Pudel in der Tasche

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Annelie
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Pudel in der Tasche

Beitrag von Annelie » Di Okt 18, 2011 12:46 pm

Hallo,

meine Pauline kommt ja aus dem Tierheim. Aufgewachsen ist sie bei einer alleinstehenden Frau, vermutlich ohne allzuviel von der Welt kennenzulernen. Das fällt uns leider heute immer wieder auf die Füße. Sie lässt sich extrem schnell stressen. Sie zeigt dabei allerdings keinerlei ängstliches Verhalten, sondern wird eher aufgeregt und zieht wie ein XXX an der Leine. Am schlimmsten ist es, wenn andere Hunde auftauchen, vollkommen egal ob an der Leine oder im Grundstück, groß oder klein, Rüde oder Hündin. Selbst wenn weiter weg ein Hund bellt, wird sie ganz aufgeregt. Am schlimmsten sind Stadtbesuche (wir wohnen sehr ländlich). Sie bellt auch nicht wie ein normaler Hund (damit könnte man sich vielleicht ja noch abfinden), sondern sie schreit, jault, quiekt (lässt sich nur schwer beschreiben). Jedenfalls hat man die Aufmerksamkeit aller Menschen im Umkreis von 20 Metern auf seiner Seite und ich möchte am liebsten im Boden versinken... :oops:

Jetzt habe ich zufällig mitbekommen, dass sie in einer Tasche getragen das ganze Theater nicht macht. Ich hatte sie noch in der Tasche, weil wir gerade aus dem Bus gestiegen waren (uns sie so kostenlos mitfahren konnte). Eigentlich ist sie mit 37cm und 7 kg auch ein wenig zu groß für die Tasche. Ich konnte mit ihr in der Tasche über einen riesigen Markt laufen, an allen möglichen Hunden vorbei. Sie hat die Hunde sehr wohl registriert und auch angeschaut, jedoch keinen Mucks von sich gegeben. Ich denke, sie fühlt sich in der Tasche sehr sicher. Außerdem ist sie nah an mir dran und sie hat einen anderen Blickwinkel.

Es tritt übrigens der gleiche Effekt auf, wenn ich sie auf den Arm nehme.

Jetzt meine Frage: ich möchte ja nicht die nächsten Jahre Pauline in solchen Situationen in der Tasche tragen oder jedes Mal wenn ein anderer Hund kommt, sie auf den Arm nehmen. Aber wie kann ich mir die oben genannten Tatsachen im Training zu Nutze machen? Vor allem, wie kann ich das "Hilfsmittel Tasche" abbauen? Hat einer von euch vielleicht schon einmal Körperbandage oder Thundershirt verwendet?

PS: Auf dem Hundeplatz ist Pauline der absolute Streber. Und auch wenn ich mit ihr außerhalb trainiere (z.B. vor Grundstücken mit Hund) ist es in Ordnung. Aber sobald man sie nicht permanent beschäftigt und ich sie beobachte, z.B. bei einem Spaziergang mit Freunden o.Ä. ist echt nervig. Es ist also kein generelles Gehorsamleits-Problem. Auch ohne Leine ist sie wesentlich entspannter, lässt sich gut abrufen und ist auch bei Hundebegegnungen (meistens) abrufbar. Aber in vielen Situationen muss der Hund aber nunmal an die Leine.

Es wäre schön, wenn ihr mir helfen könntet...
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Re: Pudel in der Tasche

Beitrag von Falbala » Di Okt 18, 2011 12:53 pm

Hallo,

ich denke, das bekommst Du mit langsamem, geduldigen Training hin. Am Anfang immer knapp zur Grenze gehen, bei der sie austickt. Ich denke, das ist keine Sache, die Du von heute auf morgen hinkriegst, sondern mit wachsendem Vertrauen zu Dir und der Umgebung, die sie so reizt. Also anfangen mit möglichst wenig, aber vorhandenem Reiz. Dann immer mehr steigern.

Viel Erfolg!
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Re: Pudel in der Tasche

Beitrag von Annelie » Di Okt 18, 2011 1:12 pm

Hallo Falbala,

danke für deine Antwort. Wie gesagt ich trainiere ja viel mit ihr, auch in unterschiedlichen Umgebungen und bei verschiedenen Reizen. Ich mache ähnlich wie in der Methode von Patricia Mc Connell. Mit Clicker und "Schau". Es zeigen sich ja auch langsam Erfolge (die Betonung liegt auf langsam :) ).

Aber trotzdem kommt es immer wieder zu Situationen (z.B. im Urlaub, wenn man die Hunde überall mit hinnehmen muss oder auch bei überraschenden Hundebegegnungen, Tierarztbesuche) in denen man einfach keine kontrollierten Trainingssituationen vorfindet. Außerdem suche ich ja nach einer Möglichkeit, die positiven Effekte, die die Geborgenheit einer Tasche mitsichbringen, in das Training mit einzubauen. Ich weiß halt nur nicht genau wie ...
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Re: Pudel in der Tasche

Beitrag von Falbala » Di Okt 18, 2011 1:32 pm

Ich würde da keine Hilfsmittel wie Bänder etc. nehmen, weil Du das ja dann auch wieder ausschleichen musst. Ausserdem hast Du ja schon Erfolge, wenn auch kleine. Der Rest gibt sich doch dann mit der Geduld. Aber ich kann natürlich nur von mir schreiben. :)

Wichtig ist für mich auch immer, dass ich keine Nervosität ausstrahle, damit mein Zwerg sich an mir besser orientieren kann.
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Re: Pudel in der Tasche

Beitrag von Moni » Di Okt 18, 2011 6:32 pm

Bin da absolut kein Experte, aber was passiert, wenn du sie mit der Tasche abstellst oder in die Hocke gehst und die Tasche auf deinen Knien abstellst?
Liebe Grüße-
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Re: Pudel in der Tasche

Beitrag von Annelie » Di Okt 18, 2011 9:12 pm

Hallo Moni,

das ist eine gute Frage. Ich hab's in "brenzligen Situationen" noch nicht ausprobiert. Normalerweise springt sie dann aus der Tasche raus (sie ist ja nicht festgebunden). Aber ich könnte mal probieren, auf halbe Höhe zu gehen. Das würde zumindestens zeigen, ob der Blickwinkel einen Einfluss auf ihr Verhalten hat.
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Re: Pudel in der Tasche

Beitrag von Cindy » Di Okt 18, 2011 10:24 pm

Mal ne ganz andere Sichtweise - Tasche, "auf dem Arm tragen" usw. sind Anzeichen von entsprechender Aufmerksamkeit in Richtung Hund.

Die Frage, die sich mir stellt, ist folgende "ist das Kreischen wirklich Unsicherheit oder ist es eher aufmerksamkeitsforderndes Verhalten"?
Viele Grüße
Cindy


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Re: Pudel in der Tasche

Beitrag von Annelie » Mi Okt 19, 2011 7:46 am

Hallo Cindy,

ich weiß nicht genau, wie ich feststellen soll, warum sie das Verhalten zeigt. Pauline ist eigentlich ein sehr gehorsamer Hund und möchte gefallen. Sie bellt auch sonst relativ wenig und hat mich auch noch nie "auffordernd" angebellt. Ich habe eher das Gefühl, sie weiß einfach nicht wohin mit ihrer Energie, fühlt sich von der Umwelt überfordert und den ganzen Reizen, die auf sie einwirken und ist sicherlich auch ein wenig frustriert, dass sie nicht zu dem anderen Hund hin darf. Natürlich versuche ich nicht, ihr Verhalten durchs hochnehmen zu bestätigen, was aber sicherlich trotzdem ein Risikofaktor ist (ich habe das bisher auch erst 2-3 Mal gemacht, weil ich es selbst eigentlich immer total affig finde, wenn Kleinhundehalter ihre Hunde auf den Arm nehmen bzw. in eine Tasche stecken, wenn man auf andere Hunde trifft). Sie zeigt dieses Verhaltens übrigens unabhängig von der Person, die sie an der Leine hat. Bei anderern vielleicht sogar noch schlimmer als bei mir, weil ich ihre Bezugsperson bin und sie zu mir denke ich das meiste Vertrauen hat. Ich habe auch schon mal darüber nachgedacht, ihr Verhalten völlig zu ignorieren, habe aber Angst, dass dadurch unsere minimalen Fortschritte wieder zerstört werden.

Früher habe ich mal gelesen, dass Hunde, die viel "oben" getragen werden, einen Größenwahn anderen Hunden gegenüber entwickeln würden. Was haltet ihr davon?

Ich freue mich über weitere Anregungen...
herzliche Grüße Annelie mit

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