Alfred

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steinmarder
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Alfred

Beitrag von steinmarder » Do Mär 03, 2016 8:08 pm

Es ist wie es der Titel besagt,... zum Mäuse melken. Mein niedlicher Hundebub (11 Monate), der sich im Job und in der Hundeschule meist von seiner guten Seite zeigt, treibt mich hier zuhause manchmal in den Wahnsinn! Ich hole die Leine - Pudel weg, ich hole den Kamm - Pudel weg, ich habe das Halsband oder das Geschirr in der Hand - Pudel weg. Aus irgendwelchen mir nicht nachvollziehbaren Gründen empfindet er das - sehr vorsichtige - Anziehen des Geschirrs als körperlichen Schmerz. Beim Anleinen verweigert er das "Sitz", beim Ableinen sitzt er wie eine Eins. Eine Diva vor dem Herrn!

Eine rotzfreche Diva! Er klaut Schuhe, Socken und Unterwäsche - wenn wir ihn lassen, zerlegt ALLES aus Papier und Pappe, spielt mit Kartoffeln und Zwiebeln - wenn er alleine ist, meint jedes Wochenende, dass wir und 7.30 Uhr aufstehen müssen etc. Genau genommen, lässt er nichts aus, gar nichts!!! Wenn er seine wilden 5 Minuten hat, pöbelt er, was das Zeug hält.

Draußen ist er permanent mit total wichtigen Dingen beschäftigt, zum Teil reagiert er derzeit nicht einmal auf den Clicker. Ich habe wohl ein Exemplar mit einem stark ausgeprägten Jagdtrieb erwischt, in Kombination mit einem sehr autonomen und starken Wesen - und wenig will to please... Jedem, wie er oder sie es verdient. Mein Hund, ich wollte es nicht anders.

Draußen hat er nur die Nase auf dem Boden oder im Wind. Bei Fuß üben geht nur schwer, zumeist bekomme ich ihn nicht mal in die Grundstellung - drinnen klappt es. Konzentration einer Dosenerbse, sage ich nur. Außerdem ist er immer noch mega empfindlich, wenn die Leine in sein Gesichtsfeld gerät ö.ä.

Ansonsten ist er natürlich super! Sitz und Platz mit Bleib klappen gut, Sitz auf Distanz wird immer besser, Touch klappt, Schleppleinentraining läuft, alleine bleiben klappt gut - von den Kartoffeln und Zwiebeln mal abgesehen. Selbst das Zusammenleben mit den Katzen normalisiert sich ein wenig. Andere Hunde findet er immer noch toll, Menschen auch. In der Schule benimmt er sich und die Kinder lieben ihn.

Trotzdem könnte ich ihn tageweise an die Wand nageln!!! Diese Mischung aus hypersensibel und größenwahnsinnig ist anstrengend und mindestens einmal täglich versucht er das Zepter an sich zu reißen.

Gott sei Dank ist er nicht halb so groß, wie er glaubt!

Geht das irgendwann vorbei? :wink: :wink: :wink: Wird er je ohne Schleppleine laufen? Zieht er das Geschirr irgendwann ohne Theater an? Zu hilf...

Jetzt gerade schnarcht das Monstertier vor sich hin und verarbeitet was auch immer. Ich liebe diese Geräuschkulisse!

Gruß steinmarder
Zuletzt geändert von steinmarder am Mo Jan 29, 2018 6:46 am, insgesamt 19-mal geändert.
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Gero
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Re: Mäuse melken und andere Desaster

Beitrag von Gero » Fr Mär 04, 2016 4:52 am

Guten Morgen!

Ach, wie herrlich, wie schön!!!

Ich trau mich schon garnicht mehr sowas zu schreiben.

Aber ich glaube du hast einen Zwilling von meinem 9 Monate alten Gero erwischt!
Soll er "angezogen" werden - Geschirr - so mimt er den sterbenden Schwan und weiß überhaupt nicht was "komm her" heißt. Jeder der ihn in dem Moment sieht der weiß sofort: dieser Hund ist eine geprügelte/gequälte Seele (jedenfalls sagen das seine Blicke).
Hat er das Geschirr dann endlich an (manchmal hilft es ein Leckerchen auf die andere Seite zu halten, dann schiebt er den Kopf freiwillig durch!) schüttelt er sich und ist wieder obenauf!
Er ist hier auch der Größte (Knallkopf) und tut das auch bei Geräuschen/Stimmen auf den Wegen lautstark kund.

Spuren/Weiberp.... werden stundenlang erforscht/gekostet und dann irgendwann läuft er federnd und mit hocherhobener Rute endlich weiter.

Alleinbleiben geht bei uns von Anfang an super - da Nina ja noch dabei ist. Was ihn aber trotzdem nicht davon abhält gelegentlich Blödsinn zu machen - Kartons fetzen, Müllbeutel leeren die nicht zugebunden sind, alles Mögliche von Tisch oder Kommoden zu holen und ordentlich durchzukauen/zu belutschen.

Bekleidungsstücke werden werden überhaupt gern geklaut - besonders meine selbstgestrickten Wollsocken liebt er heiß und innig.

Gehorchen klappt langsam immer besser - abhängig von seiner Tagesform - es geht auch manchmal garnichts mehr. Nur das Zurückkommen im Freilauf klappt gsd. noch immer sehr gut.

Gestern früh hatte ich in der Küche auf der Arbeitsplatte eine Schale mit Katzenmilch für unsere freilebenden Katzen zu stehen (war angewärmt, zu warm geworden und sollte abkühlen).
Ich ging an den PC und wenige Minuten später in die Küche und da hatte sich inzwischen die Katzenmilch verflüchtigt. :mrgreen:

Überhaupt ist dieser Hund genauso oft mit den Vorderbeinen AUF den Küchenschränken wie mit allen Vieren auf dem Boden! Und alles was erreichbar ist wird geklaut!

Aber er ist auch ein wundervoller, übermütiger kleiner Kaspar und wir lieben ihn (und hoffen auf ein baldiges Ende der pubertären Phase :mrgreen:

Ach ja, sei froh bis 7.30 Uhr schlafen zu dürfen - wir werden jeden Tag zwischen 2.45 und 4.00 Uhr geweckt! Auch Sonntags und auch wenn wir um 22.30 Uhr noch mal draußen waren!

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Re: Mäuse melken und andere Desaster

Beitrag von Spyro » Fr Mär 04, 2016 7:36 am

Guten Morgen!

Mit dem Geschirr kennen wir das auch sehr, sehr gut! Wenn ich Noels Halsband nehme, dann haben wir gar keine Probleme. Aber wehe Mama holt wirklich das Geschirr und die Langlaufleine (Schlepp in 5 Meter) ... Dann verschwindet Noel erst einmal aus meinem Sichtfeld und meint, ich würde ihn nicht finden. :fechten: Ich weiß auch bis heute nicht genau, warum er es so rein gar nicht mag, aber an der Schlepp MUSS er es anziehen, selbst wenn ich die Schleppleine nicht als solche nutze.

Mit den Schuhen usw... Habt ihr mal ein Tauschgeschäft gemacht? Aber da muss man genau auf das Timing achten, denn sonst denkt der Hund "Ah ich klaue und schwupp gibt es Futter" ;) Papier usw. bekommt Noel hier schon mal zum spielen, darum nimmt er es sich erst gar nicht von alleine. Nur einmal war ich kurz im Keller, kam wieder in die Wohnung und Noel hatte ganze Arbeit geleistet! Das Toilettenpapier war schön säuberlich vom Klo, durch das Schlafzimmer, wieder zurück durch die Diel, einen Abstecher ins Wohnzimmer und zu guter Letzt in der Küche verteilt! Die Rolle hing am Ende noch in der Halterung und ich hätte alles schön aufrollen können! :mrgreen: Ich muss darüber heute noch lachen und fand es herrlich.

Er ist ja noch jung und gerade in einer schönen Phase. Also Kopf hoch, dran bleiben und Durchmarsch! Du bist der Rudelführer! :klatsch: :streichel:
GLG Noel, Bärbel und A.J. für immer im Herzen

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steinmarder
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Re: Mäuse melken und andere Desaster

Beitrag von steinmarder » Fr Mär 04, 2016 7:07 pm

Hm, soll das jetze heißen, daß ich einen total normalen Hund habe? Wie laaangweilig!

Tauschgeschäfte jeglicher Art machen wir hier regelmäßig, wobei er - abgesehen von zwei blöden Situationen, in denen ich falsch reagiert habe - immer alles gut wieder hergibt.

Was das Geschirr betrifft: Da steckt er seinen Dickschädel nicht einmal für die tollste Leckerei hindurch. Spätestens beim Ohrenansatz macht er einen Rückzieher, selbst wenn ich die Öffnung auf die größte Größe eingestellt habe. So ein Mimöschen!!! Sobald er einmal drinsteckt ist alles paletti.

Schon ein seltsames Tier der Pudel! Katzen sind doch irgendwie unkomplizierter! Außerdem können sie schnurren, beim Hund denke ich immer, er ist kaputt. :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

P.S.: Seit Einzug des Lockentieres ist unser Toilettenpapier immer oben auf dem Waschbecken zu finden und ich fürchte, dort wird es die nächsten Jahre bleiben...
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Re: Mäuse melken und andere Desaster

Beitrag von steinmarder » Sa Mär 05, 2016 12:35 pm

Konzentrationsvermögen... einer Dosenerbse! Ich hatte ja die - zugegeben sehr naive - Vorstellung, dass MEIN Hund auf jeden Fall mit einem Jahr ordentlich bei Fuß laufen kann. Leider sieht der Pudel das anders.

Bei Fuß laufen ist momentan eine mittlere Katastrophe und zerrt sehr an meinen Nerven. Alles ist interessanter, jedes Stöckchen, jeder Vogel, bloß nicht mitarbeiten lautet Alfreds Devise. Und dann auch noch die Leine. Ständig ist sie ihm im Weg! Der kleine Knilch ist momentan sehr empfindlich, wenn es um SEINEN Körper geht. Manchmal könnte man denken, ich hätte ihn mit der Leine geschlagen o.ä :?
Gleich ist Hundeschule, mal schauen, was die zu seinem mangelnden Konzentrationsvermögen und meiner wenig vorhandenen Geduld sagen...

Jetzt mal was positives: Die Bell- und Knurrattacken sind merklich weniger geworden! Gott, ist das schön. Und er ist mir eben auf die Terrasse abgehauen und wiedergekommen. Er ist wiedergekommen, Wahnsinn.
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Re: Mäuse melken und andere Desaster

Beitrag von Iska » Sa Mär 05, 2016 12:55 pm

steinmarder hat geschrieben:
P.S.: Seit Einzug des Lockentieres ist unser Toilettenpapier immer oben auf dem Waschbecken zu finden und ich fürchte, dort wird es die nächsten Jahre bleiben...
das lässt nach.... :frech: kann ich Dir versichern.... :lol:
viele Grüße
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Re: Mäuse melken und andere Desaster

Beitrag von steinmarder » Di Mär 08, 2016 7:41 pm

Das mit dem T-Papier kann ich kaum glauben!

Überhaupt kaum vorstellbar, dass der alberne Knilch jemals vernünftig wird... nie im Leben.

Letzte Nacht um halb drei hat er Terror gemacht, weil er unbedingt JETZT trinken musste!!! Was zwei Stunden spazieren gehen doch anrichten können. Und ja, wir haben fließendes Wasser in der Wohnung und der Pudel hat einen Wassernapf. Allerdings hat er das Trinken wohl vor lauter Katzen beobachten vergessen. Super!
Zuletzt geändert von steinmarder am Fr Dez 30, 2016 5:18 pm, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mäuse melken und andere Desaster

Beitrag von Gero » Mi Mär 09, 2016 5:43 am

Ach wie wundervoll, schreib mehr über deinen Knilch!!
Ich fühl mich dann gleich viel besser!

Mein kleiner Chaot ist grad voll in der "ich hinterfrage das mal"-Phase. In sehr vielen Situationen fragt er erst mal nach ob das Kommando wirklich ernst gemeint war und ob ER das ausführen soll!
Andererseits kann er Kommandos perfekt und ganz fix ausführen - weiß also eigentlich was ich meine und will.

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Re: Mäuse melken und andere Desaster

Beitrag von Phoebe » Mi Mär 09, 2016 10:23 am

Es ist noch jung! verlang nicht zu viel!
und immer das durchsetzen was du möchtest, aber auf nette Art und Weise und ohne betteln :wink:

steinmarder hat geschrieben:
Was das Geschirr betrifft: Da steckt er seinen Dickschädel nicht einmal für die tollste Leckerei hindurch. Spätestens beim Ohrenansatz macht er einen Rückzieher, selbst wenn ich die Öffnung auf die größte Größe eingestellt habe. So ein Mimöschen!!! Sobald er einmal drinsteckt ist alles paletti.
wenn du vor hast ihm das Teil anzuziehen, würde ich ihn mir unter den Arm klemmen und zum Ort des Geschehens gehen. Ohne große Macherei ihm das Teil drüber ziehen und danach ein lustiges Spielchen spielen. Mit Futter locken und "bittebitte" finde ich an der stelle ungünstig, da du halt schnell ins locken kommst. Er muss das Dingens halt anziehen und gut ...
Bei meinen Hühnern ist das so mit ihren Mäntelchen ... da sind sie auch immer in der letzten Ecke der Wohnung verschwunden ... ich mach es so wie oben beschrieben ... und danach fliegt ein Futterbrocken oder Spielie oder was auch immer. Ergebnis: sie ertragen es stoisch :lol:

steinmarder hat geschrieben:Konzentrationsvermögen... einer Dosenerbse! Ich hatte ja die - zugegeben sehr naive - Vorstellung, dass MEIN Hund auf jeden Fall mit einem Jahr ordentlich bei Fuß laufen kann.
Wie hast du ihm das Konzentrationsvermögen beigebracht, bzw. was getan um es zu verlängern?
Wie hast du ihm die Fußarbeit beigebracht? Bzw. redest du von "wir gehen brav an der Leine" oder von der Fußarbeit wie sie im Hundesport beispielsweise bei der BH oder im Obi gefordert ist? Das sind zwei verschiende paar Schuhe und auch für den Hund verschiedene Lernwege.
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Re: Mäuse melken und andere Desaster

Beitrag von steinmarder » Mi Mär 09, 2016 5:05 pm

Die Hundetrainerin hatte mir geraten, das Geschirr nicht mehr "unfreiwillig" überzuziehen, sondern mit Leckerchen zu üben, so dass er freiwillig seine Schnauze durchsteckt. Das verweigert er! Daher schnappe ich ihn mir in Ruhe, ziehe ohne großes Tamtam das Geschirr an und lobe und belohne - in der Hoffnung, dass es Früchte trägt.

Was das bei Fuß laufen betrifft, bitte ich darum mein Geschimpfe nicht allzu ernst zu nehmen. Wenn ich nix mehr zu meckern habe, dann bin ich sterbenskrank!!! :)

Ich bin recht ungeduldig und weiß, dass ich manchmal einen Gang zurückschalten muss. Ist halt auch eine Lernerfahrung, dass der Hund sich nicht an meine Entwicklungspläne hält... aber keine Sorge, dem Hund geht es gut und er ist eben zu meiner Freude auch einigermaßen mehrere Meter bei Fuß gegangen.

Was mich momentan tätsächlich nervt, ist seine mangelnde Konzentration draußen. Grundsätzlich kann er schon einiges, allerdings hat er mit Beginn der Pubertät einen ausgeprägten Jagdtrieb entwickelt und ist ingesamt recht selbstsicher und autonom. Das macht es nicht immer einfach, da nichts wichtiger ist als Außenreize - kein Spiel, kein Futterdummy etc.

Wie heißt es doch so schön, man bekommt den Hund, den man braucht bzw. verdient. Ich habe einen Rotzlöffel zuhause... was das wohl heißen mag?

Aber ich bin mir sicher, dass er mich auch manchmal anstrengend findet: Ständig will ich was von ihm! Immer wenn er gerade richtig Spaß hat, komme ich mit Grenzen und Regeln. Voll blöd - aus Hundesicht.
Zuletzt geändert von steinmarder am Fr Dez 30, 2016 5:19 pm, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mäuse melken und andere Desaster

Beitrag von steinmarder » Mi Mär 09, 2016 5:08 pm

Ach so... Ich rede vom ganz normalen "bei Fuß", das heißt der Hund geht auf Höhe meines Beines parallel zu mir. Angefangen haben wir mit der Fuß-Grundstellung, dann einige wenige Schritte gehen, wieder sitzen und das Ganze dann ausdehnen. Mit Hand- und Hörzeichen.
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Re: Mäuse melken und andere Desaster

Beitrag von Phoebe » Do Mär 10, 2016 8:27 am

steinmarder hat geschrieben:Die Hundetrainerin hatte mir geraten, das Geschirr nicht mehr "unfreiwillig" überzuziehen, sondern mit Leckerchen zu üben, so dass er freiwillig seine Schnauze durchsteckt. Das verweigert er! Daher schnappe ich ihn mir in Ruhe, ziehe ohne großes Tamtam das Geschirr an und lobe und belohne - in der Hoffnung, dass es Früchte trägt.

Ja ist ja so in der Art wie ich es oben schon geschrieben habe. Ich bin kein Freund von Locken ... entweder über Beutespiel oder Futtertreiben das Hasi zum erfolg bringen. :wink:

Was das bei Fuß laufen betrifft, bitte ich darum mein Geschimpfe nicht allzu ernst zu nehmen. Wenn ich nix mehr zu meckern habe, dann bin ich sterbenskrank!!! :)

Ich bin recht ungeduldig und weiß, dass ich manchmal einen Gang zurückschalten muss. Sorry, aber das ist nicht unbedingt förderlich in der Ausbildung :P Ist halt auch eine Lernerfahrung, dass der Hund sich nicht an meine Entwicklungspläne hält... Ne, alles, aber das definitiv nicht ... und der nächste auch nicht und der übernächste schon gar nicht :frech: aber keine Sorge, dem Hund geht es gut und er ist eben zu meiner Freude auch einigermaßen mehrere Meter bei Fuß gegangen.

Das glaube ich dir! Alles gut! :) :lol: aber wenn du schreibst "einigermaßen" ... dann rate ich dir, geh ein paar Schritte zurück. Ein gutes "Instrument" in der Aubildung ist das Thema Fehlervermeidung. Wenn du beispielsweise aus der Grundstellung in die Laufarbeit wechselst und du weißt, dass er nach 5 Schritt anfängt in der Gegend rumzuglotzen, dann mach max. 4 :wink: immer in unterschiedlichen Rhythmus um kein Schema F zu erzeugen. Also mal ein Schritt, mal 3, mal blos die Grundstellung etc. Wenn er da richtig drauf abgeht, dann probierst du 5. Aber immer wieder ohne festes Ritual, damit es für ihn spannend bleibt. Und nach der geistigen Arbeit des Fuß gehens am besten ein tolles Zergelspiel, wo er alle angestaute bunte Knete rauslassen kann. Wichtig dabei! Ein freies Spiel, wirklich nur du, der Hund und das Zergel auf dem Boden wälzend :frech: Ich habe dafür Kaninchenfell an einem 1-1,5m langen Fleeceknotenseil. Damit kann die Lumi auch mal einen halben Meter weghopsen und es schütteln und springen usw. aber sie kann eben nicht weg, da ich das Ende ja noch in der Hand habe :twisted: :wink:

Was mich momentan tätsächlich nervt, ist seine mangelnde Konzentration draußen. Grundsätzlich kann er schon einiges, allerdings hat er mit Beginn der Pubertät einen ausgeprägten Jagdtrieb entwickelt und ist ingesamt recht selbstsicher und autonom. Das macht es nicht immer einfach, da nichts wichtiger ist als Außenreize - kein Spiel, kein Futterdummy etc.

Dann drehst du den Spieß um ... Geschirr dran, Schleppleine dran, Ende der Schlepp in die Hand und dann gehts los. Dahin wo du willst und Hündchen muss dir folgen, während du ihn einfach mal ignorierst. Es kann durchaus sein, dass ihr euch dann mal ne Weile gegenseitig ignoriert :fechten: :frech: oder aber er wird dich vielleicht anstarren und fragen "Hä Mutti, wasn los?" Keine Ahnung :wink: Aber ich würde mich an deiner Stelle nicht aufopferungsvoll zum Obst machen vor deinem Löckchen :wink: Und der Hund muss auch nicht jeden Tag übelst arbeiten und Dummy suchen etc.
Übungen würde ich in der Phase nur in der Wohnung machen. Du merkst es irgendwann wird es bei euch entspannter und dann fängst du draußen wieder in ganz kleinen Schritten an :D


Wie heißt es doch so schön, man bekommt den Hund, wenn man braucht bzw. verdienst. Ich habe einen Rotzlöffel zuhause... was das wohl heißen mag?

Aber ich bin mir sicher, dass er mich auch manchmal anstrengend findet: Ständig will ich was von ihm! Immer wenn er gerade richtig Spaß hat, komme ich mit Grenzen und Regeln. Voll blöd - aus Hundesicht.
Absolut :wink:
Das ist ein wenig wie mit den Kindern die montags Schwimmen, dienstags Ballet, mittwochs Fremdsprachen, donnerstags Turnen und freitags Klavierunterricht haben
(soll nur ein übertriebenes Beispiel sein, möchte keine Diskussion zur Kindererziehung anstoßen) ....
brauchen sie nicht ... sie brauchen Natur und Freiraum um sich entfalten zu können. Und auch mal selber testen können und auch selber mal Fehler machen müssen! Denn nur so lernen sie für die Zukunft :D
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Roosie
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Re: Mäuse melken und andere Desaster

Beitrag von Roosie » Do Mär 10, 2016 9:16 am

Hihi sehr interessanter Thread! :-D
Gestern hab ich einen genauso unkonzentrierten Jasper gehabt beim Fußgehen üben. Das läuft momentan eh sehr bescheiden, sodass ich versuche nur noch ohne Ablenkung zu üben, um ihn nicht zu überfordern. Und gestern, nachdem er sich sehr konzentriert und kooperativ gezeigt hatte, dachte ich, jetzt versuch ich es mal wieder. Aber Jasper schaltete sofort um in den Modus "aha. Fußgehen. Hier muss doch irgendwo am Horizont was interessantes sein, von dem mich die Tante ablenken will!!" Und das, obwohl ich eigentlich momentan kaum unter Ablenkung übe - keine Ahnung, wie Jasper das so verknüpft hat (das passiert ja normalerweise, wenn man den Hund immer zurückruft, wenn was Spannendes kommt)... :roll: Und dahin war die ganze Kooperation...
Phoebe hat geschrieben:Ein gutes "Instrument" in der Aubildung ist das Thema Fehlervermeidung.
Ich muss da wohl auch wieder ganz viele Schritte zurück gehen und vor allem gaaaaanz ruhig und geduldig bleiben :)

Auch wenn jeder Hund anders ist, würden mich so "Altersangaben" mal interessieren: Von den inzwischen gut bei Fuß-gehenden Hunden, ab welchem Alter hat es denn irgendwann gut geklappt? Ist doch auch eine Frage des Alters, wie gut sie sich konzentrieren können? Mich entspannt es immer ungemein, wenn ich weiß - naja, Jasper ist noch absolut nicht in dem Alter für dies und das, also ist das, was er grad leistet, eh schon richtig gut. Dann bin ich viel gelassener und geduldiger. Hoffe ihr versteht mich da richtig, was ich meine ;-)
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Re: Mäuse melken und andere Desaster

Beitrag von Phoebe » Do Mär 10, 2016 10:12 am

Roosie hat geschrieben: Auch wenn jeder Hund anders ist, würden mich so "Altersangaben" mal interessieren: Von den inzwischen gut bei Fuß-gehenden Hunden, ab welchem Alter hat es denn irgendwann gut geklappt?

Kommt halt immer drauf an, was du als gut empfindest :frech: und für was du es brauchst.
Meine Hunde sind alle ihre BH zwischen 12 (damals durfte man so zeitig die BH noch machen) und 17 Monaten gelaufen. Rudi damals ... mh naja ich war selber 15 Jahre und hatte null Plan :frech:
Phoebe war ein Naturtalent in der UO. Lumi finde ich auch, zumal sie sehr ehrgeitig ist, wenn sie einmal was im Köppl hat :wink: Sóley ... ja UO ist nihct so ihre Stärke, aber es hat gepasst.
Ich wollte die BH immer schnell weg haben, um mich auf die Agiausbildung mit meinen Hunden zu konzentrieren. Denn beide Hundesportarten sind unheimlich komplex im Aufbau und viel Stoff für einen jungen Hund.

Meine letzte BH war vor einem Jahr mit Lumi. Da war sie wirklich gerade 15 Monate und ein paar Wochen. Die Fußarbeit an sich hat sie sehr schön gezeigt, ebenso Kehrtwendungen, Heranrufen mit Vorsitz, Ablage. Was ein wenig zum Abzug führte waren die Winkel ... ABER mein Fokus lag auch nicht auf der perfekten UO für später mal Obi etc., sondern eine ordentliche Leistung bei der BH zu zeigen. Und auch nicht wegen Pudelniedlichkeitsfaktor zu bestehen, sondern mit Leistung.
Wäre ich allerdings danach im Obi oder VPG Bereich gestartet, hätte ich mir auch viel mehr Zeit gelassen um Feinheiten auszutrainieren. So hat es Anja (Resi) gemacht. Ich glaub Farinelli war über 2 Jahre bei seiner BH (will nix falsches schreiben, aber sie hat es hier im Forum ja gepostet)
Es kommt halt immer drauf an, wofür du die BH läufst und wie du die Fußarbeit aufbaust.
Über z.B. Futtertreiben verstehen die "kleinen" sehr flott was du von ihnen willst. Andere Methoden dauern länger...bzw. bauen auf einer anderen Grundlage auf. Und dann hängt es auch sehr stark davon ab, wie genau dein Trainer mit dir arbeitet und wie viel Ehrgeiz du selbst ins austrainieren von Übungen legst :D
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Re: Mäuse melken und andere Desaster

Beitrag von Roosie » Do Mär 10, 2016 12:06 pm

:shock: Wow 12 und 15 Monate!! Das kann ich mir grad gar nicht vorstellen, dass Jasper das schaffen könnte :lol: er hört momentan immer mit einer Verzögerung von etwa einer halben Minute, weil er vor jedem Sitz, Komm und allem erst mal die Gegend abscannt, ob er überhaupt Zeit hat, jetzt auf mich zu hören.

AAAABER.
Ich hab heut morgen was neues ausprobiert und weil es so gut funktioniert hat, teile ich es gern! Ich hab zufällig gelesen, dass man das Fußgehen auch so aufbauen kann, dass man rückwärts läuft, so lange, bis der Hund sich denkt "Hä was macht die da", neugierig wird und hinterherläuft. Dabei guckt der Hund irgendwann ganz automatisch in die Augen. Dann dreht man sich während dem Laufen selbst so rum dass der Hund plötzlich ganz automatisch im korrekten Fuß läuft. Ich habs heut ausprobiert - klappte 1A!!!! Jasper lief ständig ganz automatisch im Fuß, auch einige Meter, sehr konzentriert, mit dieser Taktik. Ist nur die Frage, wie man dieses Rückwärts gehen und Drehen zu einem Fuß auf Kommando aus dem Stand umwandelt... aber bis ich das von ihm verlangen kann, hab ich noch Zeit darüber zu grübeln. Ich bin froh, dass ich mal wieder was gefunden hab, was gut klappt und ihm Spaß macht. Darf ich jetzt halt nicht überstrapazieren, damit mein Rückwärtsgehen spannend bleibt :-D Daher hab ich auch mal was Unerwartetes gemacht, wenn ich z.B. stoppe und evt. noch einen kleinen Schritt auf ihn zu gehe, dann sitzt er sofort (gleich wieder zur Seite treten, um die Spannung rauszunehmen), also hab ich auch was, womit ich ein zügigeres Sitz trainieren kann als das jetzige "Sitz" - Pause Pause - Guck Guck - na gut. Sitz.

Immer erfinderisch bleiben ;-)

Und ich strebe eigentlich schon die BH an, weil es eben was "Offizielles" ist und man damit vielleicht den ein oder anderen Schulleiter beeindrucken könnte für die Schulhundgeschichte. Und es motiviert einen, dran zu bleiben. Aber momentan ist es mit Jaspers Konzentration unter Ablenkung nicht weit her, was mir als doch etwas unerfahrene Hundeführerin das Training etwas verlangsamt und daher hab ich jetzt kein festgestecktes Datum, wann ich eine Prüfung mit Jasper ablegen möchte. Wir üben daher im Welpen-Modus auf der grünen, uninteressanten Wiese und Ablenkung müssen wir halt langsam wieder reinbekommen...
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