selbst an, euch unter Stress zu setzen. Und glaub mir - Hunde sind, was das Lesen Körpersignale angeht, Meister. Weit besser als wir körpersprachliche Analphabeten und Kleinkinder. Du kannst "Beschwichtigungssignale" senden so viel Du willst - dein Hund wird genau merken, wie es in Dir aussieht.
Mal böse gesagt - diese ganzen Calming Signals werden überbewertet. Versteh mich bitte nicht falsch. Ich finde es gut und wichtig, sich mit Calming Signals zu befassen. Sie sind ein Hilfsmittel, das aktuelle Verhalten des Hundes zu lesen und zu verstehen.
Aber als das Ganze aufkam gab es auf einmal einen Hype um die CS, das war einfach übertrieben. Auf einmal wurde jedem Hund, der sich mal mit der Zunge über die Nase leckte angedichtet, der arme Hund sei völlig gestresst. Dass Hundi gerade mal über die Nase leckte, weil ihm das Wasser wegen des Wiener Würstchens vor seiner Nase im Maul zusammenlief, wurde auf einmal völlig übersehen.
Und - wir Menschen sind einfach keine Hunde. Wir sehen ein Gähnen als CS. Aber sehen wir auch den Rest der Körpersignale des Hundes? Die Ohrhaltung, die Kopfhaltung, Rücken, Rute, Beinstellung?
Und v.a. - können wir das nachmachen??????
-Gibt es spezielle Entspannungsübungen? (wir kuscheln ja abends immer sehr schön und da wirkt sie auch entspannt)
Schau mal unter "Tellington Touches" im Internet nach.
-Bei der Fütterung irgendwas beachten? (sie bekommt eh immer schon Reis/ Nudeln mit wenig Nassfutter, da sie ja auf dem Magen so empfindlich ist)
Aktuell würde ich an der Fütterung nichts drehen. Wobei auf Dauer zu viel Reis/Nudeln im Verhältnis zu Fleisch auch nicht ideal ist. Aber über das Futter kann man sich in ein paar Monaten Gedanken machen, wenn sie sich bei euch eingelebt hat.
Viele Grüße
Cindy


"Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was Du dir vertraut gemacht hast!" (Le petit prince, Antoine de Saint-Exupéry)

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SKAlala
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Re: Große Veränderung für (gestresste) Hündin

Beitrag von SKAlala » So Feb 28, 2010 4:36 pm

ich kann dem was Cindy geschrieben hat nur beipflichten.

ich möchte euch aber auch noch einmal meinen Respekt aussprechen. Ich finde es toll, dass ihr die kleine genommen habt und euch so liebevoll um sie kümmert und euch so viele Gedanken um ihr Wohlergehen macht. Deine Oma kann unheimlich stolz auf dich sein :)

Liebe Grüße
Susi
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Helykolor
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Re: Große Veränderung für (gestresste) Hündin

Beitrag von Helykolor » Di Mär 02, 2010 10:22 am

Hallo Zusammen :P

vielen Dank für die schnellen und ausführlichen Antworten! Laura "pudelt" gerade vor sich hin und hat zum Glück bisher weder nochmal in die Wohnung gepullert noch musste sie nochmal spucken. Aber sie schluckt halt nach wie vor viel. Ich behalte das im Auge. Übermorgen gehts zum Friseur, da muss sie durch, denn es ist wirklich Zeit.

Was mich wundert ist, dass wenn wir mit Leine laufen, sie immer vorweg läuft (zieht aber nicht) und sobald ich sie abmache, läuft sie hinter mit, trödelt zum Teil oder bleibt einfach stehen! Wenn ich dann rufe, kommt sie sofort (wird belohnt) und bleibt wieder stehen. So als würde sie extra stehen bleiben, damit ich rufen kann und sie dann eine Belohnung kriegt. Bei meiner Omi ist sie fast immer an der Leine gelaufen.

zum Thema "Anfassen von Fremden". Ich will auch nicht, dass sie sich von Jedem knuddeln lässt, auf Dauer wäre es nur (für alle) angenehmer, wenn sie Besuch ruhig wahrnimmt, schnuppert und sich wieder gelassen hinlegen kann. Es läuft bisher aber immer so ab:

*Klingel*
Variante 1: Ich bin zuhause mit ihr allein -> Sie bellt.
Variante 2: Sie ist alleine zu Hause -> Sie bellt NICHT.
Variante 3: Ich bin nicht da, aber meine Schwester/ Mutter sind da -> Sie bellt NICHT.

*Begrüßung*:
Variante 1: ist die Person vertraut, hört das Knurren und Bellen schlagartig auf und sie begrüßt freudig.
Variante 2: ist die Person fremd hält das Bellen und Knurren noch ca 10min an, ich verweise sie auf ihren Platz (Decke) und von da aus wird der Fremde kritisch beobachtet und immer wieder angeknurrt.

*Verhalten bei Fremden in der Wohnung*
Bleibt die Person länger und Laura verlässt die Decke, ist sie ängstlich, huscht mit viel Überwindung am Fremden vorbei und will mir auf Schritt und Tritt folgen (oft schick ich sie dann wieder auf die Decke, wo sie widerwillig wartet, aber nicht mehr knurrt)

Wie Ihr Euch vorstellen könnt, kommen gerade sehr viele fremde Menschen (Wohnungsinteressenten, Speditionsfirma, Hausmeister etc.) und da kann ich Laura nicht einfach ignorieren (Wohnungsinteressenten haben teilweise Angst, ich kann Laura aber nicht wegsperren, da ich ja alle Räume zeigen muss und sie auch nicht aussperren will)


Freue mich auf Eure Expertentipps :wink:


PS: warum kann ich kein Bild hoch laden? Immer nur: „Das Kontingent für Dateianhänge ist bereits vollständig ausgenutzt.“ ????

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Re: Große Veränderung für (gestresste) Hündin

Beitrag von Pudelfreundin_Doris » Di Mär 02, 2010 10:28 am

Hallo Jenny!

Ich finde es toll, dass Laura jetzt bei euch sein darf!

Ich habe zwar keine Expertentipps für dich aber eine Frage, weil du schreibst, dass Laura noch immer viel schluckt: kann es sein, dass das kein Stresssymptom ist, sondern sie Halsschmerzen hat?

Weiterhin alles Gute und du wirst sehen, es wird von Tag zu Tag ein bisschen besser.

Liebe Grüße
Doris
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Resi
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Re: Große Veränderung für (gestresste) Hündin

Beitrag von Resi » Di Mär 02, 2010 10:40 am

Die idee mit den Halsschmerzen hatte ich auch gleich.

Eigentlich scheint sie sich ja ganz gut einzugewöhnen. Cindy hat ja schon alles supi beantwortet. Hat Laura im Auto eine Box? Wenn ja nimm sie mit in die Wohnung und bring ihr bei da lustig reinzugehen. Das soll ihr Sicherheitzimmer werden. Immer wenn du denkst sie hat jetzt echt viel Streß schick sie da rein. Lob sie nicht oder bedaure sie gar. Nein sie ist in ihrem Zimmer und muss sich nicht mit allem Befassen. Kann auch während des Umzuges sehr Hilfreich sein.
Pudelverrücktsein ist schön- es kann eben nur nicht jeder...

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Re: Große Veränderung für (gestresste) Hündin

Beitrag von Helykolor » Di Mär 02, 2010 10:48 am

Ja, ich denke so eine Box werd ich demnächst anschaffen. Im Auto geht es wenn ich mit ihr hinten sitze. Sie hat da ihre Decke und ein Kissen und liegt eng an mir dran. Ich lass sie dann die Fahrt über auch in Ruhe. Sie fängt dann maximal an zu schlucken (Speicheln) und es ist das gleiche Schluckgeräusch, dass sie jetzt immer macht.

Ich weiß nicht, ob es Halsschmerzen sind. Sie frisst ja auch gut, hat sich eben Trockenfutter geholt und die Schluckbewegungen sind nicht angestrengt. Auch kann ich sie problemlos am Hals berühren, müsste sie da nicht reagieren wenn es weh tut? Sie liegt jetzt auf ihrer Decke, döst und schluckt aber viel :n010:

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Re: Große Veränderung für (gestresste) Hündin

Beitrag von Pudelfreundin_Doris » Di Mär 02, 2010 11:03 am

Das Schlucken, das Spucken, das du im ersten Posting beschrieben hast, und das Kratzen an den Ohren, würde auf Halsschmerzen passen. Auch wenn sie z.B. gerne das TF frisst oder auch Gras: dadurch versuchen die Hunde den Belag im Hals los zu werden, wenn sie Halsschmerzen haben.
Vielleicht lässt du einen Tierarzt mal den Hals anschauen und hast dann die Sicherheit, dass es keine Halsentzündung ist oder aber bekommst ein Medikament und das viele Schlucken hört auf?

Liebe Grüße
Doris
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westin
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Re: Große Veränderung für (gestresste) Hündin

Beitrag von westin » Mi Mär 03, 2010 8:26 am

Hallo Jenny,

was mir noch in deinem 1. Beitrag aufgefallen ist : schleimiger Kot.
Hat Laura den immer noch/ immer mal ?
Falls ja, würde ich mal über 3 Tage Kot sammeln ( tägl.nur ganz wenig ) und vom TA untersuchen lassen. Dort bekommst du auch kleine Röhrchen für die Kotproben. Damit ist das Sammeln nicht so ecklig. :mrgreen:
Vielleicht hat sie Giardien oder so was ?
Wünsche euch einen gut organisierten, stressfreien Umzug.
Liebe Grüße von
Lydia,
mit Teddy und Luca

Helykolor
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Re: Große Veränderung für (gestresste) Hündin

Beitrag von Helykolor » Do Mär 04, 2010 5:36 pm

hallo Ihr Lieben,

heute war volles Programm. Erst Friseur (Laura ist wieder frisch und schön :) ) danach zum TA, weil mir die Sache doch keine Ruhe gelassen hat.

Naja..wie so oft gibts eher eine Vermutung, als eine wirkliche Diagnose.
Hals leicht gerötet, keinen Husten ausgelöst. Magen, Herz, Lungen abgehört, okay. Ordentlich Zahnstein (wird bald gemacht), aber Schnute ansonsten okay.
Schmatzen und Schlucken in Kombi mit Schleim im Kot, ergab dann die Diagnose leichte Gastritis, ob's stimmt, werd ich sehen. Ich soll das TroFu weglassen,
jetzt gibt's Antibiotika (u.a. Säureblocker) für die nächsten 10 Tage (find ich ja nich so gut) und ich denke, dass das Schlucken mit den AB ja sehr bald deutlich weniger werden müsste. Ansonsten ist es das nicht.
Mich wundert nur, dass sie weder spuckt, noch Durchfall, noch sonderlich viel aufstösst oder niest, sondern einfach nur viel schluckt!?

aber sie hat heute alles prima mitgemacht, war nicht spürbar gestresst und hat sich vom TA ohne Mux piksen lassen. haben dafür auch schön auf dem feld gespielt :streichel:

westin
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Re: Große Veränderung für (gestresste) Hündin

Beitrag von westin » Do Mär 04, 2010 7:09 pm

Hallo Jenny,

erst mal : Mist ! :x
Kann dir leider auch nicht soviel weiterhelfen, was das Fotoeinstellen betrifft. Hast du es schon mal über
http://www.dreamies.de probiert ?
Wäre schon schön, ein Foto von der frisch gestylten Laura zu sehen.

"Schmatzen und Schlucken in Kombi mit Schleim im Kot, ergab dann die Diagnose leichte Gastritis, ob's stimmt, werd ich sehen. Ich soll das TroFu weglassen,"

Wurde diese Diagnose aufgrund deiner Aussage oder aufgrund Untersuchungen gestellt ?
Keine Kotprobenuntersuchung ? Das mit dem Schleim macht mich etwas stutzig, --- weil es uns ähnlich ging.

Das Schlucken kann schon an der leichten Halsrötung liegen, sollte aber dann innerhalb 2 Tagen durch das AB aufhören.

Möchte mich allerdings nicht so weit aus dem Fenster lehnen, denn alles was ich weiss, hat mir Andy mit Erfolg geraten.
Andy, wo bist du denn ??? :?: :?: :?:

Eins noch : Du machst das alles bewundernswert super, für Laura gehen jetzt neue, tolle Welten auf. :klatsch:

Wie geht es deiner Omi ? :streichel:
Liebe Grüße von
Lydia,
mit Teddy und Luca

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Re: Große Veränderung für (gestresste) Hündin

Beitrag von Helykolor » Fr Mär 05, 2010 12:41 am

huhu...noch schnell eine Gute-Nachtmail, Laura wartet schon.
westin hat geschrieben:Wurde diese Diagnose aufgrund deiner Aussage oder aufgrund Untersuchungen gestellt ?
nur aufgrund MEINER Aussagen und einer oberflächlichen Betrachtung, das ist ja das Ärgerliche. Zumal nur 2x wirklich deutlich Schleim war und nur 1x Spucken und ich das der TA auch so sagte. Sie frisst kein Gras, hat keinen Durchfall etc. Ich tippe eher noch auf eine Zahnsteingeschichte bzw. vielleicht eine Allergie?? Sie ist ja eh so empfindlich: Öhrchen kratzen, Autofahren schlägt schnell auf den Magen, gelegentlich Schuppenbildung (regelte sich bisher immer wieder von selbst), kennt zu wenig Umweltreize (Angst vor vorbeifahrendem Auto, wenn zu schnell oder zu groß) etc.... aber das krieg ich auch noch hin :) alles schön der Reihe nach. und sie ist ja flink, hat heute nach wenigen Versuchen draußen apportieren gelernt (ja, ich bin schon ein bißchen Stolz :D )

kuschel mich jetzt zum kleinen frischen Plüschhund... gute Nacht!

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Cindy
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Re: Große Veränderung für (gestresste) Hündin

Beitrag von Cindy » Fr Mär 05, 2010 6:27 am

Ich würde sagen, Gastritis, leichtes Kratzen im Hals usw. ist durchaus auch stressbedingt. Du kennst doch sicher die Redewendung "das schlägt mir auf den Magen" ..... ist bei Hunden nicht anders. Es gibt Hunde, die reagieren auf Stress mit extremer Hautschuppung, andere mit Magen-Darm-Symptomen usw.
*Klingel*
Variante 1: Ich bin zuhause mit ihr allein -> Sie bellt.
Variante 2: Sie ist alleine zu Hause -> Sie bellt NICHT.
Variante 3: Ich bin nicht da, aber meine Schwester/ Mutter sind da -> Sie bellt NICHT.
Jo - ich würde das so interpretieren, dass sie sich Dich als Bezugsperson ausgesucht hat - und da sagt sie "hey, da ist was, schau mal, mach mal".
Variante 2: ist die Person fremd hält das Bellen und Knurren noch ca 10min an, ich verweise sie auf ihren Platz (Decke) und von da aus wird der Fremde kritisch beobachtet und immer wieder angeknurrt.

*Verhalten bei Fremden in der Wohnung*
Bleibt die Person länger und Laura verlässt die Decke, ist sie ängstlich, huscht mit viel Überwindung am Fremden vorbei und will mir auf Schritt und Tritt folgen (oft schick ich sie dann wieder auf die Decke, wo sie widerwillig wartet, aber nicht mehr knurrt)
Ist aktuell eine blöde Situation so mit vielen Fremden von wegen Umzug, Wohnungsbesichtigung usw. Wo liegt ihre Decke? Ich würde hier einen geschützten Bereich wählen, etwas abseits, vielleicht in irgendeinem Winkel, wo Fremde auch bei einer Besichtigung nicht soooo extrem dicht rankommen.
Viele Grüße
Cindy


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