Wie frei sind eure Pudel?

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andreani-kern
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Wie frei sind eure Pudel?

Beitrag von andreani-kern » Do Mär 01, 2012 6:38 pm

Hallo zusammen
Ich habe lange gezögert, ob meine Frage mehr "Problem" oder mehr "Erziehung" oder sogar eher "Verhalten" betrifft. Nun ich poste es hier, denn eigentlich finde ich es schon ein Problem. Mein Pudel (Kleinpudel, 14 Monate) jagt und zwar nach Bewegung, mit Begeisterung und recht unkontrolliert. Am liebsten Autos am Horizont...Oft dreht sie fast im Flug, wenn ich sie abrufe - oft aber auch nicht. Ich arbeite zu ihrer Auslastung recht intensiv mit ihr, mache Spiele, besuche regelmässig Sport und Spass-Kurse, übe Denkspiele, Tricks, sie ist überall mit Feuereifer dabei. Monatelanges Schleppleinentraining hat immer gut geklappt in dem Sinne, dass sie praktisch nie in die Leine rennt, den Radius einhält und recht aufmerksam bleibt. Ich kann sie auch frei spielen lassen mit Hunden, fast jederzeit aus dem Spiel zurückrufen und wieder sausen lassen...nur eben, es kann ein paar Tage gut gehen und im nächsten Moment sieht sie etwas am Horizont und weg ist sie. Bis sie reagiert sind 200-300m flugs geschafft. Da sie zweimal ein geschenktes Leben bekam, weil sie vor ein Auto rannte, gehe ich inzwischen mit Flex-Leine spazieren (die Schleppleine mag zwar ihre Fans haben, aber mich brachte das Ding an den Rand des Wahnsinns...jetzt mit Flex-Leine achte ich auf konzentrierten Umgang à la Schleppleine, bin aber selber viel entspannter). Mir tut es leid, dass mir nicht anderes übrig bleibt. Ich konnte den Jagdtrieb meines verstorbenen Beaucerons gut kontrollieren, unser Mops, den wir auch noch haben, kommt gar nicht auf solche Ideen, aber hier bin ich etwas ratlos und hoffe einfach auf den Faktor Zeit=(Hunde-)Vernunft. Genug geklönt, ich wäre froh, von euch ehrliche Auskünfte zu erhalten, wie gut eure Pudel kontrollierbar sind, ob ihr sie problemlos frei laufen lassen könnt oder ob andere auch bei der Lösung Flex-Leine gelandet sind wie ich?
Für eure Antworten im Voraus herzlichen Dank!
Nevra

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Resi
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Re: Wie frei sind eure Pudel?

Beitrag von Resi » Do Mär 01, 2012 7:52 pm

Ist die Kleine auch sonst so ein Hibbel? wenn ja habt ihr sie mal medizinisch auf den Kopf stellen lassen? Inklusive SD-Werte?

Was bekommt sie zu Fressen? ich kenne ein paar Bordercollies die auf Getreide ihn sehr nervös werden.

Ansonsten scheint sie ja ganz schön Programm zu haben? Hat sie je gelernt Ruhe zu halten /zu entspannen?
Pudelverrücktsein ist schön- es kann eben nur nicht jeder...

andreani-kern
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Re: Wie frei sind eure Pudel?

Beitrag von andreani-kern » Do Mär 01, 2012 8:09 pm

Ooh, das täuscht vielleicht, so ein "Hibbel" ist sie gar nicht. Temperament hat sie schon aber sie lässt sich bis auf das geschilderte Problem recht gut führen. Ich hatte auch nie das Gefühl, sie sei "hyperig" oder es fehle medizinisch was. Drinnen kann sie sehr gut ruhig liegen (muss auch) und einmal die Woche nehme ich sie mit zur Arbeit, da kann sie 3,5 Stunden liegen ohne den Kopf zu heben. :streichel: :klatsch: Ich finde sie sowieso (wie den Pudel generell) eigentlich perfekt. Kannst Du mir noch erklären, was SD wäre? :n010:

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Cindy
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Re: Wie frei sind eure Pudel?

Beitrag von Cindy » Do Mär 01, 2012 8:30 pm

SD = Schilddrüse.

Schätze mal, deine Kleine hat einfach ordentlich Jagdtrieb.

Hat meine grosse Weisse auch. Trotzdem läuft sie frei - sie lässt sich relativ gut abrufen und jagt nur auf Sicht. Was für mich eben heisst "grundsätzlich die gesamte Umgebung im Auge haben". Mal eben einfach so spazierengehen und auf Autopilot mit Hund durch die Gegend laufen ging früher bei Nele überhaupt nicht. Inzwischen na ja .... manchmal schon. Bis sie das nächste Mal durchstartet. Aber wie schon geschrieben, sie lässt sich seit Jahren recht gut abrufen.

Yanta hat früher nur Katzen gejagt - und da sie im Ort sowieso an der Leine ist, war das nie ein Thema. Einmal ist sie nem Hasen nach, der sozusagen direkt zwischen ihren Vorderbeinen aufgesprungen ist.

Klein Wusch ist zwar ein Hibbel vor dem Herrn, aber jagen ist nicht so ihr Ding. Oder besser, sie jagt zwar durchaus auf Sicht, aber lässt sich gut abrufen.


Allerdings kenne ich den einen oder anderen Pudel, der wirklich zu Flexi oder SL verdonnert ist - ob es daran liegt, dass diese Hunde noch mehr Jagdtrieb haben als bsp. Klein Nelchen oder ob die Halter einfach nicht in der Lage waren, Anti-Jagdtraining erfolgreich durchzuziehen - gute Frage.
Viele Grüße
Cindy


"Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was Du dir vertraut gemacht hast!" (Le petit prince, Antoine de Saint-Exupéry)

Püdeli
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Re: Wie frei sind eure Pudel?

Beitrag von Püdeli » Do Mär 01, 2012 9:59 pm

Rosalie hat auch massig Jagdtrieb. Mit 15 Monaten ist sie zum ersten Mal abgezischt - sie jagt auf Spur. Ich fand es damals unheimlich schwer zu erkennen, wann sie jagt (hatte vorher ausschließlich Sichtjäger), vor allem, da sie sich bevorzugt aus ihren "dollen 5 Minuten" heraus auf die Fährte gesetzt hat. Danach war erstmal Schleppleine angesagt (ätzend, ich hasse die Schleppleine :keule: ), zusätzlich gab es nur Futter, wenn sie es sich gemeinsam mit mir zusammen erarbeitet hat. Nach 2 Tagen war der Hunger so groß, dass das Pü sich auch wieder auf andere Dinge als aufs Jagen konzentrieren konnte. Danach lief es eigentlich ganz gut. Sie kann frei laufen, allerdings darf sie den Weg nicht verlassen und wir haben ein Abbruchkommando eingeführt, mit dem ich Ansätze zum unkontrollierten Von-dannen-fährten sofort unterbinde. Das bedingt natürlich, dass ich draußen immer meine volle Aufmerksamkeit auf den Pü richte. Letztes Jahr zu Weihnachten kam dann ein kleiner Rückschlag: sie jagt manchmal Autos auf Sicht, die sich in einiger Entfernung am Horizont bewegen :fechten: . Das blöde daran ist, dass sie sich mehrere Male nicht abrufen ließ. Sie dreht zwar irgendwann um, aber ich kriege jedes Mal einen halben Herzinfarkt. Jetzt passe ich noch mehr auf, außerdem wird schon ein schiefer Blick Richtung fahrendes Auto gleich mit einem scharfen Abbruchkommando bedacht. Seit sie durchs Mantrailing in ihren jagdlichen Anlagen ausgelastet wird, finde ich, dass sie bedeutend ruhiger und leichter zu führen ist.
Viele liebe Grüße
Steffi mit Rosalie und Yoshi im Herzen

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andreani-kern
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Re: Wie frei sind eure Pudel?

Beitrag von andreani-kern » Do Mär 01, 2012 10:48 pm

Liebe Steffi
Genau so, wie Du es schilderst, erlebe ich es auch mit meiner "Schiuma" und es ist absolut wohltuend zu hören, dass ich nicht die Einzige bin... :roll: Vor allem dieses Unberechenbare macht halt zu schaffen. "Schiuma" hört wirklich oft sehr zuverlässig auf Kommandos, auch Abbruchrufe, aber eben nur oft und nicht immer. Plötzlich lässt sie ein Auto weit am Horizont durchstarten aus dem Nichts, auch wenn sie davor 3 mal gut abzubringen war. Obwohl wir ländlich leben, gibt es in Sichtweite fast immer irgendeine Strasse. Ich hoffe immer noch, dass sich das mit der Zeit vielleicht noch etwas beruhigt. Sie hatte auch mit ca. 8 Monaten mal einen Moment, wo sie Fahrräder gaaanz interessant fand und nachspeeden musste. Das konnten wir innerhalb kürzester Zeit mit Konsequenz und viel Leckerchen unterbinden. Mit den Autos scheints aber irgendwie noch "instinktiver" abzulaufen. Das geht auch so schnell und fast ohne Vorzeichen, so dass ich, selbst wenn ich wollte, nicht mal den Hauch einer Chance hätte, sie z. Bsp. durch Erschrecken mit irgendwas abzuhalten. Was sie bisher nicht gezeigt hat ist Jagen auf Fährte (uff, fohlock, aber vielleicht auch "nicht-zu-früh-freu"?).

Sanne
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Re: Wie frei sind eure Pudel?

Beitrag von Sanne » Do Mär 01, 2012 11:02 pm

Hi,

Mein Großer hat aus meiner Sicht einen moderaten Jagdtrieb (bisher, er ist ja erst 1 Jahr...).

Ich kenne hier auch einen Pudel, der nur an der Flexi läuft, aber ich glaub der wurde nie erzogen. Die Leute sind auch ein bisschen seltsam.
Das trifft bei dir ja nicht zu, denn du tust ja viel mit deiner Maus.

Ich finde es sehr vernünftig, dass du sie an der Flexileine führst (mir wär die Schlepp auf Dauer auch zu anstrengend!), denn der Hund hat trotzdem noch einen Bewegungsspielraum ohne in Gefahr zu kommen.

Sind es immer Autos, die sie jagt?
Wie verhält sie sich an der Straße mit Autos?
Denkst du es würde was bringen, an einer Landstraße o.ä. gezielt mit den Autos zu üben?

lg,
Sanne

weißtiger
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Re: Wie frei sind eure Pudel?

Beitrag von weißtiger » Fr Mär 02, 2012 7:57 am

Hi!
Mein KP ist jetzt 1 1/2 Jahre alt. Seine Leidenschaft waren von Anfang an Vögel. Ich hab den Knirps mit gut 9 Wochen vom Züchter abgeholt und gleich am Tag drauf mein Futterhäuschen an die Nachbarkinder verschenkt, weil er von den Vögelchen wie hynotisiert war und nur einen Gedanken hatte: wann darf ich raus zum scheuchen? Er jagt immer noch Vögel, ist aber ziemlich gut abrufbar, wahrscheinlich auch, weil die Beute ziemlich schnell außer Sicht ist. Allerdings gibt's hier einen (sehr netten) Herrn, der im Frühjahr seine Hühner und Puten im Wald weiden lässt. Oh Gott, ich darf gar nicht dran denken, wenn ich ihn zu spät anleine! Meine Hoffnung ist aber, dass er vlt. von einer riesigen Pute etwas "gemaßregelt" wird.
Sein anderes Problem ist Weidevieh, egal ob Pferde, Kühe, Schafe, Lamas. Da will er rein. Und alles aufmischen! Das hat er auch seit Welpenalter, er ist mir mal mit ca. 12 Wochen auf eine Pferdekoppel gewitscht, dort befand sich ein riesiger Kaltblüter, der hat, man glaubt es kaum mit meinem Pü ein richtiges Spiel veranstaltet: Pü rennt zu Pferd, Pferd galoppiert weg, Pü hinterher, Pferd bleibt stehen, Pü auch, man guckt sich an. Dann rennt Pferd wieder und Pü hinterher. Das Ganze wurde immer lustiger für die 2, aber nicht für mich! Bis ich meinen Hundi wiederhatte, vergingen mindensts 20 Minuten. Ich weiß nicht, ob das der Auslöser war, aber er will immer zu Weidevieh, Reiter möchte er auch verfolgen. Tatsache ist, bei Weidevieh wird angeleint, wenn wir im Wald unterwegs sind, pass ich eben auf, ob ein Reiter kommt, zum Glück gibts nicht viele hier und sieht und hört sie ganz gut.
Übrigens interessieren ihn Füchse (im Gegensatz zu meinem Pudel-Dackelmix) überhaupt nicht. Hasen haben wir noch keinen gesehen, Rehe erst einmal, die hat er nur fasziniert angeschaut, ich hab dann zwar angeleint, aber er war nicht sonderlich interessiert an ihnen.
LG Gina

Sanne
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Re: Wie frei sind eure Pudel?

Beitrag von Sanne » Fr Mär 02, 2012 10:12 am

Hi,
weißtiger hat geschrieben: Mein KP ist jetzt 1 1/2 Jahre alt. Seine Leidenschaft waren von Anfang an Vögel. Ich hab den Knirps mit gut 9 Wochen vom Züchter abgeholt und gleich am Tag drauf mein Futterhäuschen an die Nachbarkinder verschenkt, weil er von den Vögelchen wie hynotisiert war und nur einen Gedanken hatte: wann darf ich raus zum scheuchen?
Ich muss ehrlich sagen, ich hätte es genau andersrum gemacht!
Futterhäuschen immer gut bestückt, und immer wieder deutlich das Fixieren unterbunden. Klarmachen, dass dieses Verhalten weder gewünscht ist noch geduldet wird. Der Hund kann schließlich nur durch die Konfrontation mit der Situation auch etwas lernen, nicht durch die Vermeidung!
Gerade so eine schöne, kontrollierte Übungssituation ist dafür eigentlich perfekt...

Das Interesse am Jagen hat ein Hund oder er hat es nicht. Ich denk das kann man nicht über Vermeidung der Situation lösen. ABER man kann mit einem jagdinteressierten Hund üben, sich selbst zu kontrollieren.
Meiner hatte auch fast von Anfang an Interesse an den Vögeln draußen, egal ob kleine oder große. Anfangs war ich täglich mit ihm auf der Suche nach Vögeln und habe ihm an der Schleppleine klargemacht, dass das Jagen dieser Tiere nicht erlaubt ist.
Heute ist er 1 Jahr alt und er kann sich beherrschen, nur wenn ich nicht drauf achte oder abgelenkt bin, hetzt er noch.

lg,
Sanne

weißtiger
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Re: Wie frei sind eure Pudel?

Beitrag von weißtiger » Fr Mär 02, 2012 12:02 pm

Hi!
Die Vögel am Futterhäuschen interessieren meine Hundis jetzt nicht mehr sonderlich, weil meine Schwiegermutter, bei der sie öfters tagsüber sind, hatte auch eins aufgestellt. Die Burschen sind jetzt dagegen voll scharf auf die Meisenknödel, die sie in Gemeinschaftsarbeit mopsen: mein Oldie, der Dackelmix stellt sich unter den Knödel, reckt den Kopf hoch, schnüffelt, sabbert begehrlich und der Jungspund Pudel mit seinem langen Fahrgestellt springt hoch, bis er den Knödel hat. Der teilt ihn zwar nicht freiwillig, aber das TEil zerkrümelt halt.
Ich weiß, ich müsste das unterbinden, aber bis ich das erfahren hab, dauerte es etwas und meine Schwiegermutter ist alt, krank, sitzt im Rollstuhl und hatte ihre helle Freude an diesen Aktivitäten. Übrigens hatten die Hundis nicht mal eine Andeutung von Durchfall.
Das mit der Schleppleine ist im Prinzip ja eine gute Idee, aber wenn ich sie dranhab, sehen wir meistens keine Vögel. Aber er rennt meist nur eine kleine Runde und ist dann wieder bei mir.
LG Gina

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Moni
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Re: Wie frei sind eure Pudel?

Beitrag von Moni » Fr Mär 02, 2012 12:49 pm

Also ich hab hier auch zwei passionierte Jäger :roll: . Miro hat es mit 6 Monaten erwischt, als ich auf der Wiese einen Kong geworfen habe und ein Reh etwas weiter hinter uns im Gebüsch dies als Aufforderung gesehen hat, den Kong zu überholen :roll: . Aber er hat schon als Welpe alles gejagt , was sich bewegt hat, sämtlich Äpfel die von den Bäumen gekullert sind, alles Herbstlaub, dass da rumwirbelte,.... und ich habs leider toll gefunden, wenn er fleißigsämtliche Äpfel apportiert hat und nicht bedacht, dass ich so seinen Jagdtrieb ja unterstütze :cry: . Nach 1,5 Jahren Schleppleinentraining mit einigen Rückschlägen und einer Trainerin, die mit mir durch die Lande marschiert ist, viel Click für Blick üben,... kommt er für ein Stück leckeren Limpurger sogar zurück und vernascht es. Das war viele Jahre gar nicht möglich. leider haben wir hier soviel Wild, wie andere nur im Wildpark sehen und meine beiden gehen auf Sicht, auf Spur und auf Gehör jagen :roll: . Mittlerweile kann ich an Reiz- und Wildarmen Stellen hier Miro ohne Leine laufen lassen, aber aus den Augen und aus eine Circle von max. 5-7m nicht. Ansonsten sind sie aus dem Spiel, von Mäuselöchern, Katzen und anderen Hunden abrufbar. Tja und Klein-Cookie läuft brav an der Schlepp, weil er mittlerweile Miros Jagdlust teilt aber eben noch nicht abrufbar ist, beim jagen. Die einzigste Möglichkeit meine beiden entspannt ohne Leine laufen zu lassen, ist in einem eingezäunten Grundstück. Ansonsten heißt es am besten einzeln laufen und 100% beim Hund und 100% die Umgebung absuchen :roll: . Manchmal mega-anstrengend. Auf Autos geht nur Miro, wenn es genau an ihm vorbei fährt, mit einer ganz bestimmten Geschwindigkeit, oder auch Fahrräder. Er sitzt dann ganz still neben mir und irgend eine winzige Bewegung, ein klitzekleinen klacken der Schaltung und er springt aus dem Sitz hoch wie eine Rakete, wenn man ihn nicht hält oder gleich in die andere Richtung clickblickt :roll: . Und ausgelastet werden meine natürlich auch, mit Kopf-, Nasen- und Körperarbeit. Aber den Jagdreiz toppen schaff ich nicht. Meist hab ich morgends beide an der 10m Schlepp, an jedem Ende einer, dann geht keiner verloren und das Gewurschtel ist relativ gering :mrgreen: . Kann ich mit leben, sonst hätt ich mir keinen zweiten Pü angeschafft :wink: . Flex mag ich gar nicht und ist bei zweien auch viel zu gefährlich. Kannst dich ja mal in das Thema Reizangel einlesen.
Liebe Grüße-
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Pudeltina

Re: Wie frei sind eure Pudel?

Beitrag von Pudeltina » Fr Mär 02, 2012 1:14 pm

Arme Moni, du bist ja mit deinen beiden "Jägern" echt nicht zu beneiden. :streichel:

Wild gibt es bei uns gar nicht, nur vereinzelt Hasen. Im engl Garten mus man nur gehen Krähen, Eichkatzerln und Enten angehen. Tammy war ihre ersten 15 Monate lang auch ein totaler Sichtjäger. Bis eine Trainerin mir erklärte, dass ich nicht die Gegend abscannen soll, sondern stattdessen den Hund. An Hand der Körpersprache bemerkt man es sofort, wenn der Hund abdüsen will, das war der richtige Zeitpunkt, um schon einzuschreiten.
Mit Tammy bin ich damals oft an Orte gefahren, wo ich wusste, dass es einen Haufen Krähen gab. Die Herrausforderung bestand darin, sie an all den Vöglen vorbei zu führen, ohne dass sie ausbricht. Habe dabei meistens ohne Leine, aber mit viel Leckerli gearbeitet.

Bei Casper hält sich der Jagdtrieb noch in Grenzen.
Ich gehe gern auf Wiesen zum Üben, wo Hühner frei rum laufen oder auch mehrere Krähen sich aufhalten. Dort spiele ich mit dem Futterbeutel oder mache UO mit ihm. Außerdem trainierte ich von Beginn an über Impulskontrolle. Sowie auch mit der Reizangel. Er läuft außer an Straßen, überall frei. Ich passe auf, dass ich gleich die ersten Anzeichen erkenne und kann ihn dann gut ausbremsen.
Startet er wegen meiner Unaufmerksamkeit trotzdem mal durch, ist er momentan noch abrufbar (notfalls mit einem Notrufsignal), sodass er abbricht, auch wenn er sich bereits auf einem höheren Erregungslevel befindet.
Bin mir aber schon vollkommen bewusst darüber, dass sich der Jagdtrieb noch weiter entwickeln könnte. Weiß momentan noch nicht, wie ich dann arbeiten würde. Ich denke, man wächst an den Herrausforderungen. :lol: Sl-Training mag ich nicht, da der Hund genau weiß, wenn er an der Leine hängt und sich dann sowieso ganz anders verhält. Eine Flexileine besitze ich nicht.
Autos, Fahrräder und Jogger stellen für beide Hunde kein Problem dar. Rufe sie aber trotzdem in solchen Situationen zu mir ran, damit sie nicht evtl auf blöde Ideen kommen.

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Phoebe
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Re: Wie frei sind eure Pudel?

Beitrag von Phoebe » Fr Mär 02, 2012 2:53 pm

Du hast ja nun schon viele Tipps und Erfahrungen bekommen...da will ich mich auch mal anschließen :wink: :mrgreen:

Sólinchen ist jetzt 11 Monate...hat keinen wirklichen Jagdtrieb...ich nenne es mal eher Interesse an fliegenden Blättern...oder Krähen...

Wir haben hier so klasse Leute wohnen, die ständig Essensreste irgendwohin werfen, sodass sich die Krähen auf unserem Feld wo wir fast jeden Morgen gehen, pudelwohl fühlen 8)
Unabhängig von der Krähengeschichte hat Sóley das Kommando "Bei mir" gelernt. Da soll sie in 1m umkreis neben mir laufen und mich anschauen. Nachdem sie die Krähen 2-3 mal aufgescheucht hat, habe ich dieses Kommando genutzt. "Bei mir" und wenn sie mich angeschaut hat ( ich laufe dabei weiter), habe ich ein Leckerlie rausgeholt und in die Entgegengesetzte Richtung der Krähen geworfen. Sie durfte also jagen...aber das was ich wollte...nach dem sie das Leckerlie gefunden und gegessen hat (ich bin derweil weitergelaufen, natürlich langsam und sie immer im Blick) kam sie mir hinterhergeflitzt und ich habe gelobt und das Spielchen wiederholt. Das habe ich eine Weile sehr intensiv betrieben. Jetzt reicht einmal Beute suchen...

Zusätzlich mache ich ganz intensiv die Impulskontrolle, da ich mit meiner Freundin oft zur Dummyarbeit mitgehe. Da muss sie einfach ruhig verharren können. Das übe ich dann auch einfach zwischendurch beim Gassi...mal Sitz, mal Platz ...mal Warte (da ist die Position egal...Steh dauert noch ein wenig :wink: ) ... Ich werfe ihren Lieblingsball...hole ihn selbst...oder spiele in der Zwischenzeit mit <rudi oder so, renne an ihr vorbei usw...am Anfang hatte mein Hibbelfloh große Mühe ihren Pops auf dem Boden zu lassen, aber mittlerweile ist sie ganz lieb und liegt bzw. sitzt gut. Ich setze sie hin, gehe weg ( begonnen mit einem Schritt Entfernung, nun mittlerweile ca. 3-5 m), schaut sie mich an, sage ich sitz, ...gehe hin, bestätige...gehe wieder weg...sie muss sitze bleiben...Bestätigung erhält sie nur, wenn sie zu mir schaut. Zur Auflösung sage ich wieder das Kommando, bringe dann noch einmal Ruhe rein und sage dann ok (unser Auflösungskommando) und sie muss zu mir kommen, für Ball oder Leckerlie. Dadurch ist sie beim verharren auf mich fixiert und ist immer weniger von der Umwelt abgelenkt. Das kannst du gut auf Wegen beim Gassi üben und ich denke mit der Zeit wird es der Hund gut verinnerlichen. Wobei ich da vielleicht doch wieder eine Schlepp dran machen würde, denn bei der Flexi hast du ständig einen leichten Zug drauf. Der ist bei dieser Übung vielleicht nicht so gut. Oder du machst sie ganz lang und drückst dann stop...

Viel Erfolg beim üben :D
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Re: Wie frei sind eure Pudel?

Beitrag von Aurelia » Fr Mär 02, 2012 4:33 pm

Keine Sorge, Nevra, du bist nicht alleine mit diesem "Problem" oder besser Jagdhunderbe. Ich habe mich damals für den Pudel unter anderem deswegen entschieden, weil ich oft gelesen habe, dass er kaum oder keinen Jagdtrieb hat. Von wegen... mein Zwergpudelrüde hat eine ganz gehörige Portion Jagdtrieb und zwar von Anfang an. Ich dachte zuerst, ich hätte den weltweit einzigen Jagdpudel erwischt, aber inzwischen weiß ich, dass viele Pudel eine ziemliche Passion in dieser Richtung haben...

Mein Caesar ist ein begeisterter Spurjäger. Er jagt zwar auch auf Sicht, wenn das Wild gerade ganz offensichtlich rumläuft, aber meistens sehe ich es vor ihm, weil er die Nase ja soooo gerne auf dem Boden hat. Er geht allerdings von 0 auf 100 auf eine Spur und deshalb ist es auch schwierig für mich im Voraus etwas aus seinem Verhalten oder der Körpersprache abzulesen und den Jagdablauf direkt zu unterbrechen, denn ICH kann die Spur ja nicht riechen :wink: . Eben haben wir noch toll und konzentriert miteinander gearbeitet oder gespielt und - schwupps - in der nächsten Sekunde ist er weg :fechten: Er ist jetzt 3 1/2 Jahre alt und wir haben viel zusammen trainiert, um den Jagdtrieb zu kontrollieren und umzulenken: Schleppleine (obwohl ich diese Dinger hasse :evil: ), Futterdummy, Verlorensuche, UO, usw. Auch heute noch muss er sich sein gesamtes Futter auf den Spaziergängen erarbeiten, erjagen und ersuchen. Sein Verhalten hat sich dadurch schon sehr viel verbessert, aber auf einer frischen Wildfährte zischt er immer noch ab. Da geht es mir wie Moni: Das kann ich nicht toppen... In einem Hundebuch habe ich mal gelesen: "Der Hund hat zwei Herren: seine Gene und seinen Menschen. Und zwar in dieser Reihenfolge". Das ist dann mein Mantra in einer solchen Situation :wink:

Inzwischen habe ich mich damit abgefunden und wir praktizieren folgenden Kompromiss: Bei unserer großen Morgenrunde von gut 90 Minuten darf er (je nach Jahreszeit und damit verbundenem Wildaufkommen) mindestens die Hälfte der Zeit frei laufen. Da sind wir in freiem, übersichtlichem Gelände und weit weg vom Wald. Die restliche Zeit habe ich ihn an der 7-m-Flexileine, also kann er sich auch dann noch relativ frei bewegen. In fremdem Gelände oder im Wald leine ich ihn nicht mehr ab.

LG Aurelia
Liebe Grüße von Aurelia mit Caesar und Phoebe

andreani-kern
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Re: Wie frei sind eure Pudel?

Beitrag von andreani-kern » Fr Mär 02, 2012 8:57 pm

Hallo an alle
und erst mal einen Riesendank für die vielen belebenden Antworten. Ich dachte bisher halt schon, ich sei zwar eventuell nicht die Einzige mit Pudel mit Jagdtrieb, aber vielleicht die Einzige, die trotz guten Willens, Konsequenz und Übung das Problem aufgrund eigener Unfähigkeit nicht in den Griff kriegt. Scheint aber tatsächlich nicht der Fall zu sein und eure Beiträge geben neben der Entlastung, nicht allein zu sein, auch Mut, auf dem eingeschlagenen Weg weiter zu machen, da er so falsch nicht zu sein scheint. :D
Sanne hat geschrieben:Gerade so eine schöne, kontrollierte Übungssituation ist dafür eigentlich perfekt...
Ich kann dem nur anfügen, dass wir von der ersten Minute an Schiumas Freude mit Hochspringen am Nymphensittichkäfig (und ihre unbändige Freude, wenn die Vögel flatterten, alle Federchen stoben, das Futter rausspickte und sie es im Sinne der Selbstbelohnung auch noch fressen zu müssen meinte) vehement unterbrochen haben. Trotzdem hat es Monate und gefühlte 1000 Wiederholungen gedauert, bis sie die Vögel ignorierte. Ich weiss nicht, ob diese Hartnäckigkeit Zeichen von Sturheit oder von Intelligenz ist :wink:
Leider hat dieser Erfolg auch nichts an der Jagdfreude draussen geändert, bzw. diese nicht verhindert... :cry: . Den Tipp mit der befahrenen Landstrasse zum üben habe ich anfänglich einmal probiert gehabt an der Schleppleine. Da das gescheite Hundemädchen an der Schleppleine ja toll brav ist, hat sie kaum reagiert. Somit war der Desensibilisierungs-Antijagd-Trainingseffekt relativ gering :| . Aber vielleicht sollte ich es einfach wieder einmal probieren und quasi auf Reaktion hoffen um weiter üben zu können.
Moni hat geschrieben:Meist hab ich morgends beide an der 10m Schlepp, an jedem Ende einer, dann geht keiner verloren und das Gewurschtel ist relativ gering . Kann ich mit leben, sonst hätt ich mir keinen zweiten Pü angeschafft
Moni, ich bewundere Dich :klatsch: Müsste ich mich neben Schiuma noch um den Mops kümmern, würde ich wahrscheinlich den Verstand verlieren :x. Mops Gigi scheint im Gegenteil mich besänftigen/trösten/nicht belasten zu wollen und unterlässt sogar ihre übliche "ich-bin-eigentlich-ein-Aasgeier-und-gar-kein Hund" -Attitüde. Sie ist sosehr zu einem Fersenschatten mutiert, dass ich sie regelrecht zu ihrem Glück in Freiheit ("lauf, spiel") zwingen muss. Vielleicht ist es aber auch die schiere Solidarität mit Pudel, die sie so brav sein lässt.
Liebe Grüsse an alle
Nevra

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